Kräuterspirale anlegen

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Kraeuterspirale

Eine Kräuterspirale ist ideal, um möglichst viele unterschiedliche Kräuter im Garten anzubauen. Wir zeigen, worauf du bei der Anlage achten musst und welche Pflanzen sich dafür eignen.

Kräuter stellen unterschiedliche Ansprüche an einen Standort: Während mediterrane Kräuter grundsätzlich einen vollsonnigen, eher mageren Platz bevorzugen, fühlen sich die übrigen Küchenkräuter eher auf nährstoffreichen Böden wohl, die nicht schnell austrocknen. Mit einer Kräuterspirale kannst du auf kleinem Raum optimale Anbaubedingungen für beiden Gruppen schaffen und somit viele Pflanzen unterbringen. 

Wie ist eine Kräuterspirale aufgebaut?

Eine Kräuterspirale ist eine Art Hochbeet in Form einer Spirale oder eines Schneckenhauses. Angefangen mit einem Mini-Teich windet sie sich auf dem Weg nach innen immer weiter nach oben. Dabei durchläuft das Beet verschiedene Klimazonen und Böden: Bietet die Kräuterspirale in Bodennähe zunächst feuchte, nährstoffreiche Standorte, werden diese in ihrem Verlauf immer durchlässiger, trockener und magerer. Entsprechend kannst du dann die Kräuter anpflanzen.

Kraeuterschnecke

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Kräuterspirale baue?

Eine Kräuterspirale öffnet sich mit dem Teich immer nach Süden hin und verläuft idealerweise im Uhrzeigersinn. Nach dem Bau solltest du sie nicht sofort bepflanzen, sondern mindestens einen starken Regenguss abwarten, damit sich die Erde setzt und du bei Bedarf nachfüllen kannst. Pflanze die Kräuter am besten im Frühjahr. So können die mehrjährigen Kräuter in Ruhe wurzeln und überstehen den Winter besser. 

Wie lege ich eine Kräuterspirale an?

Kräuterspiralen haben in der Regel einen Durchmesser von drei Metern. Wähle einen entsprechend großen, vollsonnigen Platz im Garten und stecke den Grundriss mit Stöcken und Kordel ab. 

Zuerst baust du das Fundament: Hebe den Boden etwa 30 bis 40 Zentimeter tief aus. Der Teich sollte zehn Zentimeter tiefer liegen. Es geht übrigens auch ohne den kleinen Teichbereich. Fülle nun die Kräuterspirale etwa zehn Zentimeter hoch mit grobem Schotter auf. Er dienst als Drainage, damit keine Staunässe entsteht. Der Teich bekommt jedoch keine Schotter-Drainage.

Bei einer klassischen Kräuterspirale baust du nun die Mauer aus Ziegel- oder Natursteinen: Lege die Steine trocken aufeinander – und zwar spiralförmig von außen nach innen. Je näher sie dem Mittelpunkt kommt, desto höher wird die Mauer, bis sie in der Mitte eine Höhe von 80 Zentimetern erreicht. Im Handel gibt es auch fertige Spiralen aus Metall, Holz, Beton oder Stahlkörben, die mit Steinen aufgefüllt werden. Fülle die Kräuterspirale weiter mit Schotter auf. Beginne diesmal in der Mitte. Hier sollte die Schicht etwa einen halben Meter dick sein und auf dem Weg nach außen immer weiter abnehmen, so dass sie am äußeren Ende der Mauer ebenerdig abschließt. 

Nun füllst du eine Mischung aus Erde, Kompost und Sand ein. Dabei gilt: Je weiter nach oben und innen sich die Schnecke windet, desto magerer wird die Erde. Beginne also in der Mitte mit einer Mischung aus Sand und Erde, jeweils zu gleichen Teilen. Im Verlauf nimmt der Anteil an Sand immer weiter ab, stattdessen fügst du entsprechend Kompost hinzu. Am äußeren Ende der Kräuterspirale sollte schließlich das Verhältnis von Erde zu Kompost 50:50 betragen.
Zum Schluss legst du den Teich an. Bedecke das Loch mit eine Schicht aus Sand und lege darüber Teichfolie aus – oder nutze dafür einen entsprechend tiefen Maurerkübel. Den Rand des Teichs kannst du mit Steinen abdecken. Fülle ihn mit einer Schicht Sand und anschließend mit Wasser auf. 

Welche Kräuter eignen sich für eine Kräuterspirale?

In einer Kräuterspirale kannst du eine Mischung aus ein- und mehrjährige Pflanzen anbauen, die in die jeweiligen drei Klimazonen passen. Die Übergänge sind fließend. Achte daher bei der Anordnung auf die jeweiligen individuellen Ansprüche der Pflanze an Boden und Licht. 

Im feuchten Bereich am Teich kannst du zum Beispiel Brunnenkresse, Wassernuss und Amerikanischer Kalmus anpflanzen. Dann kommen Küchenkräuter, die einen nährstoffreicheren, mehr oder weniger feuchten Boden benötigen. Dazu gehören beispielsweise Zitronenmelisse, Liebstöckel, Schnittlauch, Petersilie, Koriander, Basilikum, Kapuzinerkresse und verschiedene Minzen. Im oberen Bereich wachsen schließlich die Pflanzen, die viel Sonne und Wärme, aber nur wenig Nährstoffe und Feuchtigkeit brauchen. Hier kannst du zum Beispiel mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Oregano, Thymian, Lavendel und Salbei einsetzen. 

Unser Tipp: Die Auswahl an Kräutern ist enorm. Wähle nur die Pflanzen aus, die du auch gerne magst!

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