IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 4) – Jetzt wird geerntet!

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IKEA VÄXER Hydrokultur vor der Ernte

Dies ist der vierte und letzte Teil unseres Tests des neuen IKEA VÄXER Hydrokultursystems. Die ersten drei Teile findest Du hier: Gemüse ohne Erde – das neue IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 1)IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 2) – Jetzt wird umgetopft und IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 3) – Es wächst.

Schön langsam wurden wir ja schon etwas ungeduldig, da wir ja bereits vor 6 Wochen mit unserem Test und damit mit der Anzucht begonnen haben. Aber jetzt kann endlich geerntet werden und das Ergebnis kann sich sehen lassen:

IKEA VÄXER Hydrokultur vor der ErnteIKEA VÄXER Hydrokultur vor der ErnteIKEA VÄXER Hydrokultur vor der ErnteIKEA VÄXER Hydrokultur vor der Ernte

Es ist schon immer wieder erstaunlich, was aus ein paar Samenkörnchen, Wasser, Nährstoffen und Licht werden kann! Insgesamt sind alle Sorten gut gewachsen und haben eine stattliche Größe erreicht, wo man mit der Ernte auch was anfangen kann. Ob mit ihm Salat oder in eine Pasta-Soße oder ein Wok-Gericht – unsere Blattgemüse schmecken gut und sind frisch und knackig.

Damit sind wir auch am Ende unseres Tests angekommen und es ist Zeit ein Fazit zu ziehen.

Unser Fazit

Damit die Bewertung etwas transparenter und nachvollziehbarer wird, haben wir sie in verschiedene Aspekte unterteilt. Und weil wir bei den beetfreunden lieber Karotten als Sterne mögen, gibt es auch eine Bewertung von 1 Karotte (nicht so besonders) bis 5 Karotten (sensationell).

Die Idee

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Die Idee zum IKEA VÄXER Hydrokultursystem finden wir sehr gut. IKEA greift damit nicht nur einen aktuellen Trend auf, sondern versucht auch aktiv ihn in die Haushalte weltweit zu bringen. Auf lange Sicht macht die Anzucht von Gemüse im eigenen Haushalt aus ganz vielen Gründen Sinn – sei es, um zu wissen woher es kommt und um es besser wertzuschätzen oder um oftmals sinnlose Transportwege quer durch die ganze Welt zu sparen.

Die Verwendung

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Der Zusammenbau und die „Bedienung“ des VÄXER Systems sind wie bei IKEA gewohnt prinzipiell einfach, im Detail manchmal ein bisschen schwierig. Einige Aspekte, die man vielleicht verbessern könnte – wie zum Beispiel die Dosierung des Düngers – haben wir ja schon in unserem zweiten Teil IKEA Hydrokultursystem im beetfreunde Test (Teil 2) – Jetzt wird umgetopft beschrieben. Alles in allem funktioniert es jedoch wunderbar, auch wenn es wahrscheinlich für Kinder (die sicher viel Spaß am Gärtnern in der Küche hätten) ohne einen Erwachsenen nicht bewältigbar ist.

Der Pflegeaufwand

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Hier glänzt das VÄXER System, denn wenn die Samen erst einmal angezogen und umgetopft sind, braucht man eigentlich nichts mehr tun. Wir haben die Beleuchtung an eine Zeitschaltuhr gehängt (ist leider standardmäßig nicht mit dabei) und mussten uns damit nicht um genügend Licht für unsere Pflanzen kümmern. Der 1,7 Liter fassende Wasserbehälter muss ca. alle 7-10 Tage mit der Wasser-Dünger-Mischung aufgefüllt werden. Anhand des Minimum-Maximum-Kontrollstabs erkennt man jederzeit auf einen Blick, ob man wieder nachfüllen muss.

Also absolut zeitsparend und damit auch für sehr beschäftigte Küchengärtner oder solche, die nicht immer daheim sind, perfekt geeignet.

Das Ernteergebnis

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Hier wird es jetzt ein bisschen schwierig. Wer selber schon einmal Gemüse angezogen hat, der weiß wie lange es dauert, bis aus einem Samenkorn ein Radieschen, eine Möhre oder ein Salatkopf wird. Insofern lernt man auch beim Selbergärtnern erst einmal schätzen, wieviel Zeit und Aufwand im Obst und Gemüse stecken, das wir im Supermarkt kaufen können.

Und hier kann natürlich auch IKEA nicht zaubern – das Wachstum der Pflanzen braucht trotz intensiver Beleuchtung seine Zeit und deswegen ist vor 4-5 Wochen nicht an die Ernte zu denken. Um wirklich mehr ernten zu können, braucht man schon eher 5-6 Wochen.

Wenn man dann die geerntete Menge ins Verhältnis zur Zeit setzt, dann wird man mit dem VÄXER System nur sehr schwer seinen Bedarf an frischen Salaten und anderem Blattgemüse decken können. Denn die nach 6 Wochen geerntete Menge entspricht ca. 2 Beuteln Pflücksalat-Mischung, wie man sie in jedem Supermarkt bekommt (und die noch dazu eine ähnliche Zusammensetzung haben).

Wer also wirklich regelmäßig ernten will, wird um ein 2- oder 3-stöckiges System nicht herumkommen, um parallel anziehen und damit kontinuierlich ernten zu können. Doch genau der Punkt führ uns dann auch schon zum Preis-Leistungsverhältnis.

Das Gärtnererlebnis

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Wir hatten es ja schon in einem der vorherigen Teile erwähnt: so richtiges Gärtnerfeeling mag beim neuen IKEA System nicht aufkommen. Das liegt natürlich auch daran, dass keine Erde verwendet wird und alle Materialien – selbst wenn sie teilweise natürlichen Ursprungs sind – sehr steril und klinisch wirken. Die Anzucht hat damit mehr etwas von einem Laborversuch, was für uns einmal ganz witzig war, aber wahrscheinlich für viele doch eher abschreckend wirkt. Denn auch die Pflanzen wirken damit im ersten Schritt weniger wie „normales“ Gemüse, sondern mehr wie Zierpflanzen.

Das Preis-Leistungsverhältnis

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Unser Komplettset, mit dem wir auf einer Ebene anziehen können, hat bereits 85 Euro gekostet. Das ist ein relativ stolzer Preis für alle, die es einfach mal ausprobieren wollen. Auch wenn man sagt, man will das System kontinuierlich nutzen, dann wird man sehr lange und sehr viel anziehen müssen, damit der Preis sich – selbst im Vergleich zu Gemüse aus dem Bioladen oder frisch vom Markt – auch nur annähernd rechnet.

Damit wird leider das VÄXER System wohl erst einmal ein Produkt für Fans und Liebhaber bleiben, denen es weniger um den Preis als vielmehr um den Spaß und das Besondere geht. Von seinem Ziel, das VÄXER System mittelfristig in jedem Haushalt fest zu etablieren ist IKEA damit leider noch weit entfernt.

 

Alles in Allem hat uns der Test großen Spaß gemacht und das VÄXER System hat uns gefallen. Wir denken, dass IKEA mit diesem Produkt prinzipiell einen sehr guten und interessanten Weg eingeschlagen hat. Es wird aber noch einiges zu verbessern und zu optimieren sein, bevor das Produkt wirklich für jeden Haushalt interessant wird. Wir werden uns auf jeden Fall in den nächsten Wochen weiter damit beschäftigen und haben schon einige Ideen, wie man das VÄXER System vielleicht noch besser nutzen kann – quasi „IKEA VÄXER Hydrokultursystem – Remixed“.

Unseren ersten „Remix“ mit Kräutern findet Ihr hier: IKEA VÄXER Hydrokultursystem Remixed – Kräuter (Teil 1).

14 Kommentare

  1. Hallo, ganz herzlichen Dank für den Test. Er hat mit einen guten Überblick verschafft, um realistisch und nicht übermotiviert zu viel zu erwarten. Ich hatte mal ein Haus mit Garten un wohne nun in einer kleinen Wohnung mit sehr breiten Fensterbänken, die meine Katzen als Balkon nutzen können (nicht ich selber). Das Gärtnern fehlt mir und ich dachte, dass Ikea-System wäre eine gute Alternative. Ich muss aber auch auf das Geld schauen (Investitionskosten). Eine erste große Frage war daher auch bei mir, ob das kleinste System überhaupt Sinn macht, wenn die Anzucht doch mehrere Wochen dauert. Die Frage habt Ihr mir auch beantwortet. – Eigentlich braucht man mehrere Ebenen. Dafür würde ich auch in meiner kleinen Wohnung Platz schaffen.
    Ich halte mich im noch einen Moment zurück und werde Euren „Remixed“ Test mit großem Interesse verfolgen. Herzliche Grüße!

    • Hallo Brigitte,

      das freut uns, wenn wir Dir mit unserem Test bei Deiner Entscheidung weiterhelfen konnten 🙂

      Viele Grüße
      Dein beetfreunde Team

  2. Vielen Dank für den sehr ausführlichen Test! Finanziell könnte ich mir vorstellen das sich das eher für Kräuter eignet, von denen man kontinuierlich erntet. Für euer remixed ein Vorschlag: wie wäre es mit Erdbeeren?

    • Hallo Lena,

      ja, das stimmt, wir haben auch eher an Kräuter gedacht. Erdbeeren sind aber eine super Idee, das müssen wir tatsächlich ausprobieren! 🙂

      Liebe Grüße
      Deine beetfreunde

  3. Hallo,
    das Thema interessiert mich brennend – ist denn noch ein weiterer Artikel zum Thema „IKEA VÄXER Hydrokultursystem – Remixed“ geplant?

    Viele Grüße
    Moe

  4. Hallo,

    ich überlege, ob man nicht normale kleine mit Erde gefüllte Anzuchttöpfchen verwenden könnte und nur das Gehäuse und das Licht von Ikea nehmen? So müsste man doch auch Chilis und Tomaten vorziehen können, oder?
    Habt Ihr nicht mal Lust, das zu testen? 😉
    Viele Grüße
    Astrid

    • Hallo Astrid,
      gute Idee 🙂 Man könnte dann halt tatsächlich nur das Häuschen und das Licht nehmen, da die IKEA Töpfchen ja auf das Hydrosystem abgestimmt sind und entsprechend immer im Wasser stehen würden. Prinzipiell als kleines beleuchtetes „Anzuchthäuschen“ lässt sich das Ganze sicher verwenden und dann müsste man entsprechend auch nur das Metallhäuschen und die Lichtkomponente kaufen.

      Liebe Grüße
      Dein beetfreunde Team

  5. Hallo, ich hab das System gestern in Altona bei Ikea gesehen und denke auch darüber nach, es bei mir zur Voranzucht und für Smoothie-Blattzeug einzusetzen. Das Metallgestell ist solide und man kann ja die Wannen ja auch mit normalen Anzuchttöpfen mit regulärem Substrat (Kompost und Kokos) füllen. Denn, bitte bedenkt:
    O-Ton IKEA.com:
    – „Woraus besteht VÄXER Flüssigdünger?“
    – „VÄXER Flüssigdünger besteht aus einer NPK-Lösung (Nitrogen, Phosphor und Kalium) mit Mikronährstoffen. Die Düngerverpackung weist alle Bestandteile anteilig aus.“
    Sprich: alles lecker Kunstdünger. Und den wollen wir doch eigentlich vermeiden, oder …:-)
    Viele Grüße!

    • Hallo Anette,

      ja, das stimmt – der Kunstdünger gefällt uns daran auch nicht so. Wir haben auch schon überlegt, das ganze mit normalem Substrat einmal zu versuchen – Du kannst ja berichten, wie es bei Dir funktioniert hat, würde uns auf jeden Fall interessieren 🙂

      Viele Grüße
      Deine beetfreunde

    • Servus @all,
      dies ist ein grundsätzliches Problem bei Hydrokulturen, dass hier kaum mit organischem Dünger gearbeitet werden kann. Zu schnell würde die Nährlösung kippen und eine stinkende Brühe daraus werden. Daher verwendet man bei derartigen Kulturen, die an eine DWC (Deep Water Culture) erinnert, auch mineralischen (also Kunst-)Dünger. Wer biologisch mit Wasser gärtnern möchte, hält sich zum Beispiel Fische in einem größeren Tank, die Ausscheidungen der Fische düngen dann die Pflanzen 😉
      Herzlichen Gruß

  6. Es ist -eine -Rettung für Wintergärtner. Und ich denke man muss es für sich selbst ausprobieren. Ein fan von „lecker Kunstdünger“ bin ich auch nicht.
    Aber nachdem ein gekaufter Basilikumpott (Erde) monatelang im Winter unter LED Beleuchtung weiterwuchs und immer noch nach Basilikum schmeckte – wer will mehr?
    Der Kick ist die LED Beleuchtung, während in den alten Zeiten Kräuter/Gemüse/ vorgezogene Pflanzen einfach vergeilten wegen zuviel Wärme und zuwenig Licht, hier ist erstmals eine Möglichkeit Licht zu machen (ohne Wärme oder monströse Stromkosten).
    Und dann ausprobieren – für sich, für die Chilis, für die Tomaten und die Kräuter.

  7. Was die Investitionskosten betrifft, hätte ich mir eine differenziertere Betrachtung gewünscht. Die Wannen und Anzuchtmaterialien sind nämlich spottbillig, lediglich Pflanzgestell und Beleuchtung schlagen mit höheren Kosten zu Buche. Allerdings sollte man sich auch mal anschauen, was solche Geräte bei der Konkurrenz kosten. Wenn man dann noch die Betriebskosten nach der Anschaffung bedenkt, kann von „nicht ganz billig“ keine Rede sein. Ich hatte in der Vergangenheit jedenfalls immer gezögert, mir ähnliche Systeme anzuschaffen oder selber zu bauen, bei den 85 Euronen für ein komplettes 15er-Set kribbelt es hingegen schon mächtig in den Fingern.

    • Hallo,

      danke für die Anmerkung – ja, das stimmt, das teure sind vor allem das Metall-Gewächshäuschen und die Beleuchtung. Die Beleuchtung macht allerdings auch einen Hauptaspekt des Sets aus.

      Aber Du hast absolut Recht, vergleichbare System der Konkurrenz sind deutlich teurer. Die Frage, ob sich die Investition lohnt hängt halt auch davon ab, wie ernsthaft man das mit dem Anziehen auch betreiben will 🙂

      Viele Grüße
      Deine beetfreunde

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