Himbeeren pflanzen, pflegen, schneiden und ernten

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Himbeeren

Himbeeren gehören in jeden Garten. Die Sträucher gelten als relativ pflegeleicht und die süßen Beeren schmecken nach Sommer – egal ob frisch genascht oder für die kalten Monate konserviert. Mit der richtigen Strategie kannst du sogar den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein ernten!

Himbeer-Sorten

Himbeeren (Rubus idaeus) gehören zu den Rosengewächsen, genauso wie Erdbeeren und Äpfel. Botanisch gesehen sind die Früchte keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte. Je nach Züchtung können sie zwischen einem halben und zwei Meter hoch werden, also eher kompakt wachsen oder stark ranken.

Die Sorten unterteilt man grundsätzlich in zwei Gruppen: Sommer-Himbeeren wie ‚Tulameen‘ reifen je nach Standort und Klima ab Juli. Die Erntezeit für Herbst-Himbeeren wie ‚Autumn Bliss‘ und ‚Aroma Queen‘ beginnt hingegen erst ab August, kann aber dafür bis in den Oktober hinein andauern. Ihr Vorteil: Ihre Früchte sind durch die spätere Entwicklung in der Regel weniger von Maden befallen. Pflanzt du sowohl sommer- als auch herbsttragende Himbeersorten, kannst du lange ernten!
Übrigens: Himbeeren müssen nicht immer rot sein: Die Früchte der Herbst-Sorte ‚Golden Everest‘ sind gelb. Die schwarzen Früchte der Sommer-Himbeere ‚Black Jewel‘ ähneln Brombeeren!

Himbeeren pflanzen

Als ideale Pflanzzeit für Himbeeren gelten September und Oktober sowie das zeitige Frühjahr. Himbeerpflanzen bekommst du im Fachhandel. Du kannst aber auch Wurzelausläufer einpflanzen, Himbeeren breiten sich gern aus. Achte jedoch immer darauf, dass alle Pflanzenteile gesund sind!


Gerade die Wurzeln sind bei Himbeeren besonders empfindlich. Entferne daher alle beschädigten Wurzeln vor dem Einpflanzen und kürze zu lange Teile, damit sie nicht abbrechen. Empfehlenswert ist es auch, die Wurzeln vor dem Einpflanzen etwa eine Viertelstunde lang zu wässern. Gebe Langzeitdünger oder Kompost in das Pflanzloch und setze die Himbeeren genauso so tief, wie sie davor standen. Gut angießen nicht vergessen! Anschließend solltest du den Boden mit einer Mulchschicht bedecken. Himbeeren mögen einen leicht sauren Boden, daher kannst du dafür Laub, Stroh, Rasenschnitt, Rindenmulch oder Tannennadeln verwenden.

Der Abstand zwischen den Sträuchern sollte etwa 50 Zentimeter, zwischen den Reihen etwa 1,50 Meter betragen. Hoch wachsende Himbeeren brauchen zudem eine Spalier, damit sie aufrecht bleiben. Kompakt wachsende Sorten kommen ohne Hilfe aus.

Pflege und Standort

Himbeeren gedeihen besonders gut an einem windgeschützten, sonnigen Standort. Auch mit Halbschatten kommen sie gut zurecht. Allerdings gilt: Je mehr Sonne die Früchte bekommen, desto zahlreicher und aromatischer sind sie. Der Boden sollte durchlässig, nährstoffreich, feucht und leicht sauer sein. Staunässe mögen Himbeeren nicht.

Die Mulchschicht ist sehr wichtig, da sie mehrere Funktionen übernimmt: Sie schützt den Boden vor Austrocknung, unterdrückt wildwachsende Kräuter und schützt die Wurzeln vor Verletzungen. Sie sollte daher immer intakt sein. Düngen solltest du die Sträucher im Frühjahr mit organischem Beerendünger.

Himbeeren sind anfällig für Krankheiten wie die Rote Wurzelfäule und die Rutenkrankheit. Zu den gängigen Schädlingen gehören Blattläuse, Gallmücken, Spinnmilben sowie der Himbeerkäfer, dessen Maden die Früchte befällt.

Himbeeren schneiden

Himbeeren müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sie reichlich Früchte tragen. Wann der Schnitt erfolgen muss, hängt auch mit der Sorte zusammen: Herbst-Himbeeren bilden die Früchte an den Zweigen aus, die sie im Frühjahr austreiben. Schneide diese Ruten etwa fünf Zentimeter über dem Boden ab, wenn sie die Blätter verloren haben oder dürr werden.

Sommer-Himbeeren tragen die Früchte hingegen an Zweigen, die im Vorjahr gewachsen sind. Wir empfehlen, die jungen Triebe am Spalier festzubinden: So behältst du den Überblick zwischen den ein- und zweijährigen Trieben. Denn auch hier musst du die älteren im Herbst abschneiden.

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, nicht alle Ruten auswachsen zu lassen. Je nach Sorte und Größe solltest du lediglich fünf bis zehn gesunde, starke Zweige stehen lassen und die schwächeren schon im Frühjahr entfernen.

Ernte und Konservierung

Je nach Sorte kannst du schon ab Juli die ersten Himbeeren ernten. Späte Sorten tragen bis in den Oktober hinein. Die Früchte sind reif, wenn sie voll durchgefärbt sind und sich leicht abpflücken lassen. Lege die Himbeeren am besten flach in eine Schale und achte darauf, dass sie sich nicht zu sehr berühren oder übereinanderliegen. Gerade überreife Früchte sind sehr empfindlich, feuchte Druckstellen neigen leicht zu schimmeln.

HimbeerenGenieße die Himbeeren möglichst frisch, da sie sich nicht lange halten. Um sie zu konservieren, kannst du sie entweder einfrieren oder weiterverarbeiten, zum Beispiel zu Marmelade, Sirup und Eis.
Übrigens: Auch junge Himbeerblätter kannst du verwenden. Getrocknet geben sie ein fruchtiges Aroma im selbstgemachten Kräutertee!

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