Tipps zum Saisonbeginn aus dem Klostergarten Fulda

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Regeln für das Setzen von Jungpflanzen

  • Nur bei feuchtem Boden arbeiten, nicht bei nassem.
  • Die Wurzelspitzen vor dem Setzen abkneifen; dann wird die Pflanze gezwungen viele kleine Seitenwurzeln bilden.
  • Zum Schutz vor Pilzkrankheiten die Wurzeln in Ackerschachtelhalmbrühe eintauchen.
  • Zugekaufte Jungpflanzen einige Stunden in Ackerschachtelhalmbrühe (1:10 verdünnt) stehen lassen. 
  • Ist Mischkultur vorgesehen, so müssen entsprechende Abstände eingehalten werden für eine evtl. Zwischenpflanzung.
  • Nach dem Einpflanzen gut angießen mit einem Gemisch aus Ackerschachtelhalmbrühe und Brennesseljauche (1:1). Diese Mischung unbedingt 1:20 verdünnen.
  • Kohlsetzlinge tief pflanzen, so daß der Blattansatz mit dem Boden abschließt.
  • Sellerie wird flach gepflanzt. Je mehr von der Kolle über der Erde wächst, umso glatter und größer wird sie.

Wanderkästen

Saatbeete im Freiland, dafür kommen z.B. Salat, Kohlarten und Mangold in Frage, können durch sogenannte  Wanderkästen vor Kälte geschützt werden. Diese Wanderkästen kann man in Gartencenern erwerben oder man stellt sie sich selbst her in der für den Garten angepassten Größe. Dazu wird einfach ein Gestell aus Holzrahmen zusammengenagelt und mit Folie überspannt.  Solche transportablen „Kleingewächshäuser“ können auch über ein Beetstück gestellt werden, auf dem Radieschen oder Möhren gesät sind. Zum Gießen muss allerdings jeweils der Kasten hochgehoben werden. 

Faulender Salat

Wenn Salatköpfe von innen her faulen,  muss die Erde mit Steinmehl und Kalk angereichert werden (ca. 100g Steinmehl und 80 g Kalk pro m²).  Das stärkt die Zellen, so dass evtl. Fäulniserreger  keine Chance haben. Salatpflanzen sollen vor der Pflanzung mindestens zwei Stunden in Ackerschachtelhalmbrühe gestellt werden. Dann werden sie  nach der Pflanzung und 1x wöchentlich ebenfalls mit Ackerschachtelhalmbrühe oder –jauche gegossen.  

Möhrensamen mit altem Saatgut oder Sand mischen

Möhren sollten nicht zu dicht stehen, damit die Rüben sich nicht gegenseitig im Wachstum stören. Das Aussäen in der richtigen Dichte, auch mit Aussaatdöschen, ist jedoch gar nicht so leicht. Und späteres Vereinzeln bzw. Ausdünnen stört das Wachstum auch bei den stehen gebliebenen Pflänzchen. Wenn man die Möhrensamen einfach mit etwa 1/5 altem, nicht mehr keimfähigen Samen oder einfach mit Sand mischt, kann man leichter im richtigen Abstand aussäen. 

Möhrenaussaat

Keimen die Möhrensamen schlecht, liegt es oft daran, dass die Pflanzen vertrocknen, bevor sie den Boden durchstoßen haben. In leichten Böden sät man deshalb etwas tiefer, damit die Feuchtigkeit um die keimenden Samen herum sich länger hält. 

Frühkartoffeln müssen im April in den Boden

In der ersten Aprilwoche müssen die Frühkartoffeln gelegt werden. Sie sind eine günstige Vorfrucht für die im Juli/August auszusäenden Wintersalaten und –gemüsen. In die Mischkultur lassen sich die Kartoffeln recht gut einbauen. Je nach Notwendigkeit legt man die Kartoffelreihen in 1,60 Meter Abstand an. In die Zwischenreihen pflanzt man Frühkohl in ca. 40 cm Abständen. 

Erfahrungsgemäß liebt die Kartoffel sandiges, lockeres Erdreich; sie gewinnt dadurch an Geschmack und Haltbarkeit. Überdies ist es gut, vor dem Kartoffellegen immer etwas Holzasche oder Steinmehl in die Furche zu streuen. Auch Farn-oder Comfreyblätter, getrocknet und zerrieben, kommen dem Kalibedürfnis der Kartoffel sehr entgegen, wenn sie gleichfalls in die Furche gestreut oder als Mulch zur Bodenbedeckung benutzt werden.

Kartoffeln vorkeimen

Ca 5 bis 6 Wochen vor dem Auslegen können Frühkartoffeln vorgetrieben werden. Man legt ausgesuchte Kartoffeln mit dem Auge nach oben in Kästen, deren Boden zwei bis drei Finger dick mit einem Komposterde-Sandgemisch bedeckt ist und stellt sie an einen 12 – 15°C warmen, hellen Ort.  Pflanzt man dann diese vorgetriebenen Knollen, kann man erheblich früher ernten.

Empfehlenswerte Nachbarpflanzen für Frühkartoffeln

Kamille, Gartenmelde, Spinat, Pfefferminze, Ringelblume und Meerrettich vertragen sich ausgezeichnet mit Frühkartoffeln. Sie fördern ihr Wachstum und haben gleichzeitig einen geschmacksverbessernden und gesundheitsfördernden Einfluss auf die Kartoffel. 

Tagetes neben Petersilie pflanzen

Es kommt immer wieder vor, dass Petersilie auf bestimmten Beeten nach einiger Zeit gelb wird. Die Ursachen dafür sind noch immer nicht ganz geklärt, doch durch Experimentieren fand Sr. Agatha heraus, dass dort, wo Tagetes dicht neben der Petersilie gepflanzt wurden, diese gesund und kräftig grün blieb. Auch an Stellen, an denen keine Petersilie mehr wuchs, z.B. an hausnahen Beeträndern, kann ein oder zweimal Tagetes gepflanzt werden. Danach ist der Boden wieder in Ordnung. 

Blattlauseier sind jetzt sichtbar

An der Basis von Rosentrieben oder in den Knospenschuppen können Sie im blattlosem Zustand winzige glänzende schwarze Kügelchen erkennen. Allerdings müssen Sie schon genau Hinschauen, denn sie sind kleiner als Stecknadelköpfe. Diese schwarzen Kügelchen sind die Wintereier der Blattläuse, aus denen bald die Stammutter für unzählige Generationen von Läusen ausschlüpft. Solche Eier entfernt man vorsichtig mit einer weichen Bürste. 

Eine alte Bauernweisheit, die Sr. Agatha gern beherzigte:  

„Mit Samen nicht sparen.

einen für den Raben und einen für die Krähe, 

einen der eingeht und einen der wächst, der ist zähe.“

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