Rittersporn 

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Im sommerlichen Garten darf das Blau des Rittersporns nicht fehlen. In jedem Bauerngarten verkündeten die stattlichen hohen Stauden, dass der Sommer nun Einzug gehalten hat. Das angenehme Blau harmonisiert mit fast allen anderen Farben der Natur und neutralisiert auch farbliche Gegensätze im Blumenbeet. Kein Wunder, dass gerade der blaue Rittersporn so beliebt ist und immer wieder neue Sorten  in den Katalogen auftauchen.

Sein botanischer Name „Delphinium“ weist auf die Ähnlichkeit der Knospe mit einem Delphin hin. Der deutsche Name „Rittersporn“ bezieht sich auf die gespornten Blüten und klingt etwas kriegerisch, was zu dem harmonisierenden Blau eigentlich gar nicht recht passt. Die Gattung umfasst etwa 420 Arten, unter denen sowohl einjährige als auch Stauden zu finden sind.

Pflanzensteckbrief

Deutscher Name: Rittersporn

Botanischer Name: Delphinium spec.

Botanische Familie: Hahnenfußgewächse, Ranunculaceae

Verwandte Arten: Eisenhut Aconitum 

Kurzbeschreibung Rittersporn

Rittersporne sind krautige Pflanzen. Die Laubblätter sind dreiteilig, finger- oder handförmig gelappt bis stark geschlitzt. Einige Arten haben einen knolligen Wurzelstock.  Die Gattung umfasst etwa 420 Arten, unter denen sowohl einjährige als auch Stauden zu finden sind. Die Wuchshöhe variiert von 30-60 cm bei den einjährigen Feldritterspornen bis zu 120 cm bei den Gartenritterspornen

Blütenstand und Blüte: Die blauen, weißen oder rosaroten Blüten stehen in Traubigen Blüteständen zusammen, oft eng beieinander. Die Blüten sind gespornt, bzw. von den 5 äußeren Blütenhüllblättern ist eines gespornt und umfasst die anderen kelchartig. Es sind meist viele Staubblätter vorhanden und ein Griffel mit deutlich dreigeteilter Narbe. Lässt man die verwelkten Blüten ausreifen, werden schmale Balgfrüchte gebildet. 

Blütezeit: Juni; nach Rückschnitt der Blüte noch einmal im Spätsommer

Standort: Volle Sonne oder Halbschatten.

Boden: Nährstoffreicher, tiefgründiger, kalkhaltiger Boden. 

Rittersporn-Sorten

Das Sortenangebot der Rittersporne ist sehr  umfangreich und für den Laien fast unübersichtlich. Um für den eigenen Garten leichter eine Auswahl treffen zu können, sind die Sorten im Folgenden nach Typengruppen geordnet und nur jeweils eine Auswahl guter Sorten angegeben. 

Einjährige Arten (Delphinium ajacis)

Diese Art stammt aus dem Orient und Südeuropa. Die Wildform tritt bei uns gelegentlich als Ackerunkraut auf. Doch bereits seit dem Mittelhalter sind diese langspornigen  Blumen in Kultur. Besonders schön ist der Hyazinthen-Rittersporn, der nur einen, dafür aber sehr dichtbesetzten Trieb bildet. Mittlerweile gibt es außer den blauen und violetten Sorten auch weiße und rosa Kulturformen. Diese Rittersporne werden  50 bis 100 cm hoch und werden gern als Schnittblumen genutzt. 

Feld- oder Ackerrittersporn (Delphinium consolida)

Diese tiefblaue Form verzweigt sich und wird auf dem Feld 30 – 60 cm hoch. Kultursorten bringen erheblich größere Blumen und zahlreiche Seitenrispen, die dicht mit Blüten besetzt sind. Auch hiervon gibt es neben blauen auch weiße, rosa, karminrote und tief violette Sorten. In Katalogen wird D. consolidum als Sommerrittersporn geführt. Angeboten wird: „Sommerrittersporn Pinker Mix“ oder einfach „Sommerrittersporn“. Wie D. ajacis wird auch diese Art gern als Schnittblumen genutzt. D. consolida ist giftiger als die anderen Ritterspornarten und wird daher auch arzneilich genutzt. 

Mehrjährige Garten-Rittersporne (Delphinium cultorum syn. Delphinium Elatum-Hybriden)

Unter diesem Begriff fasst man die eigentlichen, allgemein bekannten, hohe Rittersporne der Gärten zusammen. Dieser Typ trat bereits im 17. Jahrhundert recht formenreich auf. Eine wichtige Stammform, aus der viele Sorten entstanden, ist der hohe Rittersporn der Alpen Delphinium elatum.

Die eigentliche Züchtung setzte Mitte des 19. Jahrhunderts ein, zuerst in Frankreich, wenig später in England. Die zahlreichen englischen Sorten wie „Lady Eleanor“ oder „Lady Belinda“, sind in England heute noch sehr beliebt. Bei uns haben sich die englischen Spitzensorten nicht durchgesetzt.  Sie stammen aus einem Land mit Seeklima, eignen sich für unsere Gebiete weniger und bekommen leicht Mehltau. Unsere Rittersporne hat Karl Foerster in zäher Arbeit herangezüchtet. Sie sind robust, windfest, weitgehend mehltauresistent und haben eine lange Blütezeit. 

Nur einige Sorten dieser Gruppe seien hier angeführt: „Berghimmel“, in klarem Himmelblau mit weißem Auge, 170 cm hoch, immer noch eine der wertvollsten Sorten,„Gletscherwasser“, hellblau mit weißem Auge, 170 cm hoch, „Dein blaues Wunder“ leuchtend blau mit weißem Auge.  150 cm hoch, „Fernzünder“, hellenzianblau, 170 cm hoch, „Tempelgong“, dunkelblau mit purpur, Auge schwarz, 170 cm hoch, „Azurzwerg“, azurblau, Auge weiß, 100 cm hoch, „Sternennacht“, tiefenzianblau mit weißem Auge, 150 cm hoch.

Delphinium belladonna

Die „Belladonna“- Hybriden der Kataloge traten zuerst um das Jahr 1890 auf.  Im Jahre 1900 wuchs bei einem holländischen Gärtner ein Exemplar mit 5 Trieben, von denen drei hellblau waren und 2 weiß. Durch Teilung erhielt man die beiden Sorten:

„Capri“ mit himmelblauen Blüten, 140 cm hoch  und 

„Moerheimii“ mit weißen Blüten, 130 cm hoch. Im Laufe der Zeit schlagen allerdings die weißen Blüten in hellblaue um. Je optimaler die Bedingungen und die Pflege, umso länger bleiben die Blüten weiß.

Weitere Sorten dieses Typs sind: „Kleine Nachtmusik“ mit leuchtend tiefblauen Blüten, 180 cm hoch, „Völkerfrieden“ mit ultramarinblauen Blüten, 100 cm. „Sternenhimmel“, dunkelblau mit weißem Auge, 120 cm

Die Belladonna-Stauden  haben z.T. gut gefüllte Blüten und leuchten weithin, allerdings sind sie nicht so robust wie die eigentlichen Gartenrittersporne. Die hohen Sorten brauchen Stützen.

Delphinium Pacific Hybriden

Diese Stauden stammen aus Kalifornien. Sie werden 160 – 180 cm hoch und blühen  in den Farben weiß, blau, violett und violettrosa. 

„Black Knight”, dunkelviolett, “Galahad”, weiß.

Die Pacific-Hybriden sind für mitteleuropäische Bedingungen weniger geeignet. Sie sind recht kurzlebig und sterben oft schon nach 2-3 Jahren ab. Die Blütenschäfte  brauchen unbedingt eine Stütze.

Delphinium – grandiflorum, Zwergrittersporne

Zwergrittersporne haben meist leuchtendblaue Blumen und sind für Terrasse –Kübelpflanzungen, und Steingärten geeignet.

„Summer nights“, mitternachtsblau, 30 cm hoch, verträgt auch große Hitze, „Blauer Zwerg“, enzianblau, 40-60 cm hoch, für Terrasse und Steingarten.

Rittersporn im Garten

Pflege und Düngung

Alle hohen Staudenrittersporne brauchen einen kräftigen, gut mit Kompost versorgten Boden, bei Trockenheit Bewässerung und bei zu saurem Boden etwas Kalk. Für neugepflanzte Stauden muss der Boden zunächst gut gelockert unkrautfrei gehalten werden. Gerade im ersten Standjahr dürfen die Pflanzen nicht von anderen Gewächsen bedrängt werden. Bei guter Pflege können die Exemplare der Cultorum-Gruppe bis zu 7 Jahren am gleichen Sttndort aushalten.

Will man einen zweiten Flor erreichen, schneidet man die Triebe nach der Blüte auf 15 cm herunter, aber auf zwei Etappen, damit die Stöcke nicht zu sehr „bluten“. In Samen soll man ihn nur gehen lassen, wenn man ihn braucht. Seine Ausbildung kostet die zweite Blüte. 

Vermehrung des Rittersporn

Vermehrung durch Samen

Bei den meisten Arten ist eine Vermehrung durch Samen möglich. Allerdings sollten Sie die Samen einige Tage vorher in den Kühlschrank (Gefrierfach) legen, dann in Aussaatgefäße säen und darauf achten, dass die Samen gut bedeckt sind. Rittersporn ist sowohl Frost- als auch Dunkelkeimer. 

Vermehrung durch Stecklinge

Auch Stecklingsvermehrung geht, ist aber ebenfalls nicht ganz einfach. Im zeitigen Frühjahr lassen sich Stecklinge von den eben austreibenden Stöcken schneiden, bei denen jeweils eine dünne Scheibe des Wurzelstockes mit abgeschnitten werden muss. Diese Stecklinge steckt man in 6-cm Töpfchen, stellt sie frostfrei auf und hält sie ständig feucht. Nach 4-6 Wochen sollten sie bewurzelt sein und können ins Beet gepflanzt werden. Diese Art der Vermehrung eignet sich sowohl für die Cultorum als auch für die Belledonna Delphinium. Die Pazific-Hybriden lassen sich nur durch Samen vermehren.

Standorte im Garten

Man kann den Rittersporn mit vielen Stauden zusammenstellen, er verträgt sich mit fast allen anderen Blumen. Besonders schön entfaltet der Rittersporn seine Pracht zwischen Pfingstrosen, weißen Sommermargariten, gelben Taglilien und rotem Türkenmohn. Eine besonders beliebte Kombination ist die Zusammenstellung von gelber Strauchrose, Madonnenlilie und blauem Rittersporn.

Nur als Solitärpflanzen eignen sich die imposanten Blütenstauden weniger. Die Triebe vergilben nach dem ersten Flor und sehen dann unschön aus. Schneidet man zurück, entsteht eine leere Stelle, mindestens vorübergehend. Deshalb stehen sie besser zwischen anderen Gewächsen, die diese Mängel verbergen.

Die einjährigen Arten ajacis und consolida lassen sich gut in Sommerblumenbeete oder Rabatten einstreuen und bilden dort weithin leuchtende Farbflecke, andere eignen sich hervorragend zum Schnitt oder geben wirkungsvolle Einfassungen ab.

Die Zwergrittersporne gehören, wie bereits beschrieben auf niedrige Beete, in Steingärten und in Kübelpflanzungen auf der Terrasse. 

Bienen und Hummelpflanze

Besucht werden die Blüten vor allem von Hummeln und mancherlei Wildbienen, die mit ihren langen Rüsseln bis zum Honig im Sporn gelangen. Nicht selten betrügen sie aber ihren Wirt um die Bestäubung und beißen den Sporn einfach auf, dort wo der Honig sitzt.

Der Hummeln zuliebe sollte man allerdings immer ungefüllte Sorten bevorzugen, gefüllte sind für die Insekten wertlos, zumal es ein reichhaltiges Angebot ungefüllter Formen gibt, die z.T. noch länger und schöner blühen. 

Rittersporn als Arzneipflanze

Rittersporne gehören zur Pflanzenfamilie der Hahnenfußgewächse und sind wie die meisten Vertreter dieser Gruppe giftig, hier vor allem die Balgfrüchte. Die Anthoczian-Glycoside  einiger Ritterspornarten hatten früher durchaus arzneiliche Bedeutung. So schreibt der Wormser Botaniker Tabernnaemontanus: „Alle rechtgeschaffene Wundärzte  brauchten Rittersporn zu ihren Wundtränken. Der Saft von Rittersporn in die Geschwär der Augenwinckel gethan, reinigt und heilet dieselben.“ Heute wird allerdings nur noch die aus dem Samen hergestellte homöopathische Tinktur bei juckenden und brennenden Hautausschlägen, Rheuma, Gichtschmerzen und Ischias angewendet.

Pflanzenschutzmittel aus Rittersporn

Ebenso wie sein naher Verwandter Eisenhut kann Rittersporn unter Johannisbeersträucher gepflanzt oder kleingeschnitten unter die Sträucher verteilt werden und schützt sie so vor Rost. Ein Auszug aus Rittersporn kann auch einer schädlingsvernichtenden Brühe beigegeben werden. In Russland werden auch Abkochungen oder Auszüge aus unserem Rittersporn mit großem Erfolg als Insektizid verwendet.

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