Kompost anlegen

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Ein Kompost ist ein wichtiger Teil des Gartenlebens. Hier kannst du nicht nur Gartenabfälle entsorgen, sondern auch Humus für deine Pflanzen herstellen. Wir erklären dir, worauf es ankommt, wenn du einen Kompost anlegen willst.

Abgestorbene Pflanzenreste und Küchenabfälle sind nicht einfach nur Bio-Müll. Aus ihnen lässt sich mit Hilfe von Regenwürmern, Asseln, Pilzen und Bakterien wieder neue Pflanzenerde herstellen. Diese enthält wichtige Nährstoffe und hilft, das Bodenleben anzuregen. Das Beste: Du sparst dabei Geld, denn du musst weniger Dünger kaufen!

Der ideale Ort, um diesen wertvollen Humus herzustellen, ist ein Kompost. Je nach Größe kann es sechs bis zwölf Monate dauern, bis das Pflanzenmaterial zersetzt ist. Damit das problemlos klappt, gilt es einige Dinge zu beachten.

Wie baue ich einen Kompost?

Du hast verschiedene Möglichkeiten, einen Kompost in deinem Garten anzulegen. Am einfachsten ist es sicherlich, das Material in einer Kompostmiete aufeinander zu schichten. Diese kann an allen Seiten offen sein. Du kannst sie aber auch mit Drahtgestellen, Paletten oder Holzlatten seitlich begrenzen.

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Ein Holzkompost lässt sich in wenigen Minuten zusammenstecken.

Im Handel gibt es zudem geschlossene Systeme und Schnellkomposter in verschiedenen Größen: Silos, geschlossene Kisten oder Tonnen aus Kunststoff, Holz oder Metall. Sie sind eine Alternative, wenn du nur wenig Platz im Garten hast und Wert auf ein ordentliches Erscheinungsbild legst.

Wann ist die beste Zeit, um einen Kompost anzulegen?

Einen Kompost kannst du von Frühjahr bis Herbst anlegen. Ideal ist sicherlich der Herbst: In dieser Jahreszeit fällt jede Menge Material an, das du für den Aufbau verwenden kannst. Im Winter ruht jedoch der Garten – und somit auch der Verrottungsprozess im Kompost.

Welcher Standort ist für den Kompost ideal?

Wähle den Standort für deinen Kompost mit Bedacht! Denn einmal angelegt, sollte er auch an diesem Platz bleiben. Grundsätzlich gilt ein geschützter Ort im Halbschatten als ideal: In der prallen Sonne und bei zu viel Wind trocknet der Kompost schnell aus. Im Vollschatten hingegen kann es zu kühl und zu nass sein.

Plane genügend Fläche ein. Ein klassischer Kompost ist in der Regel 1,50 Meter breit. Die Länge kann variieren. Darüber hinaus benötigst du Platz, um zum Beispiel mit einer Schubkarre rangieren zu können. Schließlich willst du den Humus einfach ins Beet bringen oder bei Bedarf schnell umschichten können.

Der Untergrund sollte übrigens offen bleiben, damit die Bodenorganismen freien Zugang haben. Setze den Kompost daher nicht auf Steinplatten oder Zement.

Wie lege ich einen Kompost an?

Ein Kompost ist keine wilde Bio-Müll-Deponie, sondern muss richtig geschichtet werden. Wichtig: Mische immer trockenes und feuchtes, weiches und hartes Material. Ansonsten kann es sein, dass sich die Abfälle und Pflanzenreste nicht richtig zersetzen und im schlimmsten Fall sogar faulen.

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Auch das Laub von Obstbäumen darf mit auf den Kompost

Der Aufbau eines Komposthaufens ähnelt dem eines Hügelbeetes. Auch hier sollte er an den Seiten abfallen wie bei einem Zelt.

Schritt 1: Die unterste Schicht besteht aus 20 Zentimetern grobem Material. Pflanzenstängel sowie Äste und Zweige von Sträuchern und Bäumen bilden eine Drainage, damit Wasser abfließen und Luft zirkulieren kann.

Schritt 2: Schichte darauf etwa 30 Zentimeter dick einen Mix aus Küchenabfällen, Pflanzenresten und andere Materialien, die in den Kompost gehören. Unser Tipp: Zerkleinere, zerschneide oder häcksle das Material. Je kleiner es ist, umso schneller verrottet es.

Schritt 3: Verteile ein dünne Schicht aus organischem Dünger wie Hornmehl auf den Abfällen.

Schritt 4: Optional: Streue eine dünne Schicht Algenkalk aus.

Schritt 5: Impfe den Kompost mit einer Schicht Erde oder Kompost aus dem Vorjahr. Alternativ kannst du auch einen Kompoststarter verwenden. So ziehen die ersten Organismen in den neuen Haufen ein, die dann das Material zersetzen.

Wiederhole Schritt 2 bis 5, bis der Komposthaufen etwa ein bis 1,50 Meter hoch ist bzw. komplett gefüllt ist.

Schritt 6: Decke den Kompost mit einer geschlossenen Schicht aus Gras, Laub, Stroh oder Sackleinen ab.

Was darf auf den Kompost – und was nicht?

Grundsätzlich kannst du alle gesunden, organischen Abfälle aus Haus und Garten kompostieren. Dazu gehören zum Beispiel Obst- und Gemüsereste, Rasenschnitt, zerkleinerte Äste und Zweige, Laub, verwelkte Blumen, Eierschalen, Kaffeesatz und alte Erde aus Kübeln.

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Die groben Gartenabfälle sollte noch zerkleinert werden, damit sie schnell und gleichmäßig verrotten.

Nicht geeignet sind gekochte und gesalzene Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, schnellwurzelnde Pflanzenteile von Giersch und Brombeeren sowie Pflanzen, die von überdauernden Krankheiten wie Kohlhernie und Braunfäule befallen sind. Auch bei Unkraut ist Vorsicht angesagt: Tragen die Pflanzen Samen, die nicht im Verrottungsprozess absterben, verbreiten sie sich weiter.

Wie pflege ich den Kompost?

Hast du den Kompost richtig aufgeschichtet und einen guten Standort ausgewählt, musst du in den kommenden Monaten eigentlich nur noch abwarten.

Es ist aber sinnvoll, immer mal nachzuprüfen, ob der Verrottungsprozess auch korrekt abläuft. Luft und Feuchtigkeit sind dabei die wichtigsten Faktoren: Ohne Sauerstoff können die Mikroorganismen nicht leben. Ist es ihnen zu trocken, ziehen sie sich zurück. Daher kann es sein, dass du deinen Kompost in heißen Sommern auch mal gießen musst. Ist der Kompost jedoch zu nass, kann er faulen. Dann gilt es, den Kompost schnell umzusetzen. Auch bei größeren Haufen kann es ratsam sein, ihn umzuschichten.

Wann kann ich den Kompost verwenden?

Je nach Größe und Komposter dauert es sechs bis zwölf Monate, bis der Kompost reif ist. Im Herbst kannst den groben, halbverrotteten Kompost auf den Beeten verteilen. Er ist nicht nur voller Nährstoffe, sondern auch voller Lebewesen, die den Boden verbessern.

Ist der Kompost ausgereift, riecht er nach frischer Erde. Den Humus kannst du in die Beete einarbeiten. Allzu lange solltest du damit jedoch nicht warten. Denn je länger der Feinkompost liegt, desto mehr nehmen die Nährstoffe und damit auch die Fruchtbarkeit ab.

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