So entsteht mein Nutzgarten – Teil 7: Hallo Paradies! 

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Nutzgarten

Vielleicht erinnerst Du Dich ja: Zu Beginn meines Projekts, als es draußen noch kalt und frostig war, stand diese Vision vom Paradiesgarten. Aus dem bisschen Erde vor unserem Haus wollte ich Stück heile Welt zaubern, einen kleinen Garten Eden voller praller Früchte, bunter Farben und tanzender Schmetterlinge. 
Jetzt ist mein Gartenparadies Wirklichkeit geworden. Es ist fast genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte, allerdings noch blumiger, dschungelhafter, wilder und facettenreicher – noch schöner! Gerade beginne ich, Gemüse im großen Stil zu ernten und ich merke: die ganze Mühe hat sich tatsächlich gelohnt.

Mein Nutzgarten: ein kleiner Kraft-Quell

Und noch eines merke ich: Mein Nutzgarten ist viel mehr als nur ein Lieferant vitaminreicher Kost. Hier ist ein kleiner Kraft-Ort entstanden, eine Tankstelle für positive Energie, eine Auszeit-Ecke und Meditations-Insel – ein Stück irdisches Paradies eben. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand durch die Beete gehen, schauen, was gewachsen ist, dieses morgendliche Ritual liebe ich. Das ist für mich morgendliche Routine geworden. Mit einem solchen Tagesbeginn im Rücken kann ich der Lawine aus Alltags-Wahnsinn, die unweigerlich folgt, ruhig ins Auge blicken. 

Wer richtig sät, wird reichlich ernten

ZucchiniHalleluja! Sieh Dir nur diese Zucchini an – sind sie nicht eine Wucht? Am meisten begeistert mich die Geschwindigkeit, in der die Pflanze ständig neue Früchte produziert. Kaum ist der eine Zucchino geerntet, liegt schon der nächste da. Und dann der Geschmack – göttlich. Am liebsten bereite ich sie nach diesem ganz simplen Rezept zu:

Simple Zucchini
● etwas Knoblauch in reichlich Öl anbraten
● zwei frische, gewürfelte Tomaten hinzugeben
● Zucchini vierteln (mit Schale) und in etwa ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden
● das Ganze dünsten und mit Salz, Pfeffer und einem Teelöffel Kurkuma abschmecken
● Joghurt-Dip dazu reichen

Bitter, scharf, süß: Der Geschmack des Gartens


Den Kohlrabi, der jetzt reif ist, mag ich schon allein, weil er so lustig wächst: Die Knolle bildet sich mitten am Stängel heraus und sieht ein bisschen aus wie ein UFO. Überirdisch gut ist jedenfalls der Geschmack: Im ersten Moment saftig-frisch, dann aber folgt eine leicht scharfe Würze. Wirklich kein Vergleich zu dem, was man im Supermarkt bekommt! Deshalb genieße ich das intensive Aroma am liebsten pur. 

Wer es lieber süß mag, kann aus roten und schwarzen Johannisbeeren, Stachelbeeren und Kirschen (hab mir einfach eine Handvoll aus dem Nachbargarten gemopst) blitzschnell eine leckere rote Grütze machen:
● ½ Kilo Früchte mit etwas rotem Fruchtsaft aufkochen (notfalls geht auch Wasser)
● 3 EL Zucker dazugeben
● mit 1 EL Kartoffelstärke binden
Schmeckt himmlisch mit Vanilleeis.

Flower Power für Tees und Salate


Von gelb-orange bis zartlila: Aktuell stehen im Garten alle Zeichen auf bunt. Während die Wicken betörend duften, die Feuerbohnen in intensivem Rot lodern, ist aus dem Meer an Ringelblumen schon fast eine Sintflut geworden. Ich habe mir vorgenommen, nächstes Jahr konsequenter zu sein und sie nur an ihrem zugewiesenen Platz wachsen zu lassen. Immerhin habe ich versucht, auch die Blumen irgendwie zu nutzen.

● Die Blüten der Ringelblumen, Pfefferminze und Lavendel habe ich getrocknet, um eigene Teemischungen herzustellen.

● Ringelblumen und die Blüten der Kapuzinerkresse, Kleeblüten und Gänseblümchen sorgen für appetitliche Farbtupfer im Gartensalat.

essbare blueten

Möchtest Du wissen, was sich sonst noch in den vergangenen Wochen getan hat? Dann lies hier weiter!

…dem 3-Schwestern-Beet
Buchstäblich ein Riesen-Erfolg. Der Mais ist schon größer als der auf den Feldern hier. Der Kürbis wächst schon fast in beängstigendem Tempo übers Garagendach. Zu den drei Schwestern hat sich noch eine vierte dazugesellt: fröhliche Sonnenblumengesichter.

…dem Bohnentipi
Die Feuerbohnen finden’s prima. Sie sind längst oben an der Spitze des Tipis angekommen. Für die Kinder ist der Platz drinnen fast zu klein. Außerdem hatten sich die Kids die „Zelt“-Wände dichter bewachsen vorgestellt. Fazit: Nächstes Jahr mehr und längere Bambusstangen nehmen.

…den Kartoffel-Pflanz-Säcken
Bisher sind die Sack-Kartoffeln ebenso gut gewachsen wie jene im Beet. Doch jetzt hat sie anscheinend die Dürrfleckenkrankheit erwischt. Habe die betroffenen Blätter abgeschnitten. Mal sehen, ob sie sich wieder erholen.

Liebe Leserin und lieber Leser, ich hätte noch so viel zu erzählen. Der Garten ist längst mein Lieblingsthema geworden. Ich weiß allerdings, dass ich schwer zu bremsen bin, sobald ich in meinen Monolog übers Pflanzen und Ernten verfallen bin. Zum Glück zupft es dann gleich meist an meiner Hose und ich sehe die strafenden Blicke meiner Kinder: „Mama, nicht schon wieder“. Also sage ich jetzt lieber Tschüß und bis bald – aus dem Paradies!

 

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Natalie Frank
Natalie Frank ist 1975 geboren und schreibt als freiberufliche Texterin vor allem über Tourismusthemen. Vor Kurzem ist sie mit ihrer Familie in ein kleines Häuschen aufs Land gezogen und will sich jetzt ihren Traum vom eigenen Nutzgarten verwirklichen - gesund, bunt und bio. Doch ob alles so klappt wie geplant? Da steht eine ganze Menge Leidenschaft gegen ein Null an Gärtner-Erfahrung. Auf beetfreunde.de könnt Ihr Natalies Projekt von Beginn an mitverfolgen - und mit dabei sein, wenn im Sommer hoffentlich viel leckeres Obst und Gemüse aus eigenem Anbau geerntet werden.

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