Wildkräuter im Garten erkennen und verarbeiten

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Wildkräuter sind eine tolle Bereicherung für deinen Speiseplan. Viele von ihnen musst du gar nicht in der Natur suchen. Sie wachsen nämlich oft schon wild in deinem Garten. Wir zeigen dir, woran du sie erkennst und wofür du sie verwenden kannst.

Dein Garten als Biosupermarkt

Löwenzahn, Giersch und Vogelmiere waren bislang aus Gärtnersicht oft vor allem eins: Unkraut, das so schnell wie möglich aus den Beeten entfernt und entsorgt werden muss. Inzwischen hat sich diese Sichtweise gewandelt – nicht zuletzt, weil viele dieser Pflanzen auch essbar sind und Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Als Wildkräuter gelten sie daher nun als gesunde Delikatesse. 
Das Beste: Solche Beikräuter musst du nicht aufwändig aussäen und pflegen. Sie wachsen, wo und wie es ihnen gefällt – kostenlos! Im eigenen Bio-Garten geerntet musst du dir in der Regel auch keine Gedanken machen, ob sie eventuell gespritzt sein könnten. Grundsätzlich gilt aber immer: Nur das sammeln, was du genau kennst. Verwechslungen können tödlich sein!

Die gängigsten Wildkräuter im Überblick

Brennnessel 
Brennnessel gilt als Stickstoffanzeiger und gedeiht daher an nährstoffreichen Standorten. Die Stängel und die herzförmigen, an den Rändern gesägten Blätter haben an der Unterseite kleine Brennhaaren, die auf der Haut rötliche Quaddeln verursachen können.


In der Küche kannst du Brennnessel vielseitig einsetzen: Du kannst sie zum Beispiel roh für Smoothies verwenden, zu Suppe verarbeiten, wie Spinat dünsten oder herzhafte Kuchen damit backen. Frisch und getrocknet kannst du die Blätter als Tee aufgießen.

Gänseblümchen
Die kleinen Gänseblümchen kannst du leicht an der körbchenförmigen gelben Blüte mit den weißen Blütenblättern erkennen.


Frische Blüten kannst du für Kräuterbutter oder Quark verwenden oder als Dekoration: Auf grünen Salaten sehen sie ebenso hübsch aus wie im Eiswürfel gefroren in sommerlichen Drinks. Getrocknet werden Gänseblümchenblüten als Heiltee eingesetzt. Übrigens lässt sich aus Gänseblümchen auch ein Sirup herstellen.

Giersch
Giersch gehört zu den Pflanzen, die für die meisten Gärtner ein Graus sind. Auf nährstoffreichem Boden verbreitet er sich durch seine unterirdischen Ausläufer schnell im Garten und ist meist nur sehr schwer wieder loszuwerden.

Du erkennst ihn an seinen gefiederten Blättern und an seinem dreieckigen Stängel. Die jungen Blätter kannst du roh als Salat zubereiten. Ältere Blätter kannst du zu Suppe verarbeiten, wie Spinat zubereiten und für Smoothies zerkleinern. Beliebt sind sie auch als Zutat für Kräuter-Limonade.

Gundermann
Gundermann ist ein hübscher Bodendecker, der lange Ausläufer bildet und sich dadurch schnell ausbreitet. Seine Blätter sind rundlich, nieren- bis herzförmig, mit groben Kerben an den Rändern.

Ab April blüht er wunderschön lilafarben. Die Blätter kannst du wie Gemüse dünsten oder als Würzkraut verwenden, zum Beispiel für Kräutersalz und -butter. Mit Schokolade überzogen verwandeln sich Gundermann-Blätter in leckeres Naschwerk und eine süße Dekoration. 

Löwenzahn
Löwenzahn hat mehr oder oder weniger stark gelappte oder gezähnte Blätter, die – ebenso wie der hohle Stiel – einen milchigen Saft beinhalten. Ab April blüht der Korbblütler leuchtend gelb. Kulinarisch gesehen ist Löwenzahn ein Volltreffer: Nahezu alle Teile kannst du in der Küche verwenden.


Aus den jungen, zarten Blätter kannst du zum Beispiel Salat machen oder sie für Suppen und Smoothie verwenden. Die jungen Knospen gelten als Kapern-Ersatz. Die Blüten kannst du dünsten oder für Gelee, Likör und Sirup verwenden.

Vogelmiere
Vogelmiere bildet auf nacktem Boden schnell kleine Teppiche. Du erkennst sie an ihren eiförmigen, spitz zulaufenden Blättern und ihrem einseitig behaarten Stängel.

Ab Mai bildet sie kleine sternförmige Blüten aus. Ihr Vorteil: Du kannst sie fast das ganze Jahr über ernten und für Quark, Dips sowie für Salate und Smoothies verwenden. Ihr Aroma erinnert an jungen Mais.

Hast du zum Beispiel schonmal einen Wildkräuter-Smoothie ausprobiert? Hier findest du das Rezept.

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