So entsteht mein Nutzgarten Teil 5: Bei Sioux und Maya…und was sonst noch im Mai los ist

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Keine Sorge: Ich führe keine indianischen Regentänze im Garten auf und pflege nach Feierabend auch keine Friedenspfeife zu rauchen. Und doch kann man sich von den indigenen Völkern Amerikas einiges abgucken. 

Drei Schwestern – ein starkes Team

So haben die Maya ihre Bohnen, ihren Mais und ihren Kürbis stets im Dreiergespann wachsen lassen. Weil  jeder dem anderen etwas zu geben hat: Der Mais ist Rankhilfe für die Bohnen. Die revanchieren sich, indem sie Stickstoff im Boden einlagern – ein wichtiger Dünger für die Starkzehrer Mais und Kürbis. Letzterer wiederum schützt mit seinen großen Blättern den Boden vor dem Austrocknen. Auf Neudeutsch also eine klassische Win-Win-Situation. Ob das „Drei-Schwestern-Beet“ nicht nur in Honduras, sondern auch in Hessen funktioniert, teste ich gerade auf einer kleinen Fläche hinter der Garage. Den Mais hatte ich dazu vorgezogen, damit die Bohnen, wenn sie wachsen, gleich etwas zum Festhalten haben.

MILPAIndianertipi zum Anbeißen

Nicht wirklich indianisch, aber witzig für Kids ist ein Bohnen-Tipi. Um dafür Platz im Beet zu schaffen, haben wir das Frühbeet „geräumt“ – das heißt, größtenteils haben wir es gegessen. Dort bilden jetzt sechs lange Bambusstäbe das Tipi-Gerüst. Rundherum haben die Kinder die Feuer- und Stangenbohnen eingebuddelt und können es kaum erwarten, bis ihre Tipi-Wände wachsen. 

BohnentipiPflanzfertig geliefert: Paradeiser für’n Paradiesgarten

Schon im Frühjahr hatte ich das Tomaten-Pflanzpaket im beetfreunde Shop bestellt. Und jetzt, punktgenau zur richtigen Pflanzzeit, wurde es angeliefert. Ich war überrascht, wie groß die vier unterschiedlichen Pflänzchen schon waren. Nach der langen Reise waren sie etwas durstig, haben sich aber nach dem Einpflanzen gleich erholt.

TomatenpaketIdee: Pflanzkübel selber machen

Für die Zucker- und Mark-Erbsen, die an der Garagenwand hochranken sollen, fand ich die handelsüblichen Kunststoff-Balkonkästen irgendwie zu schmal. Deshalb habe ich auf die Schnelle einen Pflanzkübel gebastelt. Dafür habe ich Holzbretter zum Aufeinanderstecken gekauft, auf das Maß 90 x 30 zugesägt und daraus einen Rahmen zusammengehämmert. Die Konstruktion ist alles andere als professionell, aber hält. 

Unkraut und Ungeziefer: Aufruhr im Beet

Verrückt machen könnte einen der Garten schon manchmal. Zum Beispiel, wenn sich Unkraut als Nutzpflanze tarnt. So ist es mir im Hochbeet ergangen: Das Unkraut sah genauso aus wie das Kraut vom Kohlrabi – wenigstens für mich. Eine erfahrene Gärtner-Freundin hat’s zum Glück entdeckt und gleich rausgeworfen. Jetzt sieht es bei den Kohlrabis fast etwas leer aus.
Täglich führe ich einen zähen Kampf gegen die Winden, die mit einer beachtlichen Geschwindigkeit einfach alles umwickeln, was ihnen zwischen die Schlingarme kommt. 

Schnecken gibt es natürlich auch. Doch das Problem sind weniger die Schnecken, sondern meine Kinder. Die finden sie süß, bauen ihnen Häuschen aus Pappe und geben ihnen zu essen. Mitten im Beet haben sie einen „Schneckenwald“ eingerichtet und zum Naturschutzgebiet erklärt. Da darf ich nicht ran. Wenn sich aber die Dunkelheit übers Beet legt, schwärmen die schleimigen Tiere auf Futtersuche aus. Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als sie einzeln mit der Schaufel ans andere Gartenende zu tragen. 

Blattläuse gibt es lediglich auf ein paar Blumenstauden, doch hier ging ich brutaler ans Werk: Ich habe die grünen Genossen ganz fies mit verdünnter Jauche besprüht. Den meisten von ihnen hat das den Garaus gemacht. Verständlich: Hätte man mich mit der übelriechenden Brühe übergossen, wäre es mir sicher ähnlich gegangen. 

Da liegt ein Duft in der Luft: Jauche – eine stinkige Wohltat

Willst Du Dich einmal wie Miraculix fühlen? Dann empfehle ich Dir, mal eine Brennessel-Jauche anzusetzen. Alles, was Du dafür brauchst, ist ein großer Eimer, Brennesseln und Wasser. Zwei Wochen lang musst Du das grüne Gemisch dann umrühren. Ein Zaubertrunk aus Krötenschleim, Käsefuß und Katzenkralle riecht vermutlich nicht schlimmer. Doch das Gebräu ist, verdünnt in viel Wasser, ein echter Krafttrunk für die Pflanzen. Wer nicht selbst tätig werden möchte kann auch das Extrakt hier bestellen.

brennnesseljauche

Die Erntezeit kommt! 

Als wir im April das erste Radieschen geerntet haben, was das ein echtes Event. Mittlerweile haben wir uns schon daran gewöhnt, immer wieder mal etwas Leckeres aus dem Garten zu holen, zum Beispiel: 

● Rhabarber: Schmeckt nicht nur als süßes Kompott, sondern auch roh in etwas Salz getunkt, wie es die Afghanen machen. 

● Spinat: Irgendwann ist er nicht mehr weiter gewachsen. Richtig viel Ertrag war das nicht, aber ein paar Mal sind wir doch satt geworden. Am besten fand ich den Spinat roh als Salat mit Zitronen-Honig-Dressing.

● Radieschen: Sehr kräftig und kein Vergleich zu den faden Wasserbomben aus dem Supermarkt.

Wilde Rauke: Fast schon scharf und unheimlich stark im Geschmack. Das Ganze auf der selbstgemachten Pizza und Parmesankäse draufgerieben. Ein Traum!

Du siehst: die Erntesaison rollt an. Und mal ehrlich: Ich finde es ziemlich cool, Besuch oder Freunden zum Abschied ein paar Radieschen oder einen Bund frischen Schnittlauch mitzugeben.

2 Kommentare

  1. Hallo Natalie
    Ich habe mir gerade alle deine Folgen “ So entsteht ein Nutzgarten“ durch gelesen und finde es wirklich spannend.
    Da ich leider nur eine kleine Terrasse habe und ich Gärtnern kann habe ich Kräuter in Töpfen wie z.b. Major usw.
    Bienen freundliche Stauden sind dieses Jahr dazu gekommen.
    Ich find es es sehr,sehr spannend zu sehe was wird aus der Staat. Habe ich vielleicht zu früh ausgesät?
    Und so lernt man von Jahr zu Jahr wie man Fehler vermeidet.
    Ich bin gespannt wie es bei euch weiter geht.
    Viele Grüße

    • Hallo lieber Thorsten, das freut uns wirklich sehr, dass dir die Einblicke in Natalies erste Gartenerfahrungen so gut gefallen. Uns beetfreunden macht es auch sehr große Freude, Natalie und ihre Familie dabei zu begleiten 🙂
      Viele Grüße vom beetfreunde Team

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