Kapuzinerkresse: Tipps zu Anbau, Pflege und Ernte

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Kapuzinerkresse

Die Kapuzinerkresse gehört wohl zu den beliebtesten Pflanzen im Garten – und das zurecht! Sie ist pflegeleicht und anspruchslos, blüht wunderschön, ist essbar und gilt dazu noch als gesund: Aufgrund ihres hohen Anteils an Vitamin C und ihrer antibiotisch wirkenden Senföl-Glykoside wurde die Große Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 ernannt. Aber auch im Garten kann sie nützlich sein.

Kapuzinerkresse-Sorten

Die Kapuzinerkresse gilt als klassische Zier- und Würzpflanze im Bauerngarten. Ursprünglich stammt sie aber aus Südamerika. Botanisch gesehen bildet sie eine eigene Pflanzengattung und Familie (Tropaeolaceae). Hierzulande am bekanntesten ist wohl die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) mit ihren großen, trichterförmigen Blüten, die – von der Seite betrachtet – wie Kapuzen der Kapuzinermönche aussehen. Ebenfalls in manchen Gärten anzutreffen: die Kanarische Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum) wie die Sorte Goldranke. Sie ist eine schnellwachsende, kletternde Zierpflanze.
Je nach Sorte bildet die Kapuzinerkresse entweder bis zu drei Meter lange Ranken aus oder wächst kompakt. Die buschigen Varianten sind gut als Bodendecker geeignet, auch um ihn vor dem Austrocknen zu schützen. Welche Pflanze du in deinem Garten anbaust, ist letztlich wohl auch eine Frage der Farbe: Kapuzinerkresse gibt es in intensivem Rot, in sonnenstrahlendem Gelb, knalligem Orange von Bingenheimer Saatgut, dezentem Creme oder auch in zweifarbigen Varianten. Wenn du dich nicht entscheiden kannst, kannst du auch zu einer Mischung greifen, die dir im Hochsommer ein leuchtendes Farbenmeer beschert. Übrigens: Kapuzinerkresse gibt es mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Wenn du sie als Bienenweide einsetzen willst, empfehlen wir ungefüllte Sorten.

Kapuzinerkresse säen

Die Kapuzinerkresse ist eigentlich eine mehrjährige Staude, überlebt hierzulande aber meist nur eine Saison, da sie keinen Frost verträgt. Daher solltest du sie auch erst ab Mitte Mai im Garten aussäen, wenn keine eiskalten Nächte mehr zu erwarten sind. Lege etwa alle zehn Zentimeter einen Samen in die Erde. Die Saattiefe beträgt etwa zwei Zentimeter. Je nach Sorte sollte der Abstand der Reihen etwa 20 bis 30 Zentimeter betragen. Die Samen keimen je nach Zeitpunkt der Aussaat nach etwa zehn bis 14 Tagen.
Du kannst die Kapuzinerkresse aber auch im Warmen auf einer Fensterbank oder im Gewächshaus vorziehen.

Standort und Pflege

Kapuzinerkresse gilt als sehr pflegeleicht und recht anspruchslos. Sie gedeiht am besten an einem warmen, sonnigen Standort, fühlt sich aber auch im lichten Halbschatten wohl. Der Boden muss keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Idealerweise ist er humusreich und tiefgründig.
Soll die Pflanze viel blühen, solltest du sie eher vorsichtig düngen: Bei zu viel Dünger bildet sie nämlich vor allem Blätter, aber kaum Blüten aus. Je nach Pflanzzeit blüht sie von Juli bis zum ersten Frost.
Rankende Kapuzinerkressen benötigen eine Rankhilfe. Du kannst ihnen Stäbe oder Gitter an die Seite stellen oder sie direkt an einem Zaun als Zierde hochziehen.
Kapuzinerkressen sind leider sehr anfällig für Blattläuse. Andererseits kann das aber auch ihre Vorteile haben: So lassen sie vielleicht andere Gewächse in deinem Garten in Ruhe! Auch gegen Schnecken sollen sie angeblich helfen. An einem zu schattigen Standort können sie bei allzu feuchter Witterung schnell Mehltau bekommen.

Ernte und Verwendung

Kapuzinerkresse-brotJe nach Pflanzzeit kannst du etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat zum ersten Mal ernten. Schneide aber nicht die ganze Pflanze, sondern immer ein paar Blätter mit einem scharfen Messer ab – so hast du bis zum Frost immer frisches Grün zur Verfügung. Fast alle Pflanzenteile der Großen Kapuzinerkresse sind essbar: Blätter und Blüten kannst du für Salat, Quark und Kräuterbutter verwenden. Sie sind würzig und haben ein kresseartiges, pfeffrig-scharfes Aroma. Darüber hinaus kannst du Knospen und Samen als Ersatz für Kapern einlegen. Eine andere Möglichkeit, sie haltbar zu machen: Verarbeite die frischen Blätter zu Pesto.

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