Interview mit Gartenbloggerin Anja vom kleinen Horrorgarten

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Foto by Andreas Lauermann

Heute möchten wir dir dir den Gartenblog von Anja Klein vorstellen. Auf www.der-kleine-horror-garten.de gibt es wunderschöne und inspirierende Einblicke in ihren Kölner Schrebergarten.

1. Liebe Anja, du bist Gartenbloggerin, Buchautorin, Hobbyimkerin und passionierte Schrebergärtnerin. Wie kam es denn eigentlich zur Liebe zum Gärtnern?

Schwer zu sagen. Also ich glaube die war irgendwie immer schon da. Solange ich mich zurück erinnern kann, war der Garten ein Ort, an dem ich mich wohl gefühlt habe. Diverse Tanten und Omas sind da auch nicht ganz unschuldig. Der Schrebergarten meiner „Tante Hack“ war mein Kindheitsparadies. 

2. Dein Blog nennt sich „Mein kleiner Horrorgarten“ – dabei sieht es doch so gar nicht horrormäßig bei dir aus? Wie kam es zum Namen?

Foto by Andreas Lauermann

Am Anfang unserer “Gärtnerkarriere” hatten wir ein Stück Land gepachtet. Einen sogenannten Gemüseselbsternteacker. Das war ein sehr guter und einfacher Einstieg ins Gärtnern. Zwei Drittel der Beete waren bereits eingesät und bepflanzt. Das restliche Drittel haben wir selbst bepflanzt. Alles hat wunderbar geklappt. Wir konnten jede Menge frisches, biologisch angebautes, Gemüse ernten. Im Sommer sind wir dann für drei Wochen in Urlaub gefahren. Als wir wiederkamen, hatten die Kürbis- und die Zucchinipflanzen praktisch den ganzen Garten übernommen. Alles war überrannt und riesige Zucchini blickten uns hämisch an. Das hat mich sehr an die unersättliche fleischfressende Pflanze aus dem Musical „Der kleine Horrorladen“ erinnert. Mit dem kleinen Unterschied, dass in unserem Fall nicht wir, sondern die Monster-Zucchini auf dem Speiseplan stand. Zumindest für den Nachwuchs war das der reine Horror. Seitdem hört unser Gartenblog auf den Namen “der kleine Horrorgarten”.

3. Was macht deinen Garten so besonders und hast du vielleicht gute Tipps für unsere Gartenfreunde, wie man möglichst kostengünstig einen Garten gestaltet?

Unser Garten ist ein Bio-Garten, naturnah und insektenfreundlich gestaltet. Wir nutzen ausschließlich organische Dünger, arbeiten torffrei auf einem gesunden Boden und verwenden alte samenfeste Gemüsesorten. Das hat den Vorteil, dass wir eigenes Saatgut ernten können, was wiederum eine gute Währung zum Tausch mit anderen Gärtner*innen ist. Trotzdem kaufe ich jedes Jahr wieder neue Sorten dazu – es gibt einfach zu vieles was ich gerne anbauen und ausprobieren will. Vieles in unserem Garten haben wir selbst aus Recycling-Material gebaut. Das macht Spaß und schont den Geldbeutel. Ausführliche Tipps zur kostengünstigen Gartengestaltung findet Ihr in meiner kleinen Serie über Gartengestaltung.

Foto by Andreas Lauermann

4. Bei dir im Garten summt und brummt es, da du ja deine eigenen Bienenstöcke dort stehen hast. Wie fängt man denn am besten mit dem Imkern an und was muss man da so beachten?

Ich imkere jetzt im fünften Jahr und bin immer noch so begeistert wie am Anfang. Für mich ergänzen sich die beiden Hobbys Gärtnern und Imkern perfekt. Wenn ihr mit dem Imkern anfangen wollt, geht am besten zunächst zum örtlichen Imkerverein. Dort werden meist Einsteigerkurse mit einer erfahrenen Imker*in angeboten. Sie laufen in der Regel ein Jahr und bei einigen bekommt man am Ende einen eigenen Ableger dazu. Ich habe zusammen mit einer Freundin mit dem Imkern begonnen. Das war gut, weil wir uns die Anschaffungs-Kosten für die Ausrüstung teilen konnten. Inzwischen imkere ich alleine, bzw. mit Unterstützung von Andreas. In der Honigsaison kann ich auf seine Muskelkraft nicht verzichten. So ein voller Honigraum wiegt zwischen 20 und 30 Kilogramm. Mehr über meine Anfänge als Imkerin könnt ihr hier nachlesen.

Foto by Andreas Lauermann

5. Was macht für dich das Leben und Arbeiten im Garten aus? Könntest du es dir überhaupt noch ohne eigenen Garten vorstellen?

Bei mir dreht sich ja auch im Beruf fast alles um Gartenthemen. Von daher – nein – ein Leben ohne eigenen Garten kann ich mir gerade nicht vorstellen. Der Garten ist für mich ein Kraft- und Ruheort. Ich fühle mich dort sehr lebendig und mit der Welt verbunden. Es ist wirklich ein großes Glück, dass ich mit dem was ich liebe mein Geld verdienen darf. 

6. Verrätst du uns, was du im kommenden Gartenjahr so vorhast? Gibt es spezielle Pflanzen oder Projekte die neu im Garten einziehen?

Der Garten hat sich gerade schon sehr verändert, da wir die Bienen an einen anderen Standort gestellt haben. Dafür mussten wir eine Himbeerhecke ausgraben und ein paar Hochbeete umziehen. Unser Bedarf an größeren Veränderungen ist daher erst einmal gedeckt. Neue Ideen gibt es dennoch genug. Im Gemüsegarten wird es Themen-Beete geben, so etwas wie ein Bunte-Bete-Beet oder ein asiatisches Beet. Ich werde eigenen grünen Tee anbauen und hoffentlich auch ernten und fermentieren. Und das neu befüllte Rundbeet soll zum dauerblühenden Hingucker im vorderen Gartenteil werden. 

Foto by Andreas Lauermann

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