Kürbis (Cucurbita) hat sich zu einem Trendgemüse entwickelt. An der steigenden Popularität hat Halloween sicherlich einen Anteil: Die ausgehöhlten und von Kerzenlicht erhellten Früchte sorgen an dunklen Oktoberabenden für gruselige Stimmung. Es gibt aber auch andere Gründe, das Herbstgemüse im Garten anzubauen. Kürbis ist pflegeleicht und lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Außerdem gibt es jede Menge Sorten – da ist für jeden etwas Passendes dabei!

Kürbis-Sorten

Kürbisse gehören – wie Zucchini, Gurke und Melone – zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und lassen sich leicht untereinander kreuzen. Daher gibt es heute eine große Auswahl an Formen, Größen und Farben. Doch Vorsicht: Nicht jeder Kürbis ist essbar! Es gibt auch eine Reihe an Zierkürbissen, die du nur zur Dekoration verwenden kannst.

KuerbisseGrundsätzlich unterscheidet man bei Speisekürbissen fünf Arten; drei davon sind hierzulande am weitesten verbreitet. Zu den bekanntesten gehören wohl Riesen-Kürbisse (Cucurbita maxima) wie der orangefarbene Hokkaido und der Gelbe Zentner mit seinen mehreren Kilogramm schweren Früchten. Zu den Moschus-Kürbissen (Cucurbita moschata) zählen Sorten wie Muscade de Provence mit flachrunden, dunkelgrünen, gerippten Früchten und die Sorte Butternut Waltham mit birnenförmigen, beigefarbenen Kürbissen. Bei den Gartenkürbissen (Cucurbita Pepo) ist die Sortenvielfalt besonders hoch – nicht zuletzt weil auch Zucchini zu dieser Art gehören. Darüber hinaus zählen dazu auch der cremefarbene, walzenförmige Spaghetti-Kürbis oder der Gleisdorfer Ölkürbis, dessen Kerne du zu Öl verarbeiten oder als Knabbersnack zubereiten kannst. Ein Hingucker im Beet ist der Kürbis Patisson: Seine cremefarbenen Früchte sind UFO-förmig.

Kürbis vorziehen und auspflanzen

Kürbis kannst du ab Mitte April vorziehen. Da die Pflanzen schnell wachsen und sich nicht gut pikieren lassen, solltest du sie gleich in einen kleinen Anzuchttopf säen – jeweils ein Samen pro Gefäß. Stelle den Anzuchttopf an einen warmen, hellen Ort. Je nach Sorte keimen die Samen bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Sobald die Keimblätter sichtbar sind, kannst du die Gefäße etwas kühler stellen.
Nach etwa vier Wochen haben sich die Jungpflanzen so weit entwickelt, dass du sie ab Mitte Mai auspflanzen kannst. Allerdings solltest du dafür die ideale Witterung abwarten: Kürbisgewächse vertragen keinen Forst. Setze die Pflanzen daher erst, wenn auch nachts die Temperaturen über null Grad Celsius betragen. Damit sie sich besser an das Sonnenlicht gewöhnen, kannst du die Jungpflanzen davor tagsüber für ein paar Stunden an einen geschützten Platz im Freien stellen. Viele Kürbisse ranken gern und werden sehr groß. Daher solltest du sie im Abstand von mindestens 1,50 Meter zueinander setzen.

Übrigens: Kürbis-Samen sind bis zu fünf Jahre lang keimfähig. Du musst also nicht jedes Jahr neues Saatgut kaufen.

Standort und Pflege

Kürbisse stammen ursprünglich aus warmen Gebieten und brauchen daher auch im Garten einen sonnigen, warmen Standort. Sorten mit langen Ranken und großen Blättern können mehrere Quadratmeter im Garten einnehmen. Plane also genügend Platz im Beet ein. Wie andere Kürbisgewächse gehören auch Kürbisse zu den Starkzehrern. Der Boden sollte daher nicht nur durchlässig, sondern auch nährstoffreich sein. Vor dem Auspflanzen im Mai kannst du die Erde mit Kompost und Dünger anreichern, aber auch im Laufe der Wachstumsphase freuen sich die Gewächse über eine Extraportion Dünger. Ein idealer Standort kann übrigens am Rand des Komposthaufen sein: Die großen Blätter eignen sich gut, um den Kompost zu beschatten.

KuerbisWie Zucchini und Gurke solltest du auch Kürbisse regelmäßig gießen. Die Früchte können sonst mehlig oder bitter schmecken. Ansonsten ist Kürbis ein pflegeleichtes Gemüse. Probleme können in den ersten Wochen nach dem Auspflanzen lediglich Schnecken sowie Falscher und Echter Mehltau bereiten, insbesondere wenn der Standort zu feucht oder zu schattig ist.

Ernte, Verwendung und Konservierung

Kürbisse kannst du ab August ernten. Ob eine Frucht reif ist, erkennst du am Stängel: Er verholzt und lässt sich kaum noch biegen. Schneide für die Ernte ruhig ein paar Zentimeter vom Stiel mit ab. Er verschließt die Frucht, so dass sie lange haltbar ist. Wenn du nicht auf die Früchte warten willst, kannst du auch Kürbisblüten ernten und essen. Sie lassen sich wie Zucchiniblüten füllen, frittieren oder roh genießen.
Je nach Sorte kannst du Kürbis als Gemüse im Backofen zubereiten, für Brot, Risotto, Eintopf, Suppe oder sogar für saftige Kuchen verwenden oder sogar roh in Salate raspeln. Grundsätzlich lassen sich die Früchte an einem kühlen Ort gut für eine längere Zeit lagern. Du kannst daraus aber auch Kompott, Chutneys und Marmelade herstellen oder sie süßsauer einlegen. Vorsicht: In seltenen Fällen können auch Speisekürbisse giftiges Cucurbitacin enthalten, das tödlich sein kann. Schmecken sie seifig oder bitter, solltest du sie lieber nicht essen!

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