Pflücksalate: Sortenwahl, Anbau und Ernte

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Pflücksalate

Du liebst es, so oft wie möglich eine Schüssel mit grünem Salat auf den Esstisch zu stellen, einen bunten Mix aus jungen, frisch geernteten Blättern, abwechslungsreich in Optik und Geschmack? Dann sind Pflücksalate das perfekte Gartengemüse für dich! Im Gartenbeet kannst du sie vom beginnenden Frühling bis zum Hochsommer immer wieder aussäen oder nachpflanzen und bis in den Oktober hinein ernten. Auch Balkon- und Terrassengärtner, ja sogar Fensterbankgärtner können mit wenig Aufwand in Kästen und Kübeln eine gute und mehrfache Ernte erzielen. Was du beachten solltest, damit deine Salatschüssel regelmäßig gefüllt wird, erfährst du in diesem Beitrag.

Was sind Pflücksalate?

Pflücksalate gehören zu den Gartensalaten, stellen aber keine eigene Sorte dar. Vielmehr ist die Bezeichnung „Pflücksalat“ ein Sammelbegriff für die Gruppe von Salaten, die keine Köpfe ausbilden, sondern in mehr oder weniger lockeren Blattrosetten wachsen. Dazu gehören zum Beispiel der Eichblattsalat, Lollo Rosso oder Batavia. Als Gärtner hast du immer die Wahl: Du kannst entweder abwarten, bis dein Rosettensalat schön groß ist und ihn dann im Ganzen ernten oder du machst einen Pflücksalat daraus und erntest über einen längeren Zeitraum Blatt für Blatt.

Seit einiger Zeit begegnen Pflücksalate uns auch unter dem englischen Namen „Baby Leaf“, der unterstreicht, dass die Blätter dann geerntet werden, wenn sie noch jung und zart und damit auf dem Höhepunkt ihrer Nährstofffülle sind. Die ebenfalls zu den Gartensalaten zählenden „Schnittsalate“ unterscheiden sich von den Pflücksalaten nur in der Ernte: Ihre Blätter können mit einem einzigen Schnitt abgeerntet werden.

Sortenvielfalt

PflücksalatNeben Salatklassikern wie Endivie, Batavia, Lollo Bionda, Lollo Rosso, Romana- und Eichblattsalaten können auch die Blätter von Mangold, Rote Bete und Spinat als „Baby Leafs“ von außen nach innen jung abgeerntet und roh genossen werden. Junges Grün von Rucola, Senf, Basilikum, Portulak oder Löwenzahn bereichern die Salatschüssel um ihren intensiven Geschmack. Für Fans der Asiatischen Küche werden spezielle Pflückmischungen aus fernöstlichen Pflanzen angeboten. 

Bei der Auswahl der für dich passenden Sorten sollte aber nicht nur der Geschmack eine Rolle spielen. Es gibt frühe und späte Sorten, und so muss auch die relevante Jahreszeit in die Überlegungen mit einbezogen werden. Die Produktbeschreibung gibt jeweils Auskunft darüber, in welchen Monaten eine Sorte oder Mischung ausgesät oder gepflanzt werden kann!

Standort und Pflege

Pflücksalat kann 20 bis 30 Zentimeter hoch werden, vorausgesetzt du gönnst ihm die Fürsorge, die er braucht. Auf seiner Liste der optimalen Wachstumsbedingungen steht ein sonniger bis halbschattiger Standort, an dem in den letzten zwei, noch besser drei Jahren kein Salat angebaut wurde. Er möchte in lockerer, humus- und nährstoffreicher Erde wurzeln und braucht viel Feuchtigkeit. In trockenen Zeiten solltest du an regelmäßiges Gießen denken und den Boden rund um die Pflanzen entweder mulchen oder hin und wieder hacken, damit die Feuchtigkeit besser aufgenommen wird. Er freut sich über eine Kompostgabe vor der Aussaat oder Pflanzung, braucht dann aber für den Rest seiner Vegetationszeit keinen Dünger mehr. Als Lückenfüller und Nachbar verträgt er sich besonders gut mit Bohnen, Kohlrabi, Möhren, Radieschen, Dill, Rettich, Spinat, Rote Bete, Zwiebeln und Kohlgemüse.

Aussaat und Anzucht

Für die Anzucht von Pflücksalat gelten die gleichen Regeln wie für andere Gartensalate. In unserem Beitrag über die Anzucht, Pflege und Verwendung von Salat findest du alle wichtigen Tipps. Besonders praktisch und zeitsparend ist die Verwendung von Saatbändern für die Aussaat ins Beet oder von Saatplatten, die sich auch in Kübeln und Hochbeeten bewähren. Für eine durchgehende Ernte von Frühjahr bis Herbst empfiehlt sich eine regelmäßige Aussaat im Drei- bis Vier-Wochen-Rhythmus.

Anbau und Ernte der Pflücksalate

Die hohe Gartenkunst liegt beim Pflücksalat übrigens nicht in der aufwändigen Pflege, sondern in der gekonnten Ernte. Etwa sechs Wochen nach der Aussaat sind die Salatpflanzen 15 bis 20 Zentimeter hoch gewachsen. Jetzt kann es losgehen! Damit du deine Salatpflanzen über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen regelmäßig beernten kannst, ist es wichtig, von außen nach innen zu pflücken und das Salatherz in der Mitte stehen zu lassen. Nur so können sich neue Blätter bilden! Brich die äußeren Blätter direkt über der Erde vorsichtig mit der Hand ab. Alle zwei bis drei Tage kannst du wieder junge Blätter ernten. Wenn du das am Vormittag machst, die Blätter in ein feuchtes Küchenhandtuch einschlägst und bis zum Verzehr in den Kühlschrank legst, ersparst du ihnen das Erschlaffen in der Mittagssonne und kannst dich auch noch am Abend über knackigen und frischen Salat freuen.

Schnittsalat braucht ebenfalls etwa sechs Wochen bis zur Erntereife. Wie der Name schon sagt, werden seine Blätter nicht gepflückt, sondern mit einem scharfen Messer und einem einzigen Schnitt von der Pflanze getrennt. Wichtig ist hier, dass der Schnitt oberhalb der winzigen Herzblätter erfolgt, da diese für eine erneute Ernte unbedingt erhalten bleiben müssen. Anschließend treibt der Salat neu durch und bildet frische Blätter aus. Auf diese Weise lässt er sich etwa dreimal beernten.

Wenn der Salat „schießt“ und Blüten austreibt, ist die Erntezeit auch für Pflück- und Schnittsalate vorbei, denn geschossener Salat schmeckt nur noch bitter.

Pflücksalate im Hochbeet

Pflücksalat HochbeetSchnecken lieben Pflücksalate und können den Anbau im Gartenbeet erheblich beeinträchtigen. Ein mit Schneckenzaun gesichertes Salat-Hochbeet ist eine gute Möglichkeit, den ungebetenen Mitessern entgegen zu wirken. Um den begrenzten Platz im Hochbeet über die ganze Saison optimal auszunutzen, kannst du es im zeitigen Frühjahr (März/April) reihenweise mit vorgezogenem Pflücksalat, Schnittsalat, Radieschen, Spinat und Rucola bepflanzen. Im Sommer werden die abgeernteten Pflanzen durch eine „Misticanza“ (italienische Pflücksalatmischung) ersetzt. Ergänzend können Basilikum und Sommerportulak eingesät werden. Im Spätsommer bilden dann Lollo Bionda, die Batavia-Sorte „Teide“ und „Grand Rapids“ ein schönes Salatbeet, das bis in den Oktober hinein für Ernte sorgen kann. Je nach Größe des Hochbeets kannst du deine Pflück- und Schnittsalate natürlich auch mit Kopfsalaten kombinieren.

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