Stachelbeeren pflanzen, pflegen und ernten

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Nicht alle können sich für Stachelbeeren begeistern. Manchen sind die meist leicht behaarten Beeren zu sauer. Andere stören sich an den Dornen, die bei der Ernte ein paar Kratzer an den Händen hinterlassen können. Doch eigentlich wäre es schade, wenn die Stachelbeere in Vergessenheit geraten würde. Sie ist nämlich ein recht pflegeleichtes Fruchtgehölz. Außerdem gibt es inzwischen tolle aromatische Sorten, denen du im eigenen Garten eine Chance geben solltest – vor allem weil frische Stachelbeeren im Handel eher selten zu kaufen sind!

Stachelbeer-Sorten

Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) gehört wie die Johannisbeere zu den Stachelbeergewächsen. Woher sie stammt, ist nicht ganz klar. Man geht aber davon aus, dass sie seit dem 17. Jahrhundert in Gärten kultiviert wird. Die Früchte erkennst du gut an den Adern in der Fruchthaut. Oftmals haben die Beeren auch einen leichten Flaum. Stachelbeeren können an Sträuchern, am Spalier und an Stämmchen wachsen – kleinen Bäumchen, zu denen die Gehölze in Form geschnitten werden.

stachelbeere-sortenAus der Wildform mit ihren ursprünglich eher erbsengroßen, grünen Früchten sind inzwischen recht verschiedene Sorten gezüchtet worden. Sie unterschieden sich unter anderem aufgrund des Aromas, der Farbe und der Erntezeit ihrer Beeren. Rötliche Früchte tragen beispielsweise die Sorten ‚Rokula‘ und ‚Rolonda‘. Gelb sind die Stachelbeeren der ‚Reverta‘, während die ‚Invicta‘ eher gelb-grüne Beeren trägt. Egal für welche Sorte du dich entscheidest: Achte darauf, dass sie dem Mehltau trotzen.

Stachelbeeren pflanzen

Die ideale Zeit, um Stachelbeeren zu pflanzen, ist grundsätzlich der Herbst und das zeitige Frühjahr. Als ideal gelten die Monate Oktober und November – so haben die Pflanzen genügend Zeit, sich einzugewöhnen. Stecklinge kannst du aus gesunden, noch nicht vollständig verholzten Trieben schneiden. Größere Gehölze kannst du im Fachhandel kaufen.

stachelbeereEntscheidest du dich für klassische Sträucher, sollte der Abstand zwischen ihnen mindestens 1,50 Meter betragen. Platzsparender sind Stämmchen und am Spalier gezogene Stachelbeeren. Diese benötigen allerdings eine Stütze beziehungsweise ein entsprechendes Gerüst.

Wie Johannisbeeren kannst du auch Stachelbeeren grundsätzlich eine Handbreit tiefer setzen als sie davor standen. Kompost oder Langzeitdünger kannst du ihnen mit in das Pflanzloch geben. Wichtig: Gieße das Gehölz ordentlich an und mulche es mit Gras, Rindenmulch oder Gründünger. Sie schützen die flachen Wurzeln vor Verletzungen.Nach dem Pflanzen ist es auch Zeit für einen ersten Schnitt: Entferne alle Zweige bis auf maximal ein halbes Dutzend starker, gesunder Triebe und kürze diese um ein Drittel in der Länge ein.

Standort und Pflege

Stachelbeeren neigen dazu, in der prallen Sonnen einen Sonnenbrand zu bekommen. Der ideale Standort ist daher eher im lichten Schatten. Der Boden kann kalkhaltig, sollte aber nährstoffreich, durchlässig und feucht sein: Stachelbeeren müssen regelmäßig gewässert werden und dürfen nicht austrocknen. Die Mulchschicht leistet in diesem Fall gute Dienste, da sie die Feuchtigkeit im Boden hält. Zudem ist es ratsam, die Gehölze im März und nach der Blüte im Mai mit organischem Dünger zu versorgen.

Stachelbeeren sind anfällig für die Johannisbeerknospen-Gallmilbe, die Stachelbeerblattwespe sowie die Blattfallkrankheit. Ein großes Problem ist der Stachelbeermehltau. Am besten ist es, resistente Sorten zu pflanzen.

Stachelbeeren schneiden

Stachelbeeren müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie gesund bleiben und viele Früchte tragen. Die Beeren bilden sich in der Regel an den Trieben, die im Vorjahr gewachsen sind – ähnlich wie bei Himbeeren. Nach der Ernte, spätestens aber im Herbst, kannst du die Sträucher schneiden und dabei die ältesten drei Zweige entfernen.

Auch im Frühjahr kann noch einmal ein Schnitt nötig sein, wenn das Fruchtgehölz zu sehr austreibt beziehungsweise zu dicht wächst. Dieser Schnitt verjüngt die Stachelbeere nicht nur, du kannst die Beeren auch später einfacher ernten!

Ernte und Konservierung

Stachelbeeren reifen je nach Sorte von Juni bis August. Die Früchte kannst du einfach abpflücken – achte jedoch dabei auf die Dornen! Reife Stachelbeeren schmecken je nah Züchtung mehr oder weniger süß-säuerlich. Du kannst sie einfach so naschen oder für Kompott, Desserts und Kuchen verwenden. Konservieren lassen sie sich als Marmelade, Gelee und Chutney. Auch unreife Früchte kannst du dafür verwenden, wenn du sie nicht nachreifen lassen willst.

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