Mexikanische Minigurke – klein, aber oho

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Bild: Culinaris – Saatgut für Lebensmittel

Die Inkagurke habe ich euch im letzten Beitrag schon vorgestellt. Nun möchte ich euch eine weitere tolle Gurkensorte vorstellen: die mexikanische Minigurke.

Ihre Früchte sind nicht größer als eine Weintraube und ihr Aussehen ähnelt einer kleinen Wassermelone. Sie ist hellgrün und mit dunkelgrünen kleinen Streifen und Punkten. Die Minigurken gehören botanisch gesehen zu den Kürbisgewächsen. Ihr Geschmack ist wie der einer Gurke, mit einer leicht säuerlichen Note. Je größer ihr die Früchte erntet, desto säuerlicher ist ihr Geschmack. Ursprünglich kommt die Minigurke tatsächlich aus Mexiko. Sie war im europäischen Raum eher unbekannt und erst nicht so beliebt. Aber derzeit wird sie immer bekannter und wieder in vielen privaten Gärten kultiviert, auch im Naschgarten bei den Kindern ist diese Gurkensorte sehr beliebt. Meine zwei Mädels essen sie immer direkt bei der Gartenrunde oder nehmen sie in Kindergarten und auch gern zur Schule in der Brotzeit mit. Sie zählt meiner Meinung nach zu den „Hinkuckern“ schlecht hin im Garten. Scheut euch nicht, einmal neue Sorten zu versuchen. Meine Erfahrungen waren damit durchweg positiv. 😊

Anbau und Aussaat

Die Gurken könnt ihr auch bedenkenlos im Topf anbauen. Achtet nur darauf, dass der Topf groß genug ist und ihr die Erde mit reifem Kompost oder Mist aufbereitet. Wenn die Pflanze eher weniger Platz für ihre Wurzeln hat, wird der Ertrag nicht sonderlich hoch sein. Die Pflanzen könnt ihr selbst an der Fensterbank ziehen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sie einige Zeit zum Keimen brauchen. Vorkeimen auf Küchenpapier mögen sie nicht gern, dies ist den Samen zu feucht. Ähnlich wie bei Paprika und Chili lassen sie sich gerne Zeit. Bei Gurken nehme ich generell immer einen größeren Topf, wenn ich sie vorziehe. Weniger Erde in den größeren Topf und später fülle ich sie weiter auf. So erspart ihr den Pflanzen häufiges Umtopfen.

Der perfekte Zeitpunkt für die Ansaat an der Fensterbank ist März bis Anfang April. Auch die Minigurken lassen sich nach dem letzten Frost bzw. den Eisheiligen auch bis Mitte Juni direkt ins Gewächshaus säen. Oft die bessere Lösung für den Gurkenanbau. Mir ist es passiert, dass sie sich selbst im Gewächshaus ausgesät hat. So hatte ich anstatt 2 Pflanzen 4 😊

Gurken sind allgemein sehr Stress empfindlich, werden sie z.B. vermehrtem Umtopfen oder unregelmäßigem Gießen ausgesetzt, können die Früchte sehr bitter schmecken. Frost mögen die Gurken überhaupt nicht. Auch wenn die Gurkenpflanze viel feiner im Wuchs ist, benötigen sie genauso wie die großen Sorten eine Rankhilfe, denn sie können auch bis zu 3 Meter hochranken. Den Standort für die mexikanischen Minigurken solltet ihr vollsonnig bis halbschattig, geschützt vor kaltem Wind oder Zugluft und in nicht zu feuchter Erde wählen. Staunässe oder lange Zeit viel Feuchtigkeit mögen die mexikanischen Minigurken ebenfalls nicht. Lieber kleinere Mengen und öfters gießen als zu nass. Bei der Minigurke gilt, je mehr sich die Ranken verzweigen, desto mehr könnt ihr ernten, die Pflanze bildet dann mehr Blüten. Bei einem einzigen Trieb, entstehen nicht viele Minigurken. Die Blüten sehen gelb aus. Die Größe und Form ähnelt die einer Blüte des Vergissmeinnichts. Ich baue alle meine Gurkensorten im Gewächshaus an. Einfach aus dem Grund, weil wir hier auf 800 Höhenmeter wohnen und das Wetter gern mal macht was es will 😊. Gurken kommen mit einer höheren Luftfeuchtigkeit gut aus.

Ernte und Verwendung in der Küche

Ernten könnt ihr die Gurke bis im Herbst hinein. Kommt darauf an, wie schnell es kalt und frostig wird. Wir ernten sie oftmals früher, wenn sie noch nicht bauchig rund sind. So schmecken sie weniger säuerlich. Die ausgereiften Früchte haben ein sattes grün und sind ca. 4cm lang. Die mexikanischen Minigurken lassen sich mit Zwiebeln, Paprika oder Blumenkohl sauer einlegen. Auch als Honig-Essig Gurken sind sie lecker. Auch einem frischen Salat geben sie eine wunderbare, leckere Note. Aber meist schaffen sie dies bei uns gar nicht bis zum Einlegen oder in den Salat, wir essen sie einfach direkt auf. 😊

Überwintern?? So klappt’s

 Es gibt noch eine Besonderheit, die Wurzeln könnt ihr im Herbst, wenn die Blätter schon welk sind ausgraben. Sie sind weißlich und haben meist Kartoffelknollen Größe. Die Wurzeln speichern viele Nährstoffe und Wasser und lassen sich deshalb im Topf überwintern. Beim Überwintern solltet ihr die Knollen in einen Topf mit Erde setzen. Er sollte einen hellen, etwas kühleren Platz, mit mäßigem Gießen im Haus bekommen. Im Frühjahr könnt ihr die Knollen wieder ins Gewächshaus eingraben. Natürlich nach dem letzten Frost, sonst gehen sie euch erfahrungsgemäß kaputt. Die Überwinterung ist mehrere Jahre möglich, die Wurzel wächst und speichert somit mehr.

Saatgut selbst sammeln

Ihr könnt auch Saatgut nehmen. Ihr solltet dafür eine der ersten Früchte bis zum Herbst an der Pflanze ausreifen lassen. Sie bekommt dann eine weiche Schale und lässt sich leicht eindrücken. Wenn ich die ausgereiften Früchte pflücke, lasse ich sie noch 1-2 Tage im Haus nachreifen, bevor ich Samen nehme. Die ersten Früchte deshalb, weil ihr so auf schnelle Reife selektiert. Ihr müsst die Saatgutgurke nicht einmal abschneiden, sondern könnt warten, bis sie einfach von der Pflanze auf den Boden abfällt. So seid ihr auf der sicheren Seite, dass sie auch wirklich ausgereift und für die Saatgut Entnahme geeignet ist.  Nun schneidet ihr die Gurke auf und nehmt die Samen heraus, unter fließendem kaltem Wasser abspülen. Die geleeartige Hülle entfernen und auf einem Kaffeefilter trocknen lassen. Ihr könnt die Keimfähigkeit testen, indem ihr die Samen nach dem abwaschen in ein Wasserglas gebt. Die Samen, die sinken, sind auch keimfähig. Die oben schwimmenden nicht.  Gut durchgetrocknet, kühl und dunkel gelagert sind die Samen einige Jahre haltbar. Vergesst wie immer nicht, die Samentüten zu beschriften. 😊

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