Oregano: Anzucht, Pflege und Verwendung

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oregano

Dost, Stauden- oder Wilder Majoran: Oregano ist unter vielen Namen bekannt. Ursprünglich stammt das wärmeliebende Würzkraut mit den charakteristischen eiförmigen Blättern aus dem Mittelmeerraum. Dort ist es bis heute ein wichtiger Bestandteil in der Küche. Hierzulande verwenden wir Oregano vor allem für italienische Gerichte, allen voran für Pizza und Pasta.

Oregano-Sorten

Als Klassiker unter den zahlreichen Sorten gilt der Echte Oregano (Origanum vulgare). Diese wildwachsende Sorte besticht vor allem durch ihre zahlreichen rosafarbenen Blüten, die im Sommer viele Insekten anziehen. Zum Würzen eignen sich aber andere Sorten besser: Möchtest du etwa das typische Pizza-Gewürz im Garten anbauen, solltest du zum weißblühenden Griechischen Oregano (Origanum Hirtum) greifen. Und wer es eine Spur feuriger mag, kann mal die Sorte Hot & Spicy ausprobieren.
Ein echter Hingucker wiederum ist Gold-Oregano (Origanum vulgare ‚Aureum‘). Seine Blätter sind leuchtend gelb – und machen dem Namen der Pflanze alle Ehre. Optisch macht er sich übrigens auch im Staudenbeet ganz gut. Gold-Oregano ist auch unter dem Namen Goldmajoran bekannt. Und das ist nicht verwunderlich: Majoran ist nämlich eng mit Oregano verwandt, daher auch sein botanischer Name Origanum majorana.

Oregano vermehren, aussäen und vorziehen

Oregano kannst du über Teilung vermehren, als Jungpflanzen kaufen oder selbst aussäen. Prinzipiell kannst du die Samen ausbringen, sobald keine Bodenfröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist das nach den Eisheiligen der Fall, also in der zweiten Hälfte des Wonnemonats Mai.
Einfacher als die Direktsaat ist es, die Jungpflanzen ab Februar auf der Fensterbank vorzuziehen. Lege dafür die Saatkörner auf magere Kräutererde und drücke sie vorsichtig fest. Bedecke sie aber nicht mit Erde: Oregano ist ein Lichtkeimer, er benötigt also Helligkeit, damit sich ein Sämling entwickelt. In der Regel dauert es etwa drei Wochen, bis die Samen keimen. Damit sich die Jungpflanzen optimal entwickeln, solltest du die winzigen Oreganos pikieren. Nach den Eisheiligen kannst du sie dann ins Freie setzen.
Für die vegetative Vermehrung teilst du im Frühjahr den Wurzelstock einer älteren Pflanze. Achte darauf, dass die Teilpflanzen nicht nur Wurzeln, sondern auch grüne Triebe besitzen und pflanze diese an den gewünschten Stellen ein.

Die richtige Pflege

Oregano ist ein wärmeliebendes Gewächs. Je sonniger der Standort, umso besser – für die Entwicklung der Pflanze und für das Aroma des Gewürzes. Der Boden sollte kalkhaltig sein, darüber hinaus stellt das Kraut keine besonderen Ansprüche an ihn. Im Gegenteil: Gerade an kargen und nährstoffarmen Standorten fühlt sich die Pflanze besonders wohl. Daher gilt Oregano auch als ideales Gewächs für einen Steingarten. In der Kräuterspirale kannst du ihn im Trockenbereich an der Spitze einsetzen, neben anderen südländischen Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Thymian.
Je nach Sorte kann Oregano bis zu 60 Zentimeter hoch werden. Am richtigen Standort übersteht er problemlos nicht allzu strenge Winter im Freien ohne Schutz. Im beginnenden Frühjahr solltest du den Strauch allerdings zurückschneiden, da die Stängel bei älteren Pflanzen sonst zum Verholzen neigen. Damit sie schön dicht und buschig wächst, kappst du den Strauch am besten etwa ein Handbreit über dem Boden.
Anders als andere Kräuter solltest du Oregano unbedingt blühen lassen. Die – je nach Sorte – hellroten bis rotvioletten oder weißen Blüten sind nicht nur tolle Bienenweiden und bieten jede Menge Nektar für Bienen und Schmetterlinge. In dieser Zeit ist auch das Kraut am aromatischsten! Nach der Ernte lässt du die Pflanzen am besten in Ruhe, damit sie genügend Kraft für den Winter sammeln kann.

Ernte & Konservierung

Bei Oregano kannst du prinzipiell von Frühjahr bis Sommer frische Blätter und Triebspitzen ernten. Ideal ist es aber, ihn in der Blütezeit von Juni bis September zu ernten. Dann ist nämlich nicht nur der Anteil an ätherischen Ölen am höchsten, die dem Kraut sein typisches pfeffrig-scharfes Aroma verleihen. Auch die Blüten gelten als besonders geschmacksintensiv und sollten daher unbedingt ebenfalls geerntet werden.
Getrocknet konserviert Oregano sein Aroma am besten. Für die Ernte schneidest du die Stängel – wie beim Frühjahrsschnitt – einen Handbreit über dem Boden ab, bindest sie zu losen Bündeln und lässt diese an einem luftigen, regengeschützten Ort trocknen. Anschließend kannst du die getrockneten Blätter und Blüten von den Stängeln abstreifen und lagern. Wir empfehlen dafür einen trockenen, aber luftigen Ort. Ansonsten neigt Oregano dazu, muffig zu werden.
In der Küche kannst du das Kraut nicht nur zum Würzen von italienischen, griechischen oder spanischen Speisen verwenden. Man sagt ihm auch eine gewisse Heilwirkung nach: Die ätherischen Öle sollen verdauungsfördernd sein und – als Tee aufgegossen – Husten lösen.

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