Erbsen: Anbau, Pflege und Ernte

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Erbsen

Erbsen (Pisum sativum) gehören zu unseren ältesten Kulturpflanzen und sind Klassiker im Gemüsegarten. Sie enthalten viel Eiweiß und sind in der Küche vielseitig einsetzbar. Je nach Sorte kannst du sie als Beilage, Salat, Püree oder Suppe zubereiten oder damit asiatische Gerichte  verfeinern. Frisch gibt es das pflegeleichte Gemüse des Jahres 2009/2010 eher selten zu kaufen – vielleicht noch ein Grund mehr, ihm einen Platz im Beet einzuräumen.

Erbsen-Sorten

Gartenerbsen gibt es in Dutzenden Sorten. Für gewöhnlich teilt man sie in drei Gruppen ein: Palerbsen, Markerbsen und Zuckererbsen.

Palerbsen werden auch Schalerbsen genannt. Sie erkennst du an ihren großen, runden, glatten Samenkörnern. Die Erbsen enthalten viel Stärke und schmecken daher mehlig, sobald sie reif sind. Typische Sorten mit grünen Hülsen sind Kleine Rheinländerin und Frühe Harzerin. Außergewöhnlich ist die Sorte Blauwschokker: Sie blüht violett und hat blaue Hülsen.

Markerbsen sind in der Regel etwas kantiger als Palerbsen und schmecken süß, da sie mehr Zucker enthalten. Klassische Sorten sind Wunder von Kelvedon und Lancet. Noch süßer im Geschmack sind Zuckererbsen. Die Sorte Ambrosia blüht weiß, die Graue Rotblühende zweifarbig rot-violett. Bei Zuckererbsen kannst du die Schote samt der Samen essen. Die Hülsen von Pal- und Markerbse sind hingegen nicht essbar.

Erbsen säen

Palerbsen kannst du bereits ab Mitte März direkt im Freiland aussäen, sobald der Boden nicht mehr gefroren ist. Bei Mark- und Zuckererbsen sollest du mit der Aussaat bis Mitte April warten. Sie sind kälteempfindlicher und brauchen einen wärmeren Boden. Säe die Erbsen je nach Sorte zwei bis fünf Zentimeter tief ein. Der Abstand zwischen den Pflanzenreihen beträgt 40 Zentimeter. Unser Tipp: Decke das Beet ab, damit hungrige Vögel die Samen nicht wieder aus der Erde picken.

Erbsenpflanzen kannst du auch auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorziehen. Säe die Samen etwa drei Wochen aus, bevor du sie ins Beet setzen willst. Denke daran, die Setzlinge vor dem Umzug ins Freie an die Außentemperaturen zu gewöhnen. Die Jungpflanzen kannst du anschließend in einer Reihe in einem Abstand von zehn Zentimetern pflanzen.

Standort und Pflege

Gartenerbsen wachsen am besten an einem luftigen, sonnigen Standort, der nicht zu heiß ist. Der Boden sollte lehmig und durchlässig, aber nicht zusätzlich gedüngt sein. Erbsen gehören wie Bohnen zu den Leguminosen. Sie leben in einer Symbiose mit Knöllchenbakterien, die den Boden mit Stickstoff anreichern. Davon profitieren auch die Pflanzen, die nach den Erbsen ins Beet einziehen. Schneide daher die Erbsen nach der Ernte direkt über dem Boden ab und belasse die Wurzeln in der Erde.

Gartenerbsen können bis zu zwei Meter lang werden. Sie benötigen daher in der Regel ein Rankgitter. Es gibt aber auch Sorten, die nur 40 Zentimeter hoch und buschig wachsen, so dass sie ohne ein Gerüst auskommen. Häufle die Pflanzen mit Erde an, sobald sie etwa handhoch gewachsen sind. So können sie zusätzliche Wurzeln bilden, sind standfester und besser versorgt. Gieße Erbsen regelmäßig, aber nicht zu viel. Stehen die Reihen zu dicht oder ist der Standort nicht luftig genug, sind sie anfällig für Pilzkrankheiten wie Echter und Falscher Mehltau. Aber auch Schädlinge wie Blattläuse, Erbsenwickler, Erbsenkäfer und Minierfliege können ihnen zusetzen.

Ernte und Konservierung

Je nach Sorte, Klima und Zeitpunkt der Aussaat kannst du nach drei Monaten die ersten Erbsen ernten. Pflücke die Hülsen vorsichtig mit der Hand, sobald du die Erbsen fühlen kannst. Pule die Samen rasch heraus, sonst reifen sie nach. Für den Verzehr gilt: Je jünger und frischer die Erbsen sind, umso besser schmecken sie. Im Kühlschrank halten sie sich nur für kurze Zeit.

Markerbsen kannst du frisch als Beilage oder Salat zubereiten, einfrieren oder einkochen. Zum Trocknen sind sie nicht geeignet. Zuckererbsen erntest du am besten, wenn sie noch ganz jung sind und die Samen noch kaum unter der Schale zu sehen sind. Verwende sie am besten frisch für asiatische Gerichte oder friere sie ein. Auch Palerbsen kannst du frisch essen. Sie werden aber schnell mehlig. In der Regel werden sie daher getrocknet und wieder eingeweicht, um damit Püree oder Eintöpfe zuzubereiten.

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