Paprika: Anbau, Pflege und Ernte

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Naschpaprika

Paprika (Capsicum) war vor einigen Jahren noch ein Exot im Gemüsegarten. Inzwischen erfreut sich das Nachtschattengewächs großer Beliebtheit und wurde für die Jahre 2015 und 2016 zum Gemüse des Jahres erkoren. Kein Wunder: Paprika gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten und seine Früchte gelten als reich an Vitamin C.

Paprika-Sorten

Paprika gibt es in unzähligen Varianten, die sich in Aussehen und Geschmack unterscheiden. Die Art Capsicum annuum ist hierzulande am weitesten verbreitet. Zu ihr gehören Gemüsepaprika, aber auch Peperoni, Pfefferoni und Chili.
Wenn du milden und süßschmeckenden Paprika anbauen möchtest, solltest du Gemüsepaprika wählen. Je nach Sorte sehen die Früchte aus wie Blöcke, Kugeln, Herzen oder Kegel. Eine ungewöhnliche Form haben die Sorten Glockenpaprika, Liebesapfel und Paradeisfrüchtig. Auch bei den Farben hast du eine große Auswahl. Neben den roten, gelben und orangenen Paprika gibt es auch Paprika in außergewöhnlichen Farben: Die Früchte der Sweet Chocolate sind schokoladenbraun, die Beeren der Pusztagold blassgelb und die der Mavras F1 dunkelviolett bis dunkelrot. Grün sind Paprika übrigens nur, wenn sie unreif sind.

Chili, Pfefferoni und Peperoni der Art Capsicum annuum sind schärfer als Gemüsepaprika: Sie enthalten mehr Capsaicin. Mit den Sorten des Chinesischen Paprika (Capsicum chinense) können sie aber nicht mithalten. Auch in der Form unterscheiden sich die scharfen Varianten von der milden Gemüsepaprika: Die Beeren von Chili und Peperoni sind oftmals keilförmiger und kleiner. Ein besonderer Hingucker im Beet ist die Sorte Lila Luzie, deren Beeren  sich lila, gelb und orange färben, bevor sie rot und reif sind. Wer es besonders scharf mag, sollte zum Chili Habanero Tropical Red greifen.

Paprika vorziehen

Paprika kannst du ab Februar auf der Fensterbank vorziehen. Bedecke die Samenkörner aber nur mit wenig Erde. Manche Sorten gehören auch zu den Lichtkeimern. Deren Samen solltest du kaum oder gar nicht bedecken, sondern sie nur leicht an der Oberfläche andrücken. Paprikasamen brauchen Wärme, Licht und Luftfeuchtigkeit, damit sie keimen. Temperaturen um die 25 Grad Celsius gelten als ideal. Plastikfolie oder ein Mini-Gewächshaus helfen, die Luftfeuchtigkeit  zu halten. Sobald die Pflänzchen das erste Blattpaar ausgebildet haben, kannst du sie pikieren und in einzelne Töpfchen setzen. Pflanze sie ruhig tiefer ein, damit sie weitere Wurzeln bilden können.

Da Paprika sehr empfindlich sind, solltest du sie erst ins Beet setzen, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. In der Regel ist das ab Mitte Mai der Fall. Bevor die Pflanzen dauerhaft umziehen, solltest du sie zunächst nur stundenweise nach draußen stellen. So können sie sich an die Bedingungen gewöhnen.

Standort und Pflege

Paprika stammen ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika. Sie brauchen daher einen geschützten Standort mit viel Sonne und Wärme. Noch besser bekommt ihnen ein Platz im Gewächshaus. Der Boden sollte durchlässig, locker und sehr nährstoffreich sein. Wie Tomaten gehören Paprika zu den Starkzehrern. Bereite daher ihr Beet mit Kompost und Langzeitdünger vor, bevor du die Jungpflanzen setzt. Danach solltest du ihnen ab und zu eine Portion Flüssigdünger gönnen. Auch Wasser brauchen die Gewächse reichlich – vor allem wenn sie beginnen, Früchte zu tragen.

Die Pflanzen können bis zu 1,20 Meter hoch werden. Damit sie nicht umknicken, brauchen viele Sorten einen Stab, an dem du sie festbinden musst. Probleme können ihnen Mehltau und Varianten des Mosaikvirus sowie Blattläuse, die Weiße Fliegen und Trauermücken bereiten. Paprika wachsen sehr langsam. Je nach Lage und Klima beginnen sie im Juni zu blühen, im Hochsommer kannst du erste Früchte ernten. Manchmal bilden sich die Früchte auch erst später im Jahr aus. Da die Paprika keinen Frost verträgt, solltest du die Pflanzen daher unbedingt rechtzeitig ins Haus holen und die Früchte im Warmen an einem hellen Standort wachsen und ausreifen lassen.

Ernte, Verwendung und Konservierung

Paprika gelten als reif, wenn sie einen Farbumschlag gemacht haben – also ihre Farbe beispielsweise von grün auf rot oder orange verändern. Du kannst die Beeren aber auch unreif, also grün, ernten. Sie schmecken dann allerdings nicht so süß wie reife Früchte. Gemüsepaprika kannst du roh essen, in Salate schneiden, sie mit Reis oder Hackfleisch füllen und schmoren oder sie dünsten, braten oder grillen. Chili und Peperoni geben mit ihrer Schärfe Gerichten, Soßen und Dips einen Kick.

Frisch halten sich die Beeren etwa eine Woche lang, wenn du sie im Kühlschrank aufbewahrst. Je nach Sorte kannst du sie trocknen, einfrieren oder sauer einlegen, um sie zu konservieren. Für selbst gemachtes Paprikapulver kannst du getrocknete Beeren mahlen.

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