IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 2) – Jetzt wird umgetopft

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Dies ist der zweite Teil unseres Tests des neuen IKEA VÄXER Hydrokultursystems. Den ersten Teil findest Du hier: Gemüse ohne Erde – das neue IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 1).

Nach circa 10 Tagen Keimung ging es letzte Woche für unsere kleinen Pflänzchen gemäß IKEA Anleitung und Zeitplan ab in die größeren Töpfchen und ins beleuchtete KRYDDA Anzuchthäuschen.

Das Fazit der Keimung ist, naja, durchwachsen:

IKEA Växer Ergebnis Keimung

Einige Pflänzchen sind ganz gut gekommen, aber ziemlich in die Höhe geschossen. Andere sind gar nicht gekommen oder haben zwar gekeimt, konnten sich aber mit den Wurzeln nicht in die Steinwolle bohren. Deswegen sind sie irgendwann einfach umgefallen und vertrocknet. Insbesondere die größeren Mangold-Samen haben zwar gekeimt, aber konnten dann nicht wurzeln. Das liegt aus unserer Sicht daran, dass sie eigentlich – bei normaler Aussaat – mit Erde bedeckt werden und nicht einfach nur „draufgelegt“ werden, wie das beim IKEA System vorgesehen ist. Bei anderen Sorten, die Lichtkeimer sind und auch bei normaler Aussaat nur oberflächlich angedrückt werden, hat es besser geklappt. Wir hätten uns aber trotzdem ein bisschen besseres Ergebnis erwartet. Man muss aber zum Saatgut von SPERLI sagen, dass es bis auf 1 Sorte keine Keimausfälle gab.

Das KRYDDA Anzuchthäuschen

Wir haben uns nicht für die günstigere weiße Kunststoffvariante, sondern für das schwarze KRYDDA Pflanzelement mit verzinkter Bodenwanne entschieden. Das ist einfach stabiler und sieht auch in der Küche als „Einrichtungselement“ deutlich schöner aus. Der Aufbau ist schnell erledigt, nur die Montage der Beleuchtung ist wegen der kleinen Schrauben ein bisschen umständlich.

Wir hatten natürlich spontan gleich die Idee, dass man das Häuschen mit der Beleuchtung auch für die Anzucht der Keimlinge im Keimset verwenden könnte. So würden sie – z.B. im Winter – mehr Licht bekommen und schneller wachsen. Leider hat IKEA – warum auch immer – für die Kunststoffschale, die als Einsatz für die Töpfchen in das Pflanzelement kommt, andere Maße gewählt als für die Kunststoffschale des Keimsets. Sind zwar nur 1-2 cm, passt aber trotzdem nicht. Schade, anders rum wäre es ein bisschen intelligenter und flexibler einsetzbar gewesen.

Das Umtopfen der Pflänzchen

IKEA Växer AnzuchttöpfeAls erstes werden die Töpfchen mit ca. 2cm Bimsstein gefüllt. Am Besten macht man das mit einem Esslöffel und einer Unterlage, den das VÄXER Bimsstein Substrat bröselt ziemlich.

Danach die vorgezogenen Pflänzchen in die Mitte stellen und rundherum mit Bimsstein einbetten. Das ganze soweit mit Bimsstein auffüllen, dass die Pflänzchen auch oben rum mit Bimsstein bedeckt sind und einen guten Stand haben.

IKEA Växer Umtopfen Pflänzchen

IKEA Växer Gewächshaus (Detail)Das Bimsstein Anzuchtmedium

VÄXER Anzuchtmedium
copyright IKEA

Das VÄXER Bimsstein Substrat besteht wie der Name schon sagt aus Bimsstein, einem vulkanischen Gestein. Laut IKEA Angaben kommt dieser aus Island und hat sich bei den Tests der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften als bestes Anzuchtmedium für die Hydrokultur herausgestellt. Er wird auch von professionellen Hydrokulturbetrieben eingesetzt und ist aufgrund seiner hervorragenden Wasserspeichereigenschaften beliebt. Die Wurzeln werden außerdem gut belüftet, was sich positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt.

Nach IKEA Angabe kann man den Bimsstein bis zu 6 Mal wiederverwenden. Um das zu tun, muss man allerdings nach der erfolgten Anzucht die Bimssteinreste in einen Kübel geben, mit kochendem Wasser übergießen und ausgiebig von allem organischen Material reinigen. Ob das wirklich so viele Anwender letztendlich machen werden, sei dahingestellt.

Entsorgt werden kann er über den Hausmüll oder alternativ als Wasserspeicher in die Gartenerde oder in Töpfen von Zimmerpflanzen recycled werden. Das gefällt uns :-).

Jetzt gibt’s Nährstoffe

VÄXER Flüssigdünger
copyright IKEA

Zu guter letzt bekommen unsere Pflänzchen in ihrem neuen Zuhause jetzt auch Nahrung.

Der VÄXER Flüssigdünger ist ein klassischer NPK-Dünger, das heißt er besteht aus Stickstoff (Nitrogen), Phosphor und Kalium. IKEA hat sich für diese Anzuchtweise bewußt gegen einen Bio-Dünger entschieden. Nachdem der Dünger mit Wasser vermischt praktisch tagelang in der Anzuchtschale steht, wäre ein Bio-Dünger aufgrund seines Geruchs nicht ideal.

Besonders begeistert sind wir von Kunstdünger natürlich nicht, aber die Argumentation ist nachvollziehbar und macht wahrscheinlich für die Kundengruppe und die Anzucht im Haus Sinn. Das Schöne ist, dass IKEA sehr viele Fragen zur Anzucht und zu den verwendeten Produkten auf seiner Internetseite veröffentlicht hat: IKEA Indoor Gardening.

Der Flüssigdünger wird jetzt also mit Wasser vermischt und mit dem praktischen Trichter in die Anzuchtschale gefüllt. Und hier hat IKEA ausnahmsweise einmal gar nicht mitgedacht.

Der Flüssigdünger ist nämlich extrem konzentriert und damit sehr ergiebig. Zum Füllen der Schale braucht man 1,7 Liter Wasser (wer auch immer diese Menge festgelegt hat) und deswegen sehr wenig Dünger. Leider ist eine Verschlusskappe für 6 Liter Wasser ausgelegt und es gibt auch keine Untermarkierungen. Man kann also nur nach Gefühl abschätzen, wieviel man für 1,7 Liter braucht. Das wird wahrscheinlich in den meisten Fällen dazu führen, dass zu viel Dünger hinzugegeben wird, was natürlich für die Qualität des Lebensmittels auf Dauer nicht unbedingt ideal ist.

Licht an – die VÄXER Beleuchtung

Jetzt heißt es nur noch die Pflanzenbeleuchtung einschalten und es kann für unsere Pflänzchen losgehen!

IKEA Växer Gewächshaus beleuchtet

Für die ganzjährige Anzucht im Haus macht Beleuchtung natürlich absolut Sinn. Dank der sparsamen LED-Technologie braucht man dafür auch deutlich weniger Strom als bei den bekannten Pflanzenlampen von früher. Das Lichtspektrum ist natürlich für die Pflanzenanzucht ausgelegt und die Lampen sind sehr hell. Also nicht wundern, wenn die Nachbarn fragen, ob bei Euch die Außerirdischen in der Küche gelandet sind.

Die LEDs haben laut IKEA eine Brenndauer von ca. 25.000 Stunden. Das ist gut, denn sollte eine der LED-Lampen ausbrennen, kann man sie leider auch nicht einzeln austauschen.

Die Pflänzchen bekommen jetzt 16 Stunden pro Tag Licht – dafür sollte man sich praktischerweise noch eine Zeitschaltuhr besorgen, die nicht im Set enthalten ist.

Das erste Fazit

Die Handhabung der Produkte überzeugt und das ganze System ist durchdacht. Die verwendeten Stoffe sind natürlich alle sehr „clean“ und wie entfernt von Erde und Bio-Dünger. Das mag für viele Städter sehr praktisch sein, so richtiges Gärtnerfeeling kam aber bei uns bis jetzt noch nicht auf. Es hat mehr „experimentellen“ Charakter und ein bisschen was von Labor.

Das Keim- und Wachstumsergebnis ist leider bis jetzt schlechter als erwartet, nicht zuletzt wenn man die Videos auf der IKEA Seite gesehen hat. Wir haben mit unserem Test mittlerweile vor über 2 Wochen begonnen und bis jetzt fangen unsere Pflänzchen gerade mal an, die ersten echten Blätter zu entwickeln. Wir sind gespannt, wie lang es dauern wird, bis man wirklich einmal an eine Ernte denken kann. Denn abgesehen von der Einfachheit der Anzucht wird es vor allem darauf ankommen, ob man damit tatsächlich sinnvoll und in einem lohnenden Maß etwas ernten kann.

Wir halten Euch natürlich auf dem Laufenden, wie unsere Pflänzchen sich entwickeln!

7 Kommentare

    • Hallo Lena,
      vielen Dank für den Link – das sieht ja tatsächlich auch spannend aus. Schön, dass sich so viele für das Thema interessieren und sich damit beschäftigen! 🙂

    • Hallo Robert,
      vielen Dank, das freut uns 🙂
      Oh, guter Hinweis, werde ich gleich „korrigieren“. Wir hatten Nitrogen genommen, damit man die Abkürzung NPK versteht, aber ich werde den Hinweis auf Stickstoff mit reinnehmen 🙂
      Viele Grüße
      Deine beetfreunde

  1. Nur eine kurze Frage: Kann ich das System auch ohne Lampe betreiben? Ich habe die Gelegenheit die Schale immer direkt am Fenster stehen lassen zu können, es ist immer sehr hell.

    • Hallo Petra,

      theoretisch kann man das System natürlich auch ohne die Lampe betreiben. Allerdings ist die intensive Beleuchtung (14 Stunden am Tag) natürlich der Hauptfaktor bei der Wachstumsdauer. Allein mit Sonnenlicht auf der Fensterbank wird man eine so intensive
      Beleuchtung leider vor allem in der dunkleren Jahreszeit nicht hinbekommen.

      Viele Grüße
      Deine beetfreunde

  2. Hallo,
    Ich habe mir gestern die krydda und växer „zutaten“ geholt und man kann sehr wohl das keimset in das krydda haus mit beleuchtung stellen.

    Ich weiss nicht wie man ein foto anhängt, aber bei mir steht die keimschale in dem krydda gestell in das auch später die schale mit den acht grösseren töpfen steht.

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