Alte Gemüsesorten neu entdeckt

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Erbsen

Alte Gemüsesorten liegen im Trend. Zurecht: Denn Bamberger Hörnchen, Portulak, Ackerbohne & Co bringen die Vielfalt zurück in unsere Beete und auf unseren Teller! Wir stellen dir Gemüsesorten vor, die deinen Garten außergewöhnlich machen.

Altes Gemüse – das klingt ein bisschen nach dem, was unsere Großeltern im Garten angebaut haben. In gewisser Weise stimmt das auch: Alte Gemüsesorten sind in der Regel Sorten, die es vor der Industrialisierung des Gemüseanbaus gab. Sie wurden vorwiegend von Bauern und Gärtnern gezüchtet und vermehrt. Daher sind darunter auch viele regionale Sorten zu finden, die nur in bestimmten Gebieten wuchsen. Das Bamberger Hörnchen zum Beispiel ist eine Kartoffel aus Franken. Teltower Rübchen stammen aus Teltow in Brandburg. Andere Gemüse waren oder sind noch immer nahezu komplett aus unserem Speiseplan verschwunden – etwa weil sie von anderen verdrängt oder einfach nicht mehr nachgefragt wurden.
Die Liste an altem Gemüse ist lang. Wir stellen dir fünf tolle Gemüse vor, die deinen Garten bestimmt nicht alt aussehen lassen.

Alte Gemüsesorten: Ackerbohne

alte gemüsesortenDie Ackerbohne (Vicia faba) ist unter vielen Namen bekannt. Je nach Region und Sorte kennt man sie auch als Saubohne, Dicke Bohne, Viehbohne oder Puffbohne. Sie gehörte vielen Jahrtausende lang zu den wichtigsten Nahrungsmitteln – bis sie von der Stangenbohne verdrängt wurde. Seitdem wurde sie vor allem als Tierfutter angebaut. Das Tolle an der Ackerbohne: Leichter Frost macht ihr nichts aus. Daher kannst du sie bereits ab Februar aussäen und ab Juni ernten.

Alte Gemüsesorten: Bunte Bete

alte gemüsesortenRote Bete (Beta vulgaris) ist für viele an sich schon ein altes Gemüse. Was eher unbekannt ist: Nicht nur die Rübe, auch die Blätter kannst du essen, die Bete ist nämlich mit dem Mangold verwandt – ebenfalls ein altes Gemüse. Und: Die Rote Rübe gibt es nicht nur in kugelrund und dunkelrot. Die Sorten ‚Burpees Golden‘ und ‚Golden Eye‘ zum Beispiel sind gelb und haben eine orangene Schale, während ‚Albina Verduna‘ komplett weiß ist. Ein hübscher Hingucker ist auch die ‚Tondo di Choggia‘. Ihre Knolle ist pink-weiß geringelt.

Alte Gemüsesorten: Mairübe / Herbstrübe

alte gemüsesortenEine Rübe – zwei Bezeichnungen: Je nachdem zu welchem Zeitpunkt du das Gemüse mit dem botanischen Namen Brassica rapa L. var. Rapifera erntest, wird es als Mairübe oder Herbstrübe bezeichnet. Die leicht süßlichen, eher würzigen Rübchen gibt es in unterschiedlichen Formen und Farben. Zu den klassischen Navettes gehört die schneeweiße ‚Snowball‘. Einen pink-violetten Kragen trägt die ‚Di Milano a colletto viola‘. Übrigens: Nicht nur die faustgroßen Rübchen kannst du roh oder gekocht verzehren. Die Blätter werden vielerorts auch als Stielmus zubereitet.

Alte Gemüsesorten: Pastinake

alte gemüsesortenDie Pastinake (Pastinaca sativa) ist schon seit der Steinzeit bekannt. Nicht zuletzt aufgrund ihrer winterharten und gut lagerfähigen Wurzeln gehörten sie hierzulande viele Jahrhunderte lang zu den Hauptnahrungsmitteln, bis die Kartoffel sie schließlich verdrängte. Heute erlebt das süßlich-würzige Wurzelgemüse ein Comeback – und das nicht nur im Suppentopf! Sorten wie ‚Halblange Weiße‘ und ‚Aromata‘ kannst du ab März säen und ab Oktober ernten.

Alte Gemüsesorten: Portulak

alte gemüsesortenPortulak ist ein Wildgemüse, das viele Jahrhunderte lang den Speiseplan bereicherte, bis es in Vergessenheit geriet. Heute kann der Name für Verwirrung sorgen: Sommerportulak (Portulaca oleracea) hat kleine, fleischige Blätter, die leicht säuerlich schmecken. Ihn kannst du ab Mai säen. Der winterharte Winterportulak (Montia perfoliata), auch Winterpostelein genannt, kommt hingegen ab Oktober ins Beet. Er schmeckt ein bisschen wie Feldsalat. Beide Pflanzen kannst du schon nach wenigen Wochen ernten und und wie Salat zubereiten.

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