Schafgarbe (Achillea millefolium)

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Die heimische, mehrjährige Wildstaude, die häufig auf Wiesen und an Waldrändern zu finden ist, fühlt sich auch problemlos in einem Garten wohl.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Mittel- und Nordeuropa, sie aber genauso heimisch in Nordasien, Amerika und Afrika. Ihr natürlicher Lebensraum schwindet leider immer mehr und damit auch die von ihr abhängigen Insekten und Lebewesen.

Schafgarbe ist ein Korbblütler mit weißen, kleinen Blüten die auf Scheindolden angeordnet sind. Zu der Gattung: Asteraceae gehören rund 200 Sorten zu denen auch bekannte Wildkräuter wie Arnika, Löwenzahn und Wermut gehören.

Alle Pflanzen dieser Familie sind sehr wichtig für Insekten, Schmetterlinge und Wildbienen. Einige Insektenarten lassen sich zwischen den Wurzeln der Pflanze nieder und locken damit zahlreiche Nützlinge wie Marienkäfer und Schwebfliegenlarven an. Ein seltener aber gern gesehener Gast auf der Schaf ist der kleine Bläuling.

Wissenswertes: Bis zu 28 Wildbienenarten nutzen die Pollen der Schafgarbe, viele davon gelten inzwischen als bedroht oder befinden sich im Vorwarnstatus!

Die altdeutsche Bezeichnung `garve`/ Heiler weißt auf ihre ursprüngliche Verwendung als Heilpflanze hin. Schafe scheinen schon länger den Geschmack des Krautes zu schätzen und gaben ihr dann den zweiten Teil ihres deutschen Namens.

Geschichtliches

Laut der griechischen Ilias soll der Gattungsname auf den Helden Achilles zurückgehen, der schon damals die Schafgarbe zum Blutstillen von Wunden genutzt haben soll und ein weiterer Name: Frauendank, geht vermutlich auf die Verwendung in der Frauenheilkunde zurück.

Inhaltsstoffe: u.a. Campher, Thujon, Cineol, Eukalypthusöl, Gerbstoffe, Flavanoide, Bitterstoffe, Cumarin, Mineralstoffe und Natrium

Hinweis: Auch Heilpflanzen können Nebenwirkungen haben, deshalb sollte bei ernsthaften oder länger anhaltenden Problemen immer ein Arzt aufgesucht und Rücksprache gehalten werden!

Heil- und Nutzpflanze des Jahres 2021

Die jungen, fein gefiederten Blätter schmecken gerade im Frühjahr sehr lecker in Quark oder Smoothies und der komplette obere Teil inklusive Blüten kann getrocknet und als Tee oder Badezusatz genutzt werden.

Die Hauptsammelzeit beginnt im Juli und Ende – je nach Wetterlage- im September.

Achtung: Der Saft und auch die Pollen können bei empfindlichen Personen Rötungen auf der Haut, allergische Reaktionen und sogar eine Wiesendermatitis auslösen.

Wiesendermatitis / Berloque-Dermatitis ist ein Hautausschlag, der von einigen Wiesenkräutern und fast allen Doldenblütlern ausgelöst werden kann, wenn ihr Saft in Verbindung mit Sonne auf der Haut aufgebracht wird oder beim Gärtnern unbeabsichtig auf sie gelangt. Diese phototoxische Reaktion verursacht wässrige Blasen, die meistens tiefe Narben hinterlassen!

Viele interessante Rezepte findet Ihr auch auf der folgende Seite des Bayrischen Rundfunks: Rezepte für Ihre Gesundheit mit Schafgarbe

Standort und Pflege

Die 6 bis 1,50m hohen Wildstauden benötigen einen sonnigen, nicht zu feuchten und nährstoffreichen Boden. In lockerem Boden vermehren sich die Pflanzen über Wurzelausläufer und Samen. Sie lassen sich sehr einfach teilen und verpflanzen und sind ansonsten sehr pflegeleicht. Ältere Stauden verkahlen oftmals nach einigen Jahren, also ist das Teilen nicht nur eine schöne Sache um Gartennachbarn mit den Pflanzen zu beglücken, sondern es hält die Pflanzen auch jung.

Ein Rückschnitt im Frühjahr nach der ersten Blüte fördert einen neuen Blütenansatz und das Stehenlassen der Blütenstände über den Winter, bietet ein leckeres Buffet für Gartenmitbewohner.Wem die gemeine, weiße Schafgarbe zu langweilig ist und sie nicht nutzen möchte, der kann sich in Naturgärtnereien oder gut sortierten Gartencentern auch für eine farbige Variante entscheiden. Es gibt inzwischen niedrigere Sorten, die sich auch in einem Steingarten gut etablieren und die Farbvarianten: creme, gelb, lachsrosa, orange, pink, rot, violett, weiß und verschieden Pastellfarben.Beste Pflanzzeit ist der Frühling oder der Herbst, die Blütezeit reicht – je nach Standort und Sorte – von Mai bis September.

Foto: Melanie Schellack

Schafgarbe fördert nicht nur die Fruchtbarkeit von Beerensträuchern und wehrt Läuse an Obstbäumen ab, sie schützt den Boden auch vor dem Austrocknen und Erosion. Sie eignet sich gut als Düngepflanze im Kompost oder der Flächenkompostierung und ist ein guter Kräutermulch. Sie stärkt andere Pflanzen in ihrem Beet, benötigt aber immer etwas freien Platz für sich.

Aussaat

Die kleinen, feinen Samen verbreiten sich gerne von alleine im Garten und vertragen nur Staunässe nicht. Die Aussaat erfolgt am besten im Freiland oder in einem Topf mit nährstoffarmer Erde im April bis Mai. Nach dem Pikieren sofort an Ort und Stelle pflanzen! Die Pflanzen breiten sich nach dem Anwachsen gut aus und sollten in einem Abstand von 20cm  gesetzt werden.

Wichtig: Schafgarben sind Lichtkeimer, die Samen werden nur auf die Erde gelegt und leicht angedrückt!

Foto: Melanie Schellack
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