Artischocken im Garten anbauen: Tipps für Aussaat, Pflege und Ernte

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Artischocke

Artischocken sind in der Regel in warmen Regionen zuhause. Doch auch hierzulande kann ein Anbau im Garten gelingen. Und er lohnt sich – nicht nur, wenn du das köstliche Gemüse frisch genießen möchtest. Artischocken machen nämlich auch etwas her als wunderschöne, bienenfreundliche Zierpflanzen.

Artischocken-Sorten

Die Artischocke (Cynara scolymus) gehört zur Familie der Korbblütler. Mit ihren gefiederten, grau-grünen Blättern, ihren kugeligen Blütenköpfen und ihren blau-violetten Blüten erinnert ihr Aussehen an eine Distel. Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum. Dort ist sie schon seit der Antike als Nutzpflanze bekannt. Im restlichen Teil Europas entwickelte sie sich erst ab dem 17. Jahrhundert zu einer Delikatesse – insbesondere in England, Deutschland und Frankreich.

Artischocken sind in der Regel mehrjährige Pflanzen. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie bis zu zwei Meter hoch und mehrere Jahre alt werden. Hierzulande werden sie jedoch oft nur einjährig angebaut: Sie sind sehr frostempfindlich. Die Sorten unterscheiden sich optisch unter anderem in der Farbe und in der Form der Knospe. Bewährt haben sich Sorten wie Vert de Provence mit ihrem dicken Blütenboden.

Artischocken aussäen

Damit Artischocken im ersten Jahr Knospen ansetzen, ziehst du sie am besten ab Mitte Januar im Warmen vor. Säe die Samen etwa einen halben Zentimeter tief in Töpfe oder Saatschalen aus. Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius keimen die Samen nach etwa zwei bis drei Wochen. Damit sich die Pflanzen gut entwickeln, solltest du sie rechtzeitig vereinzeln.
Wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, können die Jungpflanzen in den Garten umziehen – in der Regel also ab Mitte Mai. Plane genug Platz im Beet ein: Je nach Sorte beträgt der Abstand zwischen den Pflanzen mindestens 80 mal 80 Zentimeter. Da Artischocken viele Nährstoffe brauchen, empfehlen wir, das Beet vorab mit Kompost zu versorgen.

ArtischockeStandort und Pflege

Artischocken brauchen einen vollsonnigen, windgeschützten Platz im Garten. Die Pflanzen wurzeln tief: Der Boden sollte daher tiefgründig, durchlässig und nährstoffreich sein. Sandige Böden gelten als ideal, weil sie sich schnell erwärmen.

Artischocken sind in der Pflege recht unkompliziert. Allerdings brauchen sie viel Wasser und viele Nährstoffe. Gieße und dünge sie daher regelmäßig. Staunässe mögen die Pflanzen aber nicht! Probleme können Blattläuse, Schnecken und Wühlmäuse bereiten.
Erntest du die Knospen nicht rechtzeitig, blühen sie in der Regel ab Ende August. Die großen, blau-violetten Korbblüten sind eine tolle Bienenweide und machen sich auch hübsch in der Vase oder in einem Gesteck.

Da Artischocken von Natur aus mehrjährig sind, kannst du sie überwintern: Schneide im Herbst die Pflanze zurück, bedecke sie mit reichlich Laub, Stroh und einem Tontopf und hoffe auf einen milden, eher trockenen Winter: Bei Frost und zu viel Feuchtigkeit geht die Staude ein. Bessere Chancen hat sie meist, wenn du sie unter Glas oder Folie überwinterst. Ab April kannst du den Winterschutz entfernen, damit die Staude erneut austreiben kann. Schütze sie in kalten Nächten, damit sie nicht erfriert.

ArtischockeErnte und Verwendung

Bei Artischocken verzehren wir das Innere der Knospenschuppen und den verdickten Blütenboden. Die Knospen müssen geerntet werden, bevor sich die Blüte öffnet – ansonsten sind die Artischocken nicht mehr genießbar. Je nach Sorte, Pflanzzeit und Anbaubedingungen sind Artischocken in der ersten Saison ab August erntereif. In den folgenden Jahren kann dies aber auch schon im Juli der Fall sein. Den optimalen Zeitpunkt für die Ernte erkennst du daran, dass die Blütenköpfe ausgewachsen, aber noch geschlossen sind und sich nicht verfärbt haben.

Artischocken erntest du am besten mit einem scharfen Messer. Sie werden gekocht gegessen – zum Beispiel mit Soßen und Dips, aber auch überbacken und paniert. Am besten schmecken sie zeitnah zur Ernte. Du kannst sie aber auch ein paar Tage lang im Kühlschrank aufbewahren, eingeschlagen in ein feuchtes Küchentuch. Alternativ kannst du sie in Öl einlegen und so für mehrere Wochen konservieren.

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