Zierlauch pflanzen und pflegen

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Zierlauch

Mit Zierlauch (Allium) erlebst du jedes Jahr ein kleines Feuerwerk in deinem Garten – ein Feuerwerk am Stiel. Wie sprühende Funkenbälle wirken die bunten Blütenkugeln, die hoch oben an ihren Stängelspitzen leuchten. Mit ihrer üppigen Pracht setzen sie einen glanzvollen Höhepunkt im Frühlingsgarten. Zierlauch gibt es in vielen verschiedenen Größen und Farben, sodass für jeden Geschmack bestimmt die richtige Sorte dabei ist. 

Ursprung des Zierlauches

Zierlauch hat seinen Ursprung in den trockenen Steppen Zentralasiens. Als Zwiebelpflanze ist er perfekt an trockene, heiße Sommer und überhaupt an unwirtliche Standorte angepasst. Für dich als Gärtner ist das eine gute Nachricht, heißt es doch, du brauchst dich nicht viel zu kümmern – frei nach dem Motto: genießen statt gießen.

Zierlauch gehört genau wie Bärlauch, Schnittlauch, Porree , Zwiebel und Knoblauch zur Gattung Lauch, oder auf Latein: Allium. Während die einen ihre Stärken in der Küche ausspielen, bestechen die anderen mit ihrer üppigen Schönheit – wobei sogar der Zierlauch im Prinzip essbar wäre. Eine Kombi aus beidem ist der Bärlauch: der ist sowohl optisch als auch kulinarisch ein Genuss. Insgesamt gibt es weltweit viele Hundert Allium-Arten.

Sorten

Ob mannshoch oder mini, purpur, weiß, gelb oder blau: Unter den vielen Allium-Arten findest du garantiert die passende Größe und Farbe für dich und deinen Garten!
Viel Sti(e)l beweist der beliebte Riesenlauch „Allium giganteum“. Er ist, genau wie der Iran-Lauch, ein echter Lulatsch: Bis zu zwei Meter hoch schießt er in den Himmel, und seine violetten Blütenkugeln sind mit bis zu 20 Zentimetern Durchmesser einfach spektakulär. Dagegen wirkt der rosafarbene Zwerg-Zierlauch geradezu winzig. Er wird maximal 30 Zentimeter hoch, doch seine rosa-weißen Blütenkugeln sind ebenfalls eine Wucht. Niedrig bleibt auch der Gold-Lauch, der mit seinen leuchtend gelben Blüten besticht. Gefragte Sorten sind weiterhin der violette Sternkugellauch, der weiß blühende Schwarze Zierlauch, der Blaue Zierlauch mit enzianfarbenen Blüten oder der elegante Blauzungen-Lauch, der zur Blütezeit weiß-rosa trägt. 

ZierlauchPflanzzeit, Standort und Pflege

In einem Punkt sind sich die meisten Zierlauch-Arten einig: Sie schätzen sonnige, trockene Standorte und durchlässige Böden. Ausnahmen bilden der Goldlauch und der Bärlauch. Sie fühlen sich im Halbschatten und auf feuchten Böden am wohlsten.  

Kleine Zierlauch-Arten sind die perfekte Besetzung für den Steingarten. Auch im Blumentopf geben die Minis ein schönes Bild ab. Die größeren Arten dagegen sind das i-Tüpfelchen für jedes Stauden-Arrangement: Ob zusammen mit Pfingstrosen, Steppen-Salbei, Frauenmantel oder Katzenminze oder Gräsern, es gibt schier unendliche Varianten, die toll aussehen. Du kannst Riesenlauch &Co. auch mit Gräsern kombinieren, oder im romantischen Duett mit Rosen wachsen lassen. Weil das vergilbende Laub schnell unansehnlich wird, empfiehlt es sich, Zierlauch etwas im Hintergrund oder zusammen mit bodendeckenden Stauden zu pflanzen. 

Die Zwiebeln setzt du zwischen September und November in die Erde. Dann können sie vor dem Winter noch anwurzeln. Fast alle Allium-Arten sind winterhart. Trotzdem solltest du beim Kauf einen Blick aufs Schildchen werfen: Scheut deine Sorte zu viel Frost, kannst du die Zwiebeln im Herbst in einen Topf umsetzen und an einem kühlen Standort überwintern. 

Wie bei allen Zwiebelgewächsen gilt: Zwiebelgröße mal drei ergibt die empfohlene Pflanztiefe. Beim Riesenlauch können das schon mal 20 Zentimeter sein. Weil die Pflanzen auf nichts empfindlicher reagieren als auf Staunässe, solltest du den Boden gut lockern und eine Schaufel Sand mit ins Pflanzloch geben – als Drainage-Schicht. Außerdem danken es dir die Zwiebeln, wenn du beim Einpflanzen gleich etwas Kompost oder Dünger mit dazugibst.

Ernte und Verwendung

Je nach Sorte blüht Allium zwischen April und September, wobei die Hauptblütezeit die Monate Mai und Juni sind. In der Zwiebel sind die Blüten und Blätter bereits fertig angelegt. Sie warten im Frühjahr nur auf die richtigen Witterungsbedingungen, und ruckzuck, blinzelt schon das erste Grün aus der Erde. Jetzt kannst du den Pflänzchen eine Portion Kompost oder Volldünger verabreichen. Oft dauert es nun nur noch drei Wochen, und die Blüten-Party beginnt. Dann formieren sich unzählige filigrane Sternchenblüten zu üppigen, kugelförmigen Dolden und zünden ein glanzvolles Feuerwerk der Farben und Formen im Garten. Ein eindrucksvolles Spektakel, das natürlich auch irgendwann wieder vorbei ist. Nach nach nur gut drei Monaten Vegetationszeit verschwindet der Zierlauch spurlos bis zum nächsten Jahr – eine echte Pop-up-Blume! 

Wenn du lange Spaß an den Blüten haben möchtest, kannst du die Stängel abschneiden und, zum Strauß gebunden, kopfüber an einem luftigen Ort trocknen. Du kannst sie verblühten Samenstände aber auch einfach im Garten stehen lassen: Das sieht schön aus, und außerdem sät sich der Zierlauch dann selbst aus.

Oft beginnen die Blätter des Allium schon kurz nach dem Aufblühen zu vergilben. Das sieht nicht unbedingt schön aus. Und doch solltest du mit dem Abschneiden des Laubs warten, bis es komplett verwelkt ist. Denn solange lagert die Pflanze noch wichtige Nährstoffe in der Zwiebel ein. Schneidest  du die Blätter zu früh ab, raubst du ihr Blüh-Energie fürs nächste Jahr. 

Vermehrung

Zierlauch kannst du über Samen oder Zwiebeln vermehren. Warte im ersten Fall einfach, bis sich nach der Blüte die Samen schwarz gefärbt haben. Jetzt kannst du sie ernten und an beliebiger Stelle wieder aussäen. Oder aber, du suchst nach Tochterzwiebeln, die sich im Laufe der Zeit bilden. Sind sie groß genug, kannst du sie im Herbst ausgraben und verpflanzen.

Ausgraben und an einen neuen Standort pflanzen hilft übrigens auch, wenn der Zierlauch im Lauf der Jahre blühfaul wird. 

Schädlinge am Zierlauch

Im Großen und Ganzen ist Zierlauch robust. Die größte Gefahr für ihn ist zu viel Feuchtigkeit. Sie lässt die Zwiebeln faulen und absterben. Regnet es im Winter viel, kannst du den Standort etwas abdecken, damit die Erde nicht zu nass wird.  

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