Beete mulchen und für den Winter vorbereiten

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„Beete im Garten solltest du nie nackig lassen. Sie sollten immer ein bisschen bedeckt sein, so schützt du die Erde und alles das in der Erde lebt. Das wusste sogar schon deine Uroma.“ sagte meine Oma immer zu mir.

Und so blieb sämtliches Grüngut der Pflanzen, was wir nicht benutzten, auf den Beeten liegen. Ich persönlich mache es heute noch so, was wir, die Hasen und Hühner nicht mögen bleibt auf den Beeten liegen. Wie ihr seht ist es nichts sonderlich Neues zu mulchen, es geriet nur einfach in Vergessenheit. Mulchen spart Wasser, schützt den Boden im Winter und unterdrückt Beikräuter in den Beeten. Grüngut muss nicht eingepackt und auf den Wertstoffhof gefahren werden.

Grundsätzlich gilt, je desto feiner, desto besser. Klein gehäckselte Zweige oder Blätter verrotten schneller als größere Zweige. Sie geben ihre Nährstoffe schneller ab und ihr könnt sie fein gehäckselt besser verteilen. Bevor ihr aber Laubbaum- und Heckenschnitt auf den Beeten verteilt, solltet ihr diese in einem Kompostsilo 3-4 Wochen anrotten lassen. Dies sorgt dafür, dass die Blätter schneller zerfallen. Samen werden zum Keimen angeregt, sterben aber mangels Lichts und zu wenig Sauerstoff wieder ab. Nadelbaum- und Rindenhäcksel sollten wegen ihrer Gerbstoffe für Beete immer erst mindestens 1 Jahr kompostiert werden. Sie hemmen nämlich das Wachstum der Gemüsepflanzen. Als Wege- oder als Füllmaterial bei den Hühnern oder Hasen im Auslauf könnt ihr das Gehäckselte gleich nach dem Häckseln benützen. Sägespäne mögen es ebenfalls, wenn ihr sie erst einmal bis zu 3 Monate kompostiert. Es sei denn, ihr zuckert die Beete nur damit z.B. gegen Schnecken. Brennnessel ohne Blüten und Samen lassen sich gut auf die Beete legen, die Brennhaare schützen die Pflanzen gegen Schnecken und gleichzeitig mulcht ihr eure Beete damit. Diese müsst ihr aber regelmäßig erneuern, da die Brennhaare leicht abfallen.

Mulcht immer mit dem was anfällt, an dem gleichen Ort. Brombeeren, Himbeeren usw. brauchen waldartigen Mulch wie z.B. Laub, Nadelhölzer und Heckenschnitt. Gemüsepflanzen sind mehr mit Krautabfällen und Rasenschnitt glücklich zu machen. Im Boden mögliche Mängel könnt ihr auch mit Mulchen ausgleichen. Zu wenig Stickstoff im Boden? Mulcht mit Brennnessel und Rasenschnitt. Fehlt Kalium? Das erkennt ihr auch bei häufigem Pilzbefall der Pflanzen. Dann nehmt ihr besser eine Mulchschicht mit Farn und Beinwellblättern. Fehlt euren Beeten Kieselsäure, kommt ein Mulch mit Schachtelhalm und Brennnessel in Frage.

Der Kompost

Wenn ihr euren Kompost immer mal wieder umschichtet, reift der Kompost schneller zur guten Erde heran. Aber hier scheiden sich die Geister. Manche setzen den Kompost öfters im Jahr um, andere zum Kompostierbeginn mehrmals und lassen ihn dann ruhen. Ich bevorzuge die zweite Variante. Die Kompostierung könnt ihr zusätzlich mit Kräutern und Beikräutern beschleunigen. Diese halten den Kompost feucht und haben viel Blattmasse. Prima dafür eignet sich Ringelblume, Brennnessel ohne Samen, Blätter vom Beinwell, Tagetes, Löwenzahn, Kamille, Scharfgarbe und auch Ackerschachtelhalm. Thuja, Scheinzypresse und Wermut gehören nicht auf den Kompost, sie verzögern die Verrottung. Als Füllmaterial für eure Wege sind sie aber perfekt. Kartoffelschalen zersetzen sich nur schwer, wenn ihr sie in der Sonne gut trocknen lasst, können sie sich im Kompost schneller zersetzen. Sie treiben auch gerne im Kompost aus, dann hättet ihr im „schlimmsten“ Falle eine Kartoffelpflanze im Kompost, die ihr später ernten könnt. Eierschalen brauchen ebenfalls sehr lange bis sie zu Humus werden, aber ihr könnt sie super ins Gieswasser geben. 2-3 Wochen ziehen lassen, fertig ist der Kalkdünger. Dies könnt ihr auch mit dem Kochwasser von Eiern machen.

So ein Mist…

Am besten bringt ihr im Herbst noch vor der Mulchschicht den Mist raus. So hat er nochmal Zeit, um abzulagern und die Nährstoffe können mit Regen und Schmelzwasser vom Schnee gut in den Boden wandern. Kuhmist ist das schwarze Gold für euren Garten. Er enthält die meisten Nährstoffe und kann überall verwendet werden. Pferdemist erwärmt den Boden und wird oft als Heizung in Frühbeeten genutzt. Pferdemist sollte gut abgelagert sein, liegt er schon 1-2 Jahre ist er meist schon fast komplett zu schwarzen Erde geworden. Schweinemist ist nicht so nährstoffreich, deshalb solltet ihr ihn immer mit einer anderen Mistart mischen. Hühnermist ist sehr scharf und sollte sehr gut kompostiert werden. Auch nach dem Kompostieren bitte nur sparsam benützen. Achtet darauf, woher ihr den Mist bezieht und was dort gefüttert wird. Heu, Wiese, Silage sind völlig in Ordnung. Auch Getreide macht nichts aus, aber bei Futtermehlen würde ich auf den Mist verzichten.  

Gründünger

Sät ihr rechtzeitig im Herbst Gründünger, ist dieser ein prima Beetdünger und schützt dein Beet zusätzlich vor dem Schnee und seiner Kälte. Dafür könnt ihr Gelbsenf, Phacelia oder Lupinen hernehmen. Kleine Kräuterhochbeete lassen sich zusätzlich noch mit Reisig schützen, diese müsst ihr natürlich im Frühjahr wieder entfernen. Lasst ihr verblühte einjährige Blumen stehen, freuen sich die Vögel im Winter über Nahrung und Insekten über einen möglichen Unterschlupf im Winter. Noch dazu schafft ihr die Möglichkeit, dass sich die Pflanzen selbstständig aussamen können. Im Frühjahr könnt ihr diese dann abschneiden.

Auflockern statt umgraben

Grabt ihr eure Beete a la „das haben wir immer schon so gemacht…“ um, zerstört ihr die darin enthaltenen Microorganismen der oberen Bodenschichten. Kleinstlebewesen werden weniger und genau diese sind wichtig für gute Erde. Was ihr aber tun könnt, ist den Boden etwas, zulockern, um eine bessere Durchlüftung zu schaffen. Nimmt euch eine Gabel, sticht einmal ein und bewegt sie etwas hin und her. Dies reicht schon aus, um die Bodenstruktur nicht zu beschädigen und dennoch neuen Sauerstoff zuzuführen.

Was tun bei frühem Frost?

Wenn die Zeichen im Frühjahr oder Herbst auf kurzzeitigen Frost stehen könnt ihr eure Pflanzen schützen. Entweder stellt ihr einfach umgedrehte Eimer über die Pflanzen oder ihr legt eine Schicht Reisig darüber und verhindert somit schlimmeres. Durch eine Mischkultur könnt ihr Frostschäden entgegenwirken. Pflanzt z.B. Gelbsenf zu Frühkartoffeln oder Kohlrabi zwischen keimende Gurken oder Bohnen. Den Senf könnt ihr später abschneiden und zum Mulchen benützen, die Wurzeln lasst ihr zum Stickstoff anreichern im Boden. Ziemlich aufwendig für euren kleinen Hausgarten sind Sprühnebel und Rauch gegen Frost. Eine dickere Mulchschicht aus Rasenschnitt, Heu oder Stroh hält die Kälte ebenfalls ab.

Im Gewächshaus könnt ihr aus Pferdemist eine Fußbodenheizung einbauen. Ihr grabt die vorhandene Erde großzügig aus, gebt 15-25 cm Mist hinein und füllt wieder gut mit Erde auf damit ihr pflanzen könnt. So bleiben die „Füße“ der Pflanzen warm und die Erde gefriert nicht. Sobald der Frost einsetzt, könnt ihr auch Folientunnel oder Gewächshäuser mehrmals mit Wasser übersprühen. Bis eine 2-3 mm Eisschicht entsteht. Diese Schicht hält zusätzlich die Kälte ab.

Grabkerzen im Gewächshaus halten ebenfalls die Kälte etwas ab. Hier gilt aber nicht, viel hilft viel. Zu viele Kerzen nehmen den Pflanzen den Sauerstoff. Ich nehme für ein 6 qm Gewächshaus nicht mehr als 2-3 Kerzen. Ihr könnt auch eine Tontopfheizung bauen. Diese wird mit einem Teelicht beheizt und gibt auch konstante Wärme ab. Versucht bei Frost zu vermeiden, dass die Blätter der Pflanzen Gießwasser treffen.

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