Erdmiete im Garten, was ist das überhaupt?

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(Bild: Theresia Kleinert)
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Erst einmal möchte ich euch erklären, was genau eine Erdmiete ist. Erdmieten gibt es schon sehr lange, ähnlich wie das Mulchen, geriet es einfach nur in Vergessenheit. Mit dem Mulch-Hype kommt vielleicht auch der Erdmieten-Hype wieder. Tatsächlich stammt es aus der Zeit, bevor es Kühlschränke gab, denn so konnten die Menschen früher ihre Lebensmittel mit einfachen mitteln länger haltbar machen. Kurz und grob beschrieben, sind Erdmieten größere Löcher in der Erde, in denen sich mit einer Kiste oder ähnliches ungewaschenes Wurzelgemüse und manchmal auch Obst lagern lassen.

So ist das Gemüse geschützt vor Frost gelagert und wird gleichzeitig ohne Strom (also ressourcenschonend) gekühlt. Ihr braucht nur wenige Materialen dafür und auch der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Eine großartige alternative zu einem etwas aufwendigerem Erdkeller. Erdmieten sind günstig, flexibel und benötigen wenig Zeit. Es garantiert euch frisches Gemüse aus dem eigenen Garten, ohne schrumpelig zu werden.

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Vor einigen Jahren habe ich im Herbst versuchsweise mal Mörtelwannen angelegt, quasi als Erdmieten in der Garage. Dies hat auch gut funktioniert. Zuerst habe ich in die Mörtelwannen zum möglichen Luftaustausch Löcher gebohrt. Im Anschluss wurde die Wannenwand außen mit Stroh und feinmaschigem Draht sicherheitshalber isoliert. So war etwas mehr Schutz vor Kälte und Frost geboten. Die Wannen befüllte ich mit Sand und Gemüse. In meinem Fall waren es riesige weiße Rex Rettiche. Darüber kam eine dicke Schicht, erst aus Sand und dann aus Stroh. Eine zweite Wanne gab es für Karotten. Das funktionierte auch einwandfrei. Aber nun möchte ich euch zeigen, wie ihr euch Erdmieten im Garten anlegen könnt.

Anlegen einer Erdmiete

Der ideale Standpunkt liegt im Halbschatten, optimal eignet sich ein Standort mit Überdachung. Denn dann bietet es euch bei der Gemüseentnahme mehr Komfort im Winter.  Alternativ zu einer Kiste bieten sich auch alte Trommeln aus Waschmaschinen (rostfrei) oder Jutesäcke an. Für die Lagerung nur in Jutesäcken benötigt ihr aber ein feines Drahtgitter, um den Wühlmäusen kein Festmahl zu bieten und das Gemüse zu schützen. Zur Befüllung der Zwischenräume in der Kiste benötigt ihr Sand. Um die Erdmieten etwas zu isolieren, eignet sich am besten ein Gemisch aus Erde/Sand und Stroh.

Und so geht’s:

  1. Zu Beginn müsst ihr ein Erdloch von ca. 60 – 80cm Tiefe ausheben (bei geringerer Tiefe, kann das Gemüse/Obst durch Frost kaputt gehen).
  2. Der Lochradius muss etwas größer sein, wie die Kiste/Trommel. Nun kleidet ihr die Kiste mit feinmaschigem Draht aus. Bei der Trommel würde ich es zur Sicherheit drumherum legen. So haben Wühlmäuse keine Chance. Achtet bei der Auswahl der Kiste darauf, dass sie einen Ablauf hat. So kann mögliche Flüssigkeit ablaufen und es wird nichts matschig.
  3. Die Kiste/ Trommel oder ähnliches kommt nun in das Erdloch. Der äußere Rand wird wieder mit einem Erd/Sand-Gemisch angefüllt
  4. Nun gebt ihr eine ca. 10cm dicke Schicht Sand als Drainage in euren Erdmieten Behälter.
  5. Gemüse, das ihr so einlagern wollt, solltet ihr nur grob abputzen und in die Sandschicht legen. Die nicht abgeputzte Erde schützt das Gemüse zusätzlich. Grüngut wie Blätter entfernt ihr, ohne die Knolle zu verletzen. Am besten ein gutes Stück oberhalb der Knolle.  Beschädigtes Gemüse nicht einlagern, denn dies neigt dazu schneller zu faulen. Dies solltet ihr sofort in der Küche verwenden.
  6. Nun werden die entstanden Zwischenräume wieder mit Sand gefüllt. Das Gemüse sollte einzeln liegen und sich nicht berühren.
  7. So könnt ihr gemischte Gemüseportionen abwechselnd mit Sand einschichten. In einer Waschmaschinentrommel ist der Platz sehr begrenzt, hierbei ist wichtig, dass ihr schweres Gemüse zuerst hineingebt und leichtes weiter oben in der Trommel lagert.
  8. Die oberste Schicht sollte aus Sand bestehen. Diese deckt ihr mit einer Schicht aus mindestens 15-30cm Stroh ab.
  9. Als Anschluss kommt ein Brett aus Holz mit Folie darüber. Das schützt die Erdmiete vor direktem Regen von oben. Das Holz beschwert das Stroh.
  10. Im Winter könnt ihr euch immer frisches Gemüse aus der Erdmiete holen.

Welches Gemüse und Obst eignet sich für Erdmieten?

Erdmieten sind vorrangig für Wurzelgemüse. Für Rote Beete, Kohl, Pastinaken, Karotten, Kartoffeln, Steckrüben, Kohlrabi, Topinambur und auch Sellerie. Kartoffeln müssen aber wegen dem Frost ganz unten in Erdmieten liegen.

Gibt es keinen anderen Lagerplatz, können auch Äpfel in Erdmieten gelagert werden, dafür empfehle ich euch aber eine extra Erdmiete.

(Bild: Theresia Kleinert)

Nicht in Erdmieten sollte:

Kürbis, Mais und Zucchini sollten nicht in Erdmieten, sie vertragen keine starke Feuchtigkeit und nicht unbedingt Frost. Diese werden schnell faulig und matschig.

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