beetfreunde-Serie: So entsteht mein Nutzgarten 

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Teil 1: Paradiesische Aussichten

Wenn ich aus meinem Wohnzimmerfenster in den Garten schaue, sehe ich  saftig-rote Tomaten in der Morgensonne glänzen. Dicke gelbe Kürbisse liegen satt auf dem Boden und knackige Bohnen und Erbsen winden sich lustig an ihren Spalieren in den Himmel hinauf. Die Kinder schleppen lachend frische Zucchini, Kohlrabi und Kräuter in ihren Armen heran, den Mund rot verschmiert vom Erdbeeren-Naschen. In dieser paradiesgleichen Szenerie trällern die Vögel ihr Liedchen und bunte Schmetterlinge tanzen um eine duftende Blütenpracht herum. Die Sache hat nur leider einen Haken: Denn dieses herrliche Bild existiert nur in meinem Kopf. Tatsächlich ist das vermeintlich üppig gefüllte Beet leer, kahl und von den Frösten der letzten Wochen geprägt.

Doch das soll sich jetzt ändern. Ich bin fest entschlossen, mir mein eigenes Nutzgarten-Paradies zu erschaffen – dort hinter dem Häuschen, in das ich vor ein paar Monaten mit meiner Familie gezogen bin. Möchtest Du mich bei der „Entstehungsgeschichte“ begleiten? Mit mir lachen, leiden – und lernen, welche Anfängerfehler sich vermeiden lassen? Auf beetfreunde.de berichte ich ab jetzt regelmäßig über die Entwicklungen in meinem Garten. Na dann, los!

Das ist der Plan: Bio-Obst und Gemüse für alle

Jeden Tag frisches Gemüse, Obst und Kräuter aus eigenem Anbau auf dem Tisch haben – das Ziel meines Garten-Projekts ist im Grunde schnell umrissen. Außerdem habe ich diese Vorüberlegungen angestellt:

  • Gesund soll’s sein: Gift und Chemie sollen keinen Platz im Garten bekommen, dafür Bio-Saatgut, Pferdemist und selbstgemachte Jauche. Und wenn die Blattläuse einfallen, nehme ich mir vor, sie eigenhändig zu zerquetschen.
  • Viel Ernte auf wenig Raum: Um möglichst viel aus dem Beet herauszuholen, will ich ein Hochbeet anlegen und mit platzsparenden Techniken wie Kartoffel-Pflanzsäcken und einem 3-Schwesternbeet arbeiten.
  • Dabei sein, wenn die Saat aufgeht: In meinem ersten Gartenjahr ist alles spannend und ich will ich das Wachstum meiner Pflänzchen unbedingt von Anfang an beobachten. Dass ich vorwiegend mit Sämereien und nicht mit Setzlingen arbeite, hat auch einen finanziellen Aspekt: So kann ich für weniger Geld mehr pflanzen.
  • Kinder, Kinder! „Ihr esst zu wenig Gemüse“, bekommen meine Kids fast täglich zu hören. Jetzt sollen sie lernen, Verantwortung für ihr eigenes Beet zu übernehmen und dabei spielerisch Lust auf knackiges Gesund-Food bekommen.

Mein Beet, die Lage, die Erde und ich: die Bedingungen

Ich habe Glück, dass eine Beet-Struktur in dem Gärtchen schon angelegt ist. Platten rahmen eine rund 25 Quadratmeter große Fläche ein und unterteilen sie in drei Bereiche. Glück habe ich auch beim Klima: Unser Dörfchen liegt inmitten einer kleinen Weininsel in Südhessen, wo die Sonne ihre Strahlen besonders warm vom Himmel schickt. Der Garten selbst ist leicht hangwärts in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet – ein weiteres Plus. Und sogar die Erde sieht vernünftig aus – nicht zu lehmig, nicht zu sandig. Eigentlich dürfte gar nichts schief gehen. Oder?

Na gut, da ist noch der Faktor Mensch. Meine persönlichen Voraussetzungen für den Job als Paradies-Gärtnerin sind, sagen wir mal, unzulänglich. Ich verrate es Dir hinter vorgehaltener Hand: Ich habe keine Ahnung vom Gärtnern. Meine Erfahrungen beschränken sich auf das Gießen von Balkon-Basilikum – und der ist in der Regel vertrocknet, verschimmelt oder unter einem Heer an Blattläusen zugrunde gegangen. Doch jetzt will ich alles richtig machen. Schließlich will ich mich doch nicht blamieren!

Auf die Plätze, fertig, Garten: Es geht los!

GartenbuecherIn den Wintermonaten war ich jedenfalls nicht untätig. Ich habe Bücher gewälzt und bin durch Blogs gesurft, kenne mittlerweile alle Gartencenter der Region und habe Smalltalk mit unseren Bauern angefangen, um mir Bezugsquellen für Pferdemist zu erschließen. Außerdem haben mir diese Schritte geholfen, mich auf die beginnende Gartensaison vorzubereiten:

    1. Eine Wunschliste erstellen
      Zunächst mal habe ich festgelegt, welche Obst- und Gemüsesorten ich anbauen will. Die Kinder haben sich ihre Lieblingssorten für die Kinderbeete ausgesucht.
    2. Einen Pflanz- und Erntekalender entwerfen
    3. Einen Beetplan zeichnen
      Unverzichtbar für alle, die zu gärtnerischem Größenwahn neigen. Denn auf dem Papier sieht man schnell, wie viel Platz eigentlich ist. Bei der Planung des Beets habe ich außerdem geschaut, wer sich mit wem verträgt. Die Pflanzen wollen nämlich nicht jeden als Nachbarn: Erdbeeren mögen Knoblauch, aber Tomaten passen nicht mit Bohnen und Kartoffeln zusammen.

 

  1. Sämereien bestellen
    Die Auswahl an Bio-Samen in den umliegenden Gartencentern war ziemlich dünn. Daher habe ich meine Samen natürlich bei den beetfreunden bestellt und so manches praktische Zubehör, wie die Kartoffel-Pflanzsäcke gleich mit.
    Saatgut
  2. Holz fürs Hochbeet kaufen
    Im Baumarkt habe ich Bretter im Maße 1 mal 2 Meter besorgt. Als Material hat der Mitarbeiter Douglasie empfohlen. Billig war der Spaß nicht: Mit Nägeln, Teichfolie und Lasur kamen an der Kasse rund 100 Euro zusammen – dafür gibt es schon die ersten fertigen Bausätze zu kaufen! Trotzdem: Ich will mein Hochbeet im Do-it-yourself-Style haben.

Hochbeet

  1. Kompost-Bauset und Regentonne besorgen
    Zutaten für die zukünftige Versorgung des Beetes mit Erde und Wasser.
  1. Mit dem Vorziehen beginnen
    Salat-, Paprika- und Chili-Samen habe ich schon Mitte Februar in kleine Anzuchttöpfchen gesät. Mittlerweile schauen die ersten Keime aus der Erde! In den nächsten Wochen wird’s ernst: Dann geht die Arbeit draußen los. In der kommenden Ausgabe auf beetfreunde.de berichte ich Euch. Ich freue mich, wenn Ihr dabei seid!

Vorschau auf die nächste Ausgabe:

  • Den Boden im Beet vorbereiten
  • Das Hochbeet aufbauen
  • erste Aussaaten im Freien
  • vorgezogene Pflänzchen vereinzeln
Natalie Frank
Natalie Frank ist 1975 geboren und schreibt als freiberufliche Texterin vor allem über Tourismusthemen. Vor Kurzem ist sie mit ihrer Familie in ein kleines Häuschen aufs Land gezogen und will sich jetzt ihren Traum vom eigenen Nutzgarten verwirklichen - gesund, bunt und bio. Doch ob alles so klappt wie geplant? Da steht eine ganze Menge Leidenschaft gegen ein Null an Gärtner-Erfahrung. Auf beetfreunde.de könnt Ihr Natalies Projekt von Beginn an mitverfolgen - und mit dabei sein, wenn im Sommer hoffentlich viel leckeres Obst und Gemüse aus eigenem Anbau geerntet werden.
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