Kochen, dekorieren und heilen mit Gänseblümchen

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Im Garten, draußen im Stadtpark oder drüben am Feldweg: Wo die Wiesen niedrig sind, ist das Gänseblümchen nicht weit. Die fröhliche Wildblume ist überall in Mitteleuropa verbreitet und findet selbst im gepflegtesten Rasen ihren Lieblingsplatz. Dabei ist das Gänseblümchen weit mehr als hübsches „Beikraut“. Die schmackhafte Pflanze ist ein fester Bestandteil der Wildkräuterküche – und als essbare Blüte ein echter Deko-Star. Wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung wurde sie zudem im Jahr 2017 zur „Heilpflanze des Jahres“ gewählt.

Bellis perennis: die beständige Schöne

Mag sein, dass es an der weiß-gelben Blütenfarbe liegt: Woher das Gänseblümchen wirklich seinen Namen hat, ist nicht bekannt. Aussagekräftiger ist da schon der botanischer Name: „Bellis perennis“ bedeutet „die beständige Schöne“. Und beständig ist das robuste Pflänzchen aus der Familie der Korbblütler allemal. Immerhin blüht es von März bis November – und blinzelt uns manchmal sogar noch mitten im Winter einen strahlenden Gute-Laune-Gruß zu. Im Übrigen ist das Gänseblümchen recht anspruchslos und fühlt sich überall dort wohl, wo es nicht von höherwachsenden Gräsern und Blumen bedrängt wird.

Prächtige Kultursorten

Beliebt bei Hobbygärtnern sind die ein- oder zweijährigen Kultursorten des Gänseblümchens. Sie sind um einiges größer als ihre wilden Verwandten. Mit üppig gefüllten Blüten und leuchtenden Farben von weiß über rosa bis rot erfreuen sie das Gärtnerherz das ganze Frühjahr hindurch.

Achtung Frost: Während das wilde Gänseblümchen gegen Kälte gewappnet ist, sind die Zuchtsorten oft nicht winterhart. Wer sie seine „Bellis“ schon im zeitigen Frühjahr nach draußen setzt, sollte sie in frostigen Nächten abdecken.

Fröhlich-frische Blütenküche

Wer hätt’s gedacht? Am Gänseblümchen ist alles essbar: Blüte, Stiel und Blätter. Mit seinem dezent-nussigen Geschmack kannst du es auf vielfältige Weise in der Küche verwenden – sei es für bunte Salate, in frischen Quarks oder Wildkräutersuppen, ob süß als Sirup oder sauer eingelegt als Kapern-Ersatz.

Gerade weil die Blüten so schön klein sind, eignen sie sich als perfekte Dekoration für alle möglichen süßen und deftigen Gerichte. Drapiere einfach einige Blüten auf dem Dessert oder lasse sie in einem Krug selbstgemachter Limo schwimmen. Hier sind einige unserer Rezept-Favoriten:

Neunkräutersuppe

Eine traditionelle Speise für die Fastenzeit, auch Gründonnerstagssuppe genannt. Grundlage bilden verschiedene Wildkräuter, die kurz vor Ostern  zu sprießen beginnen. Schau einfach selbst, was Dir beim Frühlingsspaziergang alles an frischem Grün begegnet. Klassische Zutaten sind etwa Taub- und Brennnessel, Bärlauch, Echter Nelkenwurz, Giersch, Gundelrebe, Löwenzahn, Schafgarbe, Spitzwegerich und Vogelmiere – und Gänseblümchen.

Außerdem benötigst du:

1,5 l                Gemüsebrühe
2                     Zwiebeln
2                     EL Mehl
3                     Kartoffeln
150 ml            Schlagsahne
Pfeffer und Salz

Dünste die feingewürfelten Zwiebel in etwas Butter an. Bereite mit dem Mehl eine Schwitze. Gieße die Brühe langsam und unter Rühren hinzu, gebe die kleingewürfelten Kartoffeln hinein und lasse das Ganze einige Minuten köcheln. Hacke die Kräuter so fein wie möglich und füge sie hinzu. Nun die geschlagene Sahne einrühren, mit Salz und Pfeffer und einigen Gänseblümchen dekorieren. Eine frische, entschlackende Frühlingssuppe.

Pimp‘ deinen Salat

Verpasse deinem Salat eine bunte Deko aus essbaren Blüten und mache ihn so zum  Helden der Tafel. Weil das Gänseblümchen fast das ganze Jahr hindurch blüht, kannst du es je nach Jahreszeit mit den Blüten von Löwenzahn, Korn- oder Ringelblumen, Primeln oder Kapuzinerkresse kombinieren.

Tipp: Verwende auch die Gänseblümchen-Blätter für den Salat. Ihr nussiges Aroma sorgt für eine interessante Note.

Unterwegs-Quark für Kinder

Kindern die Freude an gesundem Essen zu vermitteln, ist manchmal gar nicht so einfach. Da kann ein lustiges Blütengesicht auf dem Vollkorn-Käsebrot schon kleine Wunder wirken.

Oder mach mit deinen Kindern ein besonderes Kräuter-Picknick: Packe hierfür eine Portion Quark in den Rucksack, den du bereits zu Hause mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt hast. Draußen lässt du die Kinder Gänseblümchen und andere Blüten pflücken. Wer sich traut, kann auch einige junge Brennnesselblätter zupfen und die Brennhaare mit dem Unterarm plattwalzen. All dies wird in den Quark gemischt und mit knusprigem Brot genossen. Ein kleines Abenteuer zum Anbeißen!

Coole Sommer-Idee: Gänseblümchen-Eiswürfel machen jedes sommerliche Getränk zum Hingucker.

Gänseblümchen-„Kapern“

Sauer eingelegte Blütenknospen sind mehr als ein kulinarischer Gag, sondern schmecken echt lecker.

Du brauchst:

2 Handvoll     geschlossene Gänseblümchen-Knospen
200 ml            milden Wein- oder Obstessig
½ TL              Salz
1 EL               Olivenöl

Pflücke am besten nur geschlossene, noch nicht aufgeblühte Blütenköpfe. Wasche die Knospen und tupfe sie anschließend gut trocken. Den Essig aufkochen lassen, die Knospen, Salz und Öl hinzugeben und nochmals etwa zwei Minuten lang kochen lassen. Das Kapern-Essig-Gemisch in sterile Gläser abfüllen.

Kleine Blume – in Sachen Gesundheit ganz groß

Sie ist klein, aber oho: Unser sympathisches Wiesenblümchen verfügt über eine ganze Reihe an gesundheitsfördernden Eigenschaften. Es ist reich an Vitaminen A und C, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen und enthält wertvolle Saponine,  antioxidativ wirkende Flavonoide, entzündungshemmende Gerbstoffe und verdauungsförderndes Inulin.

In der Naturheilkunde wird die Pflanze traditionell bei Husten und Erkältungsbeschwerden eingesetzt, aber auch wegen ihrer positiven Wirkung bei Hautproblemen wie Akne, Neurodermitis, kleinen Wunden und Verletzungen geschätzt. Stoffwechsel und Verdauung werden angeregt.

Für schöne und gesunde Haut

So kannst du dir selbst Gänseblümchen-Tinkturen auf alkoholischer Basis, mit Essig oder als Natronlauge herstellen, um gegen Hautunreinheiten und Pickel vorzugehen. Salben mit Gänseblümchen machen die Haut geschmeidig – und sollen sogar gegen Pigment- und Altersflecken helfen.

Geht immer: Gänseblümchen-Tee

Ehrlich gesagt hat so ein Gänseblümchentee keinen besonders intensiven Geschmack. Doch es ist ja die schließlich die Wirkung, die zählt: Bei Halsweh und Husten entfalten die Inhaltsstoffe nämlich ihre lindernde Kraft. Und in selbstgemachten Teemischungen machen sich Gänseblümchen auch optisch hervorragend.

Sammlertipp: Suche dir fürs Sammeln am besten einen schönen, hellen Tag aus. Die heliotropen  Pflanzen wenden ihr Köpfchen stets der Sonne zu. Bei Regen, aber auch abends, wenn es dunkel wird, schließen Gänseblümchen ihre Blüten.

Trocknet Kindertränen: Pflaster to go

Mit ihren freundlichen Blütengesichtern sind Gänseblümchen echte Kinderlieblinge, und werden mit Hingabe zu Armbändern und Ringen geflochten. Was weniger bekannt ist: Als „Wiesenpflaster“ helfen Gänseblümchen unseren Kleinen blitzschnell bei kleineren Verletzungen und Insektenstichen. Drücke das Blütenköpfchen oder den Saft der Blätter einfach auf der betroffenen Stelle aus, und schon geht’s besser!

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