Johannisbeeren pflanzen, pflegen und ernten

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Johannisbeere

Johannisbeeren sind mit ihrem eher säuerlichen Aroma nicht jedermanns Geschmack. Dennoch gehören die gesunden Beeren in jeden Garten: Mit der richtigen Pflege bringen sie über Jahre hinweg reiche Ernten. Und ihre Blüten sind im Frühjahr eine tolle Bienenweide!

Johannisbeer-Sorten

Johannisbeeren (Ribes) gehören zu den Stachelbeergewächsen. Vermutlich aus einheimischen Pflanzen gezüchtet, ist das Fruchtgehölz seit dem 15. Jahrhundert im Garten zuhause. Von Natur aus wachsen Johannisbeeren an Sträuchern. Inzwischen gibt es aber auch eine Reihe an hübschen Stämmchen: Hier wachsen die Beeren wie an einem Baum!

Für den Garten unterscheiden wir grundsätzlich zwei Arten an Johannisbeeren: Die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) kann nicht nur rote, sondern auch durchscheinend-weiße und rosafarbene Früchte tragen. Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum) gilt als besonders robust und soll auch mit weniger Sonne und mehr Feuchtigkeit zurechtkommen.

Innerhalb der jeweiligen Arten gibt es viele verschiedene Sorten. Sie unterschieden sich unter anderem aufgrund der Größe, der Farbe, des Aromas und der Reifezeit. So reifen die Roten Johannisbeeren ‚Jonkher van Tets‘ und ‘Weiße Versailler‘ bereits ab Ende Juni, die Sorte ‚Rovada‘ hingegen erst ab Ende Juli – aber dafür bis in den September hinein. Als robust gegen Krankheiten wiederum gelten die Schwarzen Johannisbeeren ‚Titania‘ und ‚Ometa‘. Sie reifen ab Mitte Juli.

Johannisbeeren pflanzen

Johannisbeeren kannst du im Herbst oder im zeitigen Frühjahr setzen. Als ideale Pflanzzeit gelten die Monate September und Oktober. Jungpflanzen kannst du im Fachhandel kaufen oder aber selber ziehen: einen gesunden Trieb abschneiden, wurzeln lassen und auspflanzen.

Anders als Himbeeren kannst du Johannisbeeren grundsätzlich eine Handbreit tiefer setzen als sie davor standen. So bilden sie schnell viele neue Triebe und haben einen festen Stand. Für einen guten Start kannst du ihnen auch Kompost oder Langzeitdünger mit ins Pflanzloch geben. Wichtig: Die Pflanze gut angießen und anschließend den Boden mit einer Mulchschicht aus Gras, Rindenmulch oder Gründünger bedecken.
Nach dem Auspflanzen bekommt die Johannisbeere bereits ihren ersten Schnitt: Lasse lediglich drei bis vier starke, gesunde Triebe stehen und schneide diese auf ein Drittel zurück. Die übrigen Zweige entfernst du komplett.

Johannisbeersträucher wachsen sehr ausladend: Rote Sorten können bis zu zwei Meter hoch beziehungsweise breit werden. Der Abstand sollte daher 1,80 Meter zwischen den Pflanzen und bis zu 2,50 Meter in der Reihe betragen. Bei Schwarzen Johannisbeeren gilt sogar ein Abstand von bis zu 2,50 Metern zwischen den Pflanzen, da sie noch mehr wuchern. Wesentlich kompakter sind die Stämmchen und Spaliersorten. Sie benötigen allerdings entsprechende Stützen, an denen sie festgebunden werden.

Pflege und Standort

Johannisbeeren benötigen einen windgeschützten, mindestens halbschattigen Standort: Je mehr Sonne die Beeren abbekommen, desto aromatischer schmecken sie. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich und leicht feucht sein. Staunässe verträgt das Fruchtgehölz nicht! Zwei bis drei Mal im Jahr solltest du es düngen – idealerweise mit organischem Beerendünger.

Damit die Johannisbeeren gut gedeihen, solltest du sie mulchen. So bleibt nicht nur die Feuchtigkeit im Boden, auch die flachen Wurzeln bleiben vor Verletzungen geschützt. Zudem unterdrückt eine intakte Mulchschicht wildwachsende Gräser und Kräuter.

Johannisbeeren sind anfällig für Schädlinge wie die Johannisbeergallmilbe, Johannisbeerblasenlaus und Spinnmilben. Zudem können sie Krankheiten bekommen wie die Blattfallkrankheit, Johannisbeerrost, Rost und Rußtau.

Johannisbeeren schneiden

Damit Johannisbeeren gesund bleiben und lange tragen, solltest du sie im Herbst schneiden. Entscheidend dafür, wie du das Fruchtgehölz schneiden musst, ist die Art: Rote Johannisbeeren tragen an Trieben, die zwei bis drei Jahre alt sind. Alte Zweige müssen nach vier Jahren bodentief abgeschnitten werden. Schwarze Johannisbeeren reifen hingegen schon an einjährigen Trieben. Sie sollten in der Regel nach der ersten, spätestens nach der zweite Ernte gekappt werden – ebenfalls knapp über dem Boden.

Insgesamt sollte ein Strauch nie mehr als zehn Haupttriebe besitzen. Lasse daher im Frühjahr nicht alle Triebe stehen, sondern wähle stets die aus, die stark, gesund und gerade gewachsen sind. Sie verzweigen sich im Laufe des Frühjahres.

Ernte und Konservierung

Ihren Namen verdankt die Johannisbeere wahrscheinlich der Zeit, um die ihre Früchte reif sind. Die ersten Beeren kannst du bereits um den Johannistag am 24. Juni ernten. Späte Sorten kannst du im August oder sogar erst Anfang September pflücken.

Reife Johannisbeeren sind voll durchgefärbt und schmecken – je nach Sorte – weniger sauer als unreife Früchte. Die Trauben lassen sich leicht von Hand abpflücken. Die Früchte sind recht empfindlich und halten sich nur kurze Zeit lang frisch. Genieße sie daher möglichst gleich nach der Ernte – pur, im Smoothie oder mit Joghurt. Du kannst Johannisbeeren aber auch einfrieren oder Gelee, Kompott und Rote Grütze daraus kochen. Schwarze Johannisbeeren werden auch gern entsaftet. Sie enthalten besonders viel Vitamin C und andere gesunde Inhaltsstoffe.

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