Tulpenzwiebeln pflanzen – so geht’s 

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Tulpenzwiebeln

Wenn das Gartenjahr im Herbst dem Ende zugeht, ist das noch lange kein Grund, wehmütig zu werden. Denn eine schöne Sache gibt es auf jeden Fall noch zu tun: Tulpenzwiebeln pflanzen. Und sich jetzt schon aufs nächste Frühjahr freuen, wenn der Garten mit einem knallbunten Blütengruß erwacht. 

Tulpensorten: welche ist die Richtige für dich?

Tulpen sind mehrjährig und blühen je nach Sorte zwischen März und Mai. Es gibt sie praktisch in allen Farben des Regenbogens, sie sind gestreift, geflammt, gefüllt, gefranst, winzig oder langstielig. Weltweit umfasst die Gattung Tulipa 150 Arten und eine schier unüberschaubare Vielfalt an Varianten. Um Übersicht in den kunterbunten Wildwuchs zu bringen, haben Botaniker ein Klassifizierungssystem entwickelt, das Züchtungen in 15 Klassen einteilt. Klingt komplex, aber es lohnt, sich da einmal durchzuwühlen und herauszufinden, welche Sorte am besten zu dir passt.

Tulpenzwiebeln pflanzen

  • Wenn du deine Tulpen in die Vase stellen möchtest, setze auf Sorten mit einem kräftigen Stiel, wie die klassischen Triumph-Tulpen, Darwin-Hybrid-Tulpen oder die spät blühenden Cottage-Tulpen (z.B. die schwarze „Königin der Nacht“). 
  • Magst du es gerne extravagant? Dann sind die eleganten Crispa-Tulpen mit ihren gefransten Blütenblättern bestimmt das Richtige für dich. Ein bunter Vogel ist die Papageientulpe, die mit ihrem wuscheligen Kopf eine Prise Witz in den Garten streut.
  • Die „Lilienblütigen“ wollen mit ihren spitz zulaufenden Blättern dagegen so gar nicht recht wie Tulpen aussehen. Ebenso die paeonienblütigen Tulpen, die den Pfingstrosen ähneln.
  • Die Niederländer standen im 17. Jahrhundert wegen der opulent gefärbten Rembrandt-Tulpen Kopf. Deren flammenartige Muster auf den Blüten erinnern an die schweren Ölgemälde des niederländischen Künstlers.
  • Einen natürlichen Charme versprühen hingegen Wildtulpen mit ihren sternförmigen Blüten. Weil sie kleiner sind als ihre Artgenossen, kannst du sie prima im Steingarten oder im Topf pflanzen.

Bei der riesigen Auswahl gerät man leicht ins Schwärmen – und ins Schwimmen. Generell gilt: je stärker eine Sorte durch Züchtung verändert worden ist, desto empfindlicher ist sie. Manchmal hast du von den einfachen Sorten am Ende mehr. 

Wann pflanzen? Der richtige Zeitpunkt

September, Oktober und November sind die besten Pflanzmonate. Selbst im Dezember kannst du die Zwiebeln noch in die Erde bringen – vorausgesetzt, es herrscht kein Frost und es ist in den nächsten ein bis zwei Wochen auch keiner zu erwarten. Wenn du schon im September loslegen möchtest, achte auf eine kühle Witterung mit Temperaturen möglichst unter 10 Grad. Ansonsten kann es dir passieren, dass die Pflänzchen noch im Herbst austreiben wollen. 

TulpenAlternativ kannst du Tulpen im Frühjahr pflanzen. Dafür musst du sie zu Hause allerdings vorziehen: Befülle ein Pflanzgefäß mit einem Mix aus Erde und Sand, setze die Zwiebeln darauf – nicht eingraben! – und gieße sie leicht an. Einfacher hast du es, wenn du bereits vorgezogene Tulpen kaufst und Anfang Mai einpflanzt. 

Der richtige Standort 

Brütende Hitze, Trockenheit und klirrende Kälte – all das kann Tulpen nichts anhaben, solange sie sicher in ihrer Zwiebel stecken. Wie alle Zwiebelpflanzen sind sie genügsam, was den Standort angeht. Am liebsten mögen sie es jedoch sonnig und warm. 

Wohl fühlen sich Tulpen unter Laubbäumen, die im Frühling noch viel Sonne durchlassen. Wo du deine Tulpen im Garten platzierst, ist nicht zuletzt eine Frage des Geschmacks: bonbonfarbige Blumeninseln, dezentes Farbenspiel im Steingarten oder frühlingshafte Sprenkel zwischen Stauden – sei kreativ! 

Tipp: Tulpen kommen am besten zur Geltung, wenn sie zusammen mit einer Menge Freunde blühen dürfen. Pflanze sie in Grüppchen von mindestens einem Dutzend.  

Vom Pflanzen und Pflegen

TulpenLockere feste Böden gut auf und setze, wenn nötig, eine Drainageschicht aus Sand ins Pflanzloch. Generell schadet es nicht, gleich ein wenig Dünger oder Hornspäne mit hineinzugeben.
Pflanze die Zwiebel zweimal so tief in die Erde wie die Zwiebel groß ist und achte darauf, dass die Spitze nach oben zeigt. Aber keine Panik: Sollte doch mal eine Kopfstand machen, findet auch sie ihren Weg nach oben. Sobald das erste Grün aus der Erde spitzt, kannst du die Pflänzchen mit etwas Dünger stärken. Gieße während der Wachstums- und Blütezeit mit Maß. 

Ist das frühlingshafte Schauspiel vorbei, schneidest du die welkenden Blüten ab. Der grüne Stängel bleibt jedoch stehen. Auch das Laub solltest du erst entfernen, wenn es gelb ist. Bis Juni haben sich die Tulpen meist wieder in ihre Zwiebeln zurückgezogen und warten auf den nächsten Frühling. Manche Tulpenfreunde gehen noch weiter: Sie graben ihre Zwiebeln nach der Vegetationszeit aus und lassen sie an einem dunklen, trockenen Standort „übersommern“.

Tulpen im Topf pflanzen

Auch im Balkonkasten oder im Blumentopf lassen sich Tulpen wunderbar kultivieren. Besonders geeignet sind Wildtulpen oder einige frühe gefüllte Tulpen. Unser Beetfreunde-Tipp: Pflanze die Zwiebeln in mehreren Schichten übereinander. Dann fällt die Blütenpracht umso üppiger aus. 

Achtung vor Nässe und Nagern!

Der größte Feind der Tulpen ist zu viel Feuchtigkeit. Sie lässt die Zwiebeln faulen. Vermeide daher stets Staunässe und gieße nicht zu viel. Und noch eine Gefahr lauert im Garten: Für Wühlmäuse sind Tulpenzwiebeln eine Leibspeise. Mit einem Korb aus feinem Maschendrahtgeflecht schützt du sie vor den tierischen Mundräubern.

Zum Schluss noch etwas Tulpengeschichte…

Tulpenzwiebel…denn die ist ausgesprochen unterhaltsam. Wusstest du, dass Tulpen zum ersten Finanzcrash der Geschichte führten? Nachdem die Blumen über Persien und Konstantinopel nach Europa gekommen waren, lösten sie in den Niederlanden eine regelrechte Tulpenmanie aus. Reiche Bürger begannen mit Tulpenzwiebeln zu spekulieren. Die Preise schraubten sich in horrende Höhen und mancher gab all sein Hab und Gut für eine einzige Zwiebel aus – bis die Tulpenblase 1637 platzte und etliche Menschen ruinierte. Tulpen lieben die Niederländer heute trotzdem noch. Wir finden: zurecht. 

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