Möhren: Tipps zu Anbau, Pflege und Ernte

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Möhren gehören zu unseren ältesten und wohl auch beliebtesten Kulturpflanzen. Sie gelten aufgrund ihres hohen Anteils an Betacarotin als gesund und sind eigentlich das ganze Jahr über im Supermarkt erhältlich. Warum du sie dennoch im Garten anbauen solltest? Die Auswahl an Sorten ist größer und frisch geerntet schmecken die nussig-süßen Rübchen einfach am besten!

Möhren-Sorten

Karotten, Wurzeln, Möhren, gelbe Rüben: Das Wurzelgemüse mit dem botanischen Namen Daucus carota ssp. Sativus ist hierzulande unter vielen Namen bekannt. Vom Pflanzenaufbau her sind sie aber dasselbe – auch wenn man im Handel kurze, rundliche und stumpfe Möhren in der Regel als Karotten bezeichnet. Denn Möhren gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. Die Wurzeln können spitz oder eben stumpf zulaufen, rund, kegel- oder walzenförmig sein. Die Sorten unterscheidet man grundsätzlich nach Erntezeit; einige Wurzeln kannst du auch die ganze Saison über ziehen. Zu den frühen Sorten gehören die kugelförmige und relativ schnell reifende Karotte Pariser Markt sowie Milan und Nantaise 2, die du auch später im Jahr noch einmal aussäen kannst. Zu den späten Sorten gehören Robila und Rodelika – eine Rübe, die du gut lagern kannst.

Möhren gibt es nicht nur in unterschiedlich kräftigen Orangetönen. Für Hingucker auf dem Teller sorgen die violett-orangene Purple Haze, die weiße Sorte Küttiger oder die dunkelgelbe Jaune du Doubs.

Karotten säen und anbauen

Möhren kannst du aus Samen ganz einfach selber ziehen. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat hängt von der Sorte ab. Grundsätzlich kannst du frühe Karotten bereits ab März im Freiland aussäen. Der Boden sollte gut abgetrocknet und feinkrümelig sein. Lege die Samen etwa zwei bis drei Zentimeter tief, bei einem Reihenabstand von 20 bis 30 Zentimetern. Auch wenn Möhren recht kälteunempfindlich sind, kannst du das Beet mit einem Vlies abdecken. Bis das erste Grün sichtbar ist, musst du dich jedoch in Geduld üben: Die Samen brauchen bis zu drei Wochen um zu keimen. Unser Tipp: Säe mit den Möhren Radieschen aus. Sie entwickeln sich schneller und können als Markierung dienen, damit du weißt, wo du auch die Möhren gesät hast.

Auch nach dem Auflaufen entwickeln sich die Pflänzchen recht langsam. Vereinzele die Sämlinge auf einen Abstand von drei Zentimetern, wenn du zu dicht gesät oder kein Saatband verwendet hast. So können sich die Wurzeln optimal wachsen. Tipp: Säe die Rüben gestaffelt im Abstand von etwa vier Wochen aus, damit du bis in den Herbst hinein ernten kannst. Willst du Möhren einlagern, säest du sie am besten Anfang bis Ende Juni aus. So können sich die Rüben vollständig entwickeln.

Standort und Pflege

Möhren brauchen einen hellen bis halbschattigen Platz im Garten. Wichtig ist der Boden: Er sollte humusreich, gut durchlässig und tiefgründig sein. Ideal ist ein lockere, sandige Erde. Bei Steinen im Boden neigt die Pfahlwurzeln dazu, sich zu verzweigen oder krumm zu wachsen.
Karotten solltest du regelmäßig jäten, da sie nur langsam wachsen und schnell von Beikräutern überwuchert werden können. In Sachen Nährstoffen sind die Rüben genügsam. Du musst sie aber gleichmäßig feucht halten. Ist der Boden mal zu trocken, mal zu nass, können die Wurzeln aufplatzen. Eine Mulchschicht hilft, Beikräuter zu unterdrücken und den Boden feucht zu halten.

Moehren-buntGroße Probleme kann die Möhrenfliege bereiten, die ihre Eier nah der Wurzel im Boden ablegt und deren Maden die Karotten fressen. Um einen Befall zu verhindern, kannst du die Möhren an einem leicht windigen Standort anbauen und sie mit einem engmaschigen Netz abdecken. Möhren blühen erst im zweiten Jahr. Um Pilzerkrankungen zu vermeiden, empfehlen wir dir, in den folgenden Jahren keine Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler wie Fenchel oder Sellerie anzubauen.

Ernte, Verwendung und Konservierung

Je nach Sorte kannst du Möhren etwa drei bis fünf Monate nach der Aussaat ernten. Ziehe sie dafür vollständig aus dem Boden und entferne das Laub – es entzieht der Rübe sonst nur unnötig Feuchtigkeit. Über das frische Möhrengrün freuen sich Kaninchen oder Meerschweinchen. Ernte die späten Sorten vor dem ersten Frost und lagere sie ein: In Sand vergraben bleiben sie an einem kühlen Ort lange frisch. Und frisch schmecken Möhren auch am besten. Du kannst sie roh knabbern, zu Salat verarbeiten und sie entsaften. Gegart kannst du sie als Gemüsebeilage reichen, für Suppen und Eintöpfe verwenden und damit sogar leckeren Kuchen backen. Alternativ zur Lagerung im Sand kannst du sie auch einfrieren oder einkochen.

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