Chinakohl pflanzen, pflegen und ernten

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chinakohl

Isst du gerne mal asiatisch? Hast du nichts gegen einen knackigen Salat einzuwenden? Dann probier‘ doch mal Chinakohl in deinem Garten aus. Der ist äußerst gesund, unkompliziert im Anbau und das Beste: Wenn er im Hochsommer gepflanzt wird, ist in deinem Beet bestimmt schon wieder ein geeignetes Plätzchen frei geworden.

Einordnung, Ursprung und Sorten

Chinakohl (Brassica rapa ssp. Pekinensis) gehört zur Gattung Kohl und zur Familie der Kreuzblütler. Seinen Ursprung hat er – dreimal geraten – in China. Doch auch in Japan und Korea wird das gesunde Gemüse, das mit dem Pak Choi verwandt ist, seit vielen Jahrhunderten angebaut. Seinen Weg nach Europa hat es zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefunden und wird auch in heimischen Kochtöpfen zunehmend geschätzt.

Die hellen, gelbgrünen Blätter mit den weißen Blattstängeln bilden einen festen, länglichen Kopf. Gegenüber anderen Kohlarten ist Chinakohl milder im Geschmack, besser bekömmlich und wird gerne auch roh verzehrt. Auf dem Markt sind mehrere Züchtungen, die sich bei Aroma und Anbauzeit leicht unterschieden. So kannst du „Kasumi“ und „Richi“ schon ab April säen. „Scarlette“ kommt im roten Gewand daher. Andere Sorten wiederum sind schossfest oder resistent gegen Pilzkrankheiten. Bei uns findest du Biosaatgut der Sorte „Granaat“

Aussaat und Pflege
Such dir für deinen Chinakohl einen windgeschützten, sonnigen oder halbschattigen Standort aus – am besten dort, wo der Boden locker und nährstoffreich ist. Das Gemüse ist ein Starkzehrer, daher schadet es gewiss nicht, wenn du vor der Aussaat etwas reifen Kompost oder Pferdemist in die Erde einarbeitest. 

Wenn im Sommer Schichtwechsel im Beet ist, wenn Erbsen, Bohnen, Kartoffeln und manch andere Veggies bereits abgeerntet sind, dann ist die Zeit für den Chinakohl gekommen. Achte aber darauf, dass am gleichen Standort zuvor keine Kohlart gepflanzt war.
Jetzt gilt es, den richtigen Aussaatzeitpunkt zu erwischen: Das ist in der Regel Ende Juli, Anfang August. Pflanzt du zu früh, neigt der Chinakohl zum Blühen. Pflanzt du zu spät, hat er nicht mehr genug Zeit zu wachsen. Als Faustregel gilt: Sind die Tage kürzer als zwölf Stunden, konzentriert sich der Kohl aufs Blätter-Produzieren. Und das wollen wir ja. 

Die Samenkörner setzt du in Abständen von 30 bis 40 Zentimetern in die Erde. Du kannst auch enger säen und die Jungpflänzchen später vereinzeln. Auch zwischen den Reihen solltest du einen großzügigen Abstand einhalten (ca. 50 cm). Pflanzt du zu eng, beginnt der Kohl schnell zu schießen. 

Chinakohl entwickelt sich unheimlich schnell: Schon nach 80 bis 90 Tagen ist er bereit zur Ernte. Im Umkehrschluss heißt das, dass er während des Wachstums eigentlich immer durstig ist und viel Wasser benötigt. Seinen Nährstoff-Hunger kannst du mit regelmäßigen Gaben Hornspäne oder Brennnesseljauche stillen. Außerdem freut sich das junge Gemüse, wenn du die Erde immer wieder mal mit einer kleinen Harke lockerst. 

Schädlinge und Krankheiten

Chinakohl ist pflegeleicht. Es sind vor allem dreierlei Dinge, die ihm etwas anhaben können:

  • Erdflöhe: Sie fressen kleine Löcher in die Blätter und treten bei zu trockener Erde auf. Deshalb: ans Gießen denken!
  • Kohlweißlinge: Die Schmetterlinge sehen putzig aus, legen ihre Eier aber gerne an der Unterseite junger Blätter ab. Später werden daraus viele Raupen Nimmersatt, die die Blätter bis aufs Gerippe auffuttern. Geh also regelmäßig auf Kontrollgang – oder spanne, wenn du sicher sein willst, ein Vogelschutznetz auf. Auch Duft vertreibt die Falter. Es hilft, wenn du etwa Pfefferminze, Thymian, Salbei, Tagetes oder Tomaten zwischen den Kohl oder als Beetumrandung pflanzt. 
  • Kohlhernie: Eine Pilzkrankheit, die Kreuzblütler befällt nur schwer zu bekämpfen ist. Erkrankte Pflanzen welken und haben auffällig verdickte Wurzeln. Weil die Sporen über viele Jahre hinweg im Boden überleben können, ist es wichtig, auf einen regelmäßigen Fruchtwechsel zu achten. Warte mindestens drei, besser fünf Jahre, bis du am gleichen Standort erneut Kreuzblütler pflanzt. Vermeide außerdem Staunässe und saure Böden.

Ernte und Lagerung 

Geerntet wird, je nach Sorte und Witterung, im Oktober oder November. Selbst wenn es draußen richtig ungemütlich wird, hält der Chinakohl die Stellung im Beet und steckt sogar leichte Minusgrade weg. Wenn du ihn erntest, sollte jedoch kein Frost herrschen. Du kannst Chinakohl lange lagern. Schneide ihn möglichst weit unten am Wurzelansatz ab. Im Kühlschrank kannst du ihn, eingeschlagen in feuchte Tücher, mehrere Wochen lang aufbewahren. Wenn du einen richtigen Lagerkeller hast, kannst du die Köpfe in feuchtem Sand aufbewahren. Oder mit Zeitungspapier umwickeln und kopfüber am Strunk aufhängen.  

Verwendung des Chinakohles

Chinakohl erweist sich in der Küche als echter Verwandlungskünstler. Ob roh oder gebraten, als Eintopf oder fermentiert – deiner Kreativität auf dem Schneidbrett sind praktisch keine Grenzen gesetzt. 

Vielleicht kennst du ja das koreanische Kimchi? Die pikante Beilage aus fermentiertem Chinakohl ist von der UNESCO sogar als immaterielles Kulturerbe geschützt. Eine ausgezeichnete Figur macht Chinakohl als knackig-gebratenes Wok-Gemüse, in asiatischen Nudelpfannen, im wärmenden Winter-Eintopf oder als deftiger Auflauf mit Hackfleisch. In Streifen geschnitten, schmeckt der Kohl, der gar nicht recht nach Kohl schmecken will, hervorragend als Salat. Du kannst ihm eine besondere Note verleihen, indem du ihn mit Äpfeln, Möhren und Rosinen, Walnüssen oder Orangen kombinierst. 

On top steckt das Herbstgemüse voller Nährstoffe: B- und C-Vitamine, Folsäure, Kalium, Magnesium, Phosphor, Kalzium und Eisen machen Chinakohl zu einem absoluten Power Food. Er ist ein Cholesterinspiegel-Senker, regt die Fettverbrennung an und kann dank der enthaltenen Senföle sogar Krebserkrankungen vorbeugen.

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